Nächtliches Alkohol-Verkaufsverbot

Zum Vorglühen nicht mehr an die Tankstelle

Spirituosen nur noch bei Tageslicht: Stuttgart will Tankstellen künftig verbieten, nachts Alkohol zu verkaufen. Denn sind andere Läden zu, bleibt Jugendlichen zum Auftanken nur der Minishop an der Zapfsäule. Man hofft, betrunkene Randalierer so zu reduzieren. Von Rüdiger Soldt

Lesermeinungen zum Beitrag

13. Februar 2008 12:18

gegen Verbote

Andreas Baustein (ABaustein)

Also grundsätzlich bin ich auch gegen Verbote.

Verbote können aber grundsätzlich auch sinnvoll sein. So sind Beleidigungen oder Diebstähle ebenso sinnvollerweise verboten wie das Herumhantieren mit Schuss- und Feuerwaffen.
Das unkontrollierte und agressive Besaufen von Jugendlichen (aber nicht nur von diesen) in der Öffentlichkeit schränkt das Sicherheitsbedürfnis der Bevölkerung und damit deren Freiheit ein. Also warum dann nicht hier ein sinnvolles Verbot ?!

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13. Februar 2008 08:27

verbote?

Heiko Schlösser (xx5000)

ich dachte eigentlich das jugendschutzgesetz regelt solche dinge. hab da wohl falsch gedacht.

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13. Februar 2008 03:27

Wiedermal sehr einfallsreich die Poltik.

Stefan Mennewisch (Chariot)

Das Verbot wird von der Jugend registriert und fuer nicht gut genug befunden. Also was passiert? Man deckt sich am Tage mit Alkohol ein, damit man abends vorm Diskobesuch genug zum "Aufwaermen" hat.
Ihr Politiker denkt auch die Jugend von heute ist voellig bescheuert oder wie darf ich das verstehen?
Je mehr Verbote es geben wird, desto mehr Probleme muessen beilaeufig mitgetragen werden. Aber Verbote zu beschliessen ist einfacher anstatt sich fuer die Jugend was sinnvolles auszudenken. Als haettet Ihr damals nicht selber "gesoffen". Ich waere mal fuer ein Regierungsverbot fuer Politiker ab 50 Jahre und aufwaerts, damit Gesetztesentscheidungen auch mal zeitgemaess gestaltet werden.

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13. Februar 2008 00:46

Zum Vorglühen nicht mehr an die Tankstelle

Michael Akrp (cooltainer)


Vielleicht haben wir zu viele Verbote, vielleicht haben wir auch zuviel Alkohowerbung in den Medien. Man könnte meinen, dass der Staat immer mehr Verantwortung für seine Bürger übernehmen möchte. Leider kümmert es ihn wenig, ob der Bürger das auch so möchte. War vor Jahren beruflich viel in Schweden und Norwegen. Dort herschen, wie allgemein bekannt, sehr strenge Gesetze bezüglich des Alkoholkonsums. Was die Einwohner dieser Länder aber nicht davon abhält, sich bis zum Anschlag zu besaufen.
Was kommt noch alles auf uns zu? Rauch- und Trinkverbote in der eigenen Wohnung, wg. Belästigung der Nachbarschaft? Hier in unserem Land ist mittlerweile alles möglich.

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13. Februar 2008 00:30

Irgendwie verkehrte Welt ...

Klaus P. Lücke (microplan2002)

... also jetzt doch tagsüber saufen und abends/nachts nüchtern bleiben !?? Da muss sich die Polizei mit ihren Kontrollen aber echt umstellen !

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13. Februar 2008 00:12

der wahnsinn geht weiter

Maximilian Dudenhöffer (Max_D)

herrje, mich nervt der verbots- und zensurwahn in deutschland gewaltig!
so langsam überlege ich, ob ich nicht doch besser gegen das rauchverbot sein soll; als nichtraucher.
alkoholverbote hier, zensur da.....hab ich was verpasst und wir leben im islam?

