
Als hätte Herr Horx vor diesem Beitrag die neuesten Erkenntnisse der Chaosphysik vernommen und Friedrich Hölderlin "Nah ist, /Und schwer zu fassen der Gott./ Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch" erinnert .. Er schildert das Gefühl und die Lage kurz vor dem Exodus aus dem Wachstumszwang-Regime, das unser Tunnel-Denken und Gehorchen-Handeln bestimmt hat. Er schildert die psychische Befreiung aus dem Ancien Régime, und jene psychische Verfassung, die auf der Wahrnehmungsseite den Aufbruch zu neuen Ufern vorbereitet. Und dieses neue Ufer ist ja leicht erreichbar, weil da - von der Genialität-im-Evolutionsprozess sind die Rahmenbedingungen des Lebens vorbereitet - und nah - vom Geniepunkt aus einfach anzustoßen. Wenn Herr Horx oder die Leser sich noch auf die Website der KREATIVEN PARTEI verirren sollten, dann könnten sie einen Blick in die Welt jenseits des Wachstumszwang-Absolutismus vom Typ Kapitalstockmaximierung werfen. Auf Horx' HEUREKA! - nach der Lektüre der Website hinausgerufen und in der FAZ veröffentlicht - bin ich gespannt. Sein ZukunftsInstitut ist bereits über die Inhalte der neuen Weltordnung-des-KREATIVEN und über die Initialisierungsmacht der Geniepunktänderung (=Wahrheit) für den Exodus informiert.

Diese Beurteilung scheint es recht gut zu treffen, wenn man einige der Kommenatare hier liest. Solange alles gut läuft genießt man gerne den wachsenden Wohlstand. In der Krise werden dann irgendwelche bösen Leute ausgeguckt, die an allem schuld sind, und Verbitterung und Haß treten hervor. Die Amerikaner, der Kapitalismus, die Banken; in viele Foren träumen die Zukurzgekommenen schon wieder davon, daß das "Volk" endlich aufsteht gegen die Weltverschwörung der zionistisch-amerikanischen Hochfinanz, die die Finanzkrise inszeniert hat, um die deutschen Kleinsparer zu enteignen. Doch sind diese Ewiggestrigen hoffentlich eine Minderheit, und ein großer Teil der selbstdenkenden Menschen kann die Krise tatsächlich dazu nutzen, innezuhalten und über das Leben nachzudenken, wie Horx vorschlägt.

zu wem sagen sie das? fuer den vermeintlichen adressat ’mit niveau’ ist das kalter kaffee, fuer den durchschnitts-malocher mit kleinem gehalt und den ueblichen unentrinnbaren finanziellen verpflichtungen blanker zynismus. fuer die dumpfen mittlaeufer unseres ’gesellschaftssystems’ ein willkommenes weiteres unreflektiertes klischee. oder sprechen sie insgeheim mit sich selbst? scheinbar reines brotverdien-geschreibsel. war das jetzt auch zynisch?

Ein aufmerksamer Leser hat bereits bemerkt, dass die Eisenbahnblase nicht im 18., sondern im 19. Jahrhundert war. Die Tulpenblase war nicht im 15., sondern im 17. Jahrhundert. Es ist typisch, dass Journalisten die Fakten nicht so genau nehmen. Schade, dass noch nicht mal bei der FAZ auf so sowas geachtet wird, und Journalisten auch hier einfach dummschwätzen können.

Das ist m.E. die Summe dieses Beitrags. Er will denen ein bisschen Hoffnung machen, die gerade in diesem Augenblick von Arbeitslosigkeit bedroht sind oder bereits arbeitslos geworden sind. Lass die alte Arbeit los und orientiere Dich um. Schau Dich um. Mach mal was total anderes für eine Weile. Nicht für immer, sondern für die begrenzte Zeit nach der Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses. Während Du das tust, kommen neue Gedanken, so ne Art neue Wegweisung. Der Reiche mag auf Reisen geh'n, der Arme mag stundenlang in den Wäldern wandern. Du glaubst ja gar nicht, wie interessant und spannend eine scheinbar begebenheitslose Wanderung sein kann, wenn man nur mal die Augen ein wenig aufmacht, vielleicht noch einen Photoapparat mitnimmt. Zwischendurch mal auf einer Bank ausharren und eine Stunde lang die Aussicht genießen. Herrlich! Und während man dies tut, kommen neue Ideen, kommt innere Kräftigung für neue Aufgaben. Übrigens: auf Wanderungen kann man wunderbar auch wieder mal (der Deutsche liebt es heimlich und still) zu Gott beten. Für viele sicher eine ganz neue Erfahrung.

Es ist sicherlich gut sich mit den positiven Seiten einer Krise zu befassen. Insgesamt spiegelt der Artikel wohl einen großen Teil der Oberflächlichkeit unserer Zeit wider. Das gilt allerdings auch für den Artikel selbst. Auf den Internetseiten beschreibt sich das Zukunftsinstitut wie folgt: 'Das Zukunftsinstitut ist ein Think Tank mit internationalem Fokus'. Die beiden Irrtümer bezüglich der Eisenbahnen im 18. (sic!) Jahrhundert und die Tulpenkrise im 15.(sic!) Jahrhundert sind für einen ThinkTank, der vielleicht denken aber nicht sich informieren kann, eine schlechte Referenz. Vielleicht muss man ja keine faktische Genauigkeit einhalten, wenn nur die Visionen spektakulär genung sind. Ich halte das aber für eine Ursache der Krise, dass nicht mehr genau genug, nicht kritisch genug geprüft worden ist. Das gilt für Immobilienkredite, genau so wie für das Überprüfen historischer Daten.

