30. Dezember 2008 Drei Jahre lang ging es ohne. Doch nun ist es wieder soweit. In der kommenden Silvesternacht werden die (Funk-)Uhren nach 0:59:59 beim nächsten Sekundentick nicht auf ein Uhr springen, sondern kurz innehalten und eine kleine Portion Extrazeit einbauen: eine Schaltsekunde.
Der Internationale Erd-Rotations-Service (IERS) in Paris hat der koordinierten Weltzeit diese Zugabe verordnet, da unsere Erde wieder etwas aus dem Takt gekommen ist. Sie hinkt nämlich der Zeit aus den Atomuhren hinterher. Diese unsere besten Zeitmesser "ticken" zwar höchst gleichmäßig, kümmern sich aber nicht um irdische Unregelmäßigkeiten: Denn unsere Erde schwankt und torkelt stets ein wenig vor sich hin und wird in ihrer Drehbewegung sogar tendenziell langsamer; so wirken Ebbe und Flut wie eine permanent schleifende Bremse.
Abstrakte Atomzeit und koordinierte Weltzeit
Wird die Erde jedoch langsamer, dehnen sich die Tage, was sich über Jahrhunderte hinweg durchaus bemerkbar macht. Schaltsekunden machen deshalb aus der eher abstrakten Atomzeit die "koordinierte Weltzeit".
Wie unregelmäßig sich die Erde dreht, sieht man daran, dass zwischen 1999 und 2006 sieben Jahre vergehen mussten, bis eine Schaltsekunde nötig wurde; diesmal sind es nur drei Jahre. Für den Neujahrstag 2009 hat der IERS, der die Drehung der Erde über astronomische Messungen verfolgt und auswertet, nun die 24. Schaltsekunde seit dem Beginn der koordinierten Weltzeit angeordnet. Uhren, die in Übereinstimmung mit der gesetzlichen Zeit gehalten werden sollen, müssen daher um eine Sekunde angehalten werden. In Deutschland liefert die Physikalisch-Technische Bundesanstalt das Zeitsignal.
Zur Darstellung der gesetzlichen Zeit und speziell zu Schaltsekunden finden Neugierige viele Informationen auf den Internetseiten der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt unter: http://www.ptb.de/zeit
Text: hni., F.A.Z.
Bildmaterial: dpa