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12. Februar 2008 23:58

Endlich, Jugendliche sollen das vorausschauende Einkaufen erlernen

Walther Schmidt (silitoe)

Diese neue Regelung ist ausgesprochen begrüßenswert. Sie wird dazu führen, dass die Jugendlichen sich in Zukunft bereits am Freitag-, bzw. Samstagnachmittag Gedanken machen, was sie am Abend trinken wollen und wo sie sich den Alkohol besorgen. Die Tage des planlosen Trinkens sind damit endgültig vorbei. Vorausschauendes Einkaufen wird hingegen wichtiger. Die Jugendlichen lernen damit, die Folgen des eigenen Tuns besser einzuschätzen. So kann man abends nichts trinken, wenn man am Nachmittag nicht richtig eingekauft hat. Ob der Alkoholkonsum damit eingeschränkt wird, bleibt einstweilen fraglich, denn es gilt auch weiterhin die alte deutsche Erziehungsregel, dass man den eigenen Teller leeressen, bzw. trinken muss, was wohl mancher Jugendlicher als Aufforderung verstehen wird, die am Nachmittag eingekauften Getränke auch abends zu verzehren (Ey, komm die eine machen wir jetzt auch noch leer!). Da wird so manches Alkoholversteck angelegt und so manche feuchtfröhliche Party geplant werden. Allerdings überrascht, dass diese Regelung aus Baden-Würtenberg kommt, wo man dort doch ohnehin schon so vorausschauend sein soll.

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12. Februar 2008 23:17

Es wird mal wieder der bequemere Weg des Verbots gegangen.

Björn Bierström (bierstroem)

Wegen ein paar Jugendlicher, die sich offensichtlich nicht im Griff haben, müssen Tankstellenpächter und sich normal verhaltende Bürger mit Einschränkungen leben. Es wäre richtig gewesen, die Probleme an der Wurzel zu packen und die betreffenden Jugendlichen direkt anzugehen. Stattdessen wird erneut ein allgemeines Verbot aus dem Ärmel geschüttelt. Hunderte von Parties, WG-Feten, Festen und sonstigen Feiereien passieren jedes Wochenende in unseren Städten und kaum jemand hat ein Problem dadurch, daß man entweder auf dem Weg dorthin an der Tankstelle Alkohol kauft oder auch direkt die einladenden Gäste ihn dort holen - auch Nachts nicht.

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12. Februar 2008 22:57

Stuttgarts Prohibitionsidee

Kilian Lembke (Anakreon)

Im letzten Absatz kommt Rüdiger Soldt in seinem Artikel endlich auf den Punkt: Das Herumdoktern an den symptomatischen Auswirkungen (also dem Alkoholmißbrauch) einer verfehlter Jugend-, Familien- und Bildungspolitik zeigt, wie weit entfernt die Union davon ist, sich ernsthaft mit den tatsächlichen Mißständen auseinanderzusetzten. Ein nächtliches Alkoholverkaufsverbot wird die Sorgen und Nöten von jugendlichen Gewalttätern und den einhergehenden Alkoholkonsum nicht unterbinden. Zudem ist doch spätestens seit der Prohibition in den USA bewiesen, was geschieht, wenn der Verkauf von Alkohol verboten wird!

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12. Februar 2008 22:27

Probleme verschieben

Georg Buchmeister (georgbuchmeister)

damit das Wahlvolk das wohlige Gefuehl hat, es passiere etwas.

Solange sich das Konsum- bzw. Suchtverhalten der Jugendlichen
nicht aendert, wird es wenig bringen, den Verkauf ihrer Drogen vom
einen Laden zum anderen zu verlagern.

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12. Februar 2008 22:17

Verständnis

Lutz Michaelis (LutzMichaelis)

Ich habe während meiner Studienzeit selber aushilfsweise an einer Tankstelle gearbeitet und weiß, wie der Großteil der jugendlichen Kunden "tickt". So kam es auf dem Tankstellengelände regelmäßig zu Schubsereien, Schlägereien, allein die Straße entlanggehende Frauen wurden belästigt, usw. Bei uns ging es sogar soweit, dass sich eine Bürgerinitiative gegen den nächtlichen Verkauf von Spirituosen gegründet hat - mit Erfolg: unserer Tankstelle wurde vom Ordnungsamt verboten, nach 23 Uhr Spirituosen zu verkaufen. Seitdem kriegen die Kassierer zwar den Frust der Jugendlichen ab, im Allgemeinen ist die Stimmung jedoch merkbar ruhiger geworden.

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