Wie einer der anderen Kommentatoren schon erwähnte, kann man leicht milde lächeln, wenn man seinen Job verliert, wenn man in den Jahren zuvor so kräftig abgesahnt hat wie viele aus der Investmentbranche. Durch allerlei Zahlenzaubertricks und Hin und Herschieberei und Umbenennung und Neuerfindungen haben sie die Zahlen auf den Konten in immer neue Höhen geschraubt, um sich dadurch die Legitimation zu verschaffen, viel Geld in ihre Taschen zu stecken. Jetzt wo der ganze Bluff in sich zusammenfällt, lächeln sie entspannt. Ihre vollen Taschen haben sie längt bei sich zu Hause ausgeleert. Weniger entspannt werden die lächeln, die bei Opel ihren Job verlieren oder die ihr Harz gehalt wieder etwas gekürzt bekommen. Aber ganz egal, ob viel Geld oder wenig, es spielt überhaupt keine Rolle. Geld macht nicht glücklich. Im Gegenteil, die Reichen fahren zur Hölle.

Leser Calpo-Salmrohr hat natürlich recht, aber so ist nun einmal die Welt im allgemeinen, und ihn ihr Herr Horx im besonderen. Das wird sich auch in Zukunft kaum ändern, es ist gleichsam Institut, aber gerade deshalb auch ganz gleichgültig, weil ja die uns allein betreffende Gegenwart ein Institut weder braucht noch auch nur duldet. Bleibt allein die Frage der redaktionellen Themen- und Autorenakquise.

Das ist also die Erkenntnis derer, die ihre Pfründe gesichert haben und so tun, als gehörten sie jetzt im Angesicht der globalen Krise in irgendeiner Weise zur betroffenen "Menschheit". Das hier beschreibt das widerwärtige Gebaren einer Parallelgesellschaft par excellence - Investmentbanker - die also plötzlich "schon früher raus aus der Tretmühle" wollten. Dass sie getreten haben und der Rest der Menschheit gemahlen wurde, na, drauf geschissen. Den Herren geht's ja gut: "Er wirkt heiter, wie befreit: ,Wir wussten ja alle schon lang, dass das nicht gutgeht', sagt er beim zweiten Nachtischgang, molekulares Nougatparfait mit echten Goldsplittern." Im Ernstfall nimmt man sich ein wenig Goldsplitternougat mit nach Hause, um bis zur nächsten Business-Tagung über die Runden zu kommen. Ein schöner Abgrund, an dem da Heiterkeit, Entspannung, Süffisanz und Arroganz blühen. Dieser Beitrag bewegt sich vor allem dank seines Einstiegs irgendwo zwischen Häme und Verarschung. Die, die das Fundament einer guten Marktwirtschaft zu ihren Gunsten demoliert haben, blicken nun spirituellen Gemüts in die Zukunft, die aus den Trümmern entstehen kann. Da bedanken sich herzlich die, die von den Trümmern begraben werden.

auch für EIN-EURO-JOBBER ? Seltsam entspannt und lächelnd ihren zusammengebrochenen Arbeitskreisel zu verlassen - wer könnte das besser als die Investment-Banker ?! Schließlich haben diese sich das vergangene Jahrzehnt über(wahrscheinlich sogar die vergangenen 2 Jahrzehnte über-seit sich die Globalisierung durch das Ende des kommunistischen Blocks von 0 auf 100 beschleunigte-) über ihre Boni einen starken finanziellen Rückhalt schaffen können.Und wenn sie diese Boni nicht wie Könige und Kaiser verprasst,sondern gut und klug angelegt hatten,den leb(t)en sie glücklich bis an das Ende ihrer Tage ! Und können Pilates-Instrukteur ,Gedichte-Schreiber oder ein gutes Väterchen zuhause sein! Die wahren Opfer der Krise aber,die jetzt nach und nach in Erscheinung treten - die haben nun allerdings keine Bonus-Zahlungen in Hülle und Fülle zurücklegen können-die knausern und knappsen fast schon seit 1 1/2 Jahrzehnten und deren Zukunft hält mehr Bro'samen als Goldtaler für sie bereit ! Seltsam heiter und etwas lächerlich ist der Beitrag - von einem "Zukunftsforscher" eben,der wohl nicht in der Gegenwart des alltäglichen Lebens(kampfes) sein Zuhause fristen muß !

Sehr geehrter Herr Horx, ein bemerkenswerter Artikel in einer Zeit in der sich Politiker bemühen, die Folgen der Crisis abzumildern. Man könnte zu dem Schluß kommen, daß unsere Politiker einmal wieder nichts verstanden haben, weil eine solche "Verschleppung"/"Verhinderung" der Krankheitssymptome nur eine Verlängerung der ursprünglichen "Krankheit"(Gier nach immer mehr) bewirken. Man kann den Verantwortlichen in unserer Staatsführung nur raten, die Verluste nicht zu sozialisieren, da damit keinerlei Lerneffekte bei den Spekulanten zu erzielen sind. Ungelöst ist allerdings das Spannungsfeld, was mit den vielen tausend Mitarbeitern dieser betoffenen Firmen (z.B. Merck/Ratiopharm) passieren soll. In einer gesunden "Sozialen Marktwirtschaft" sollte es für sie ein Leichtes sein,neue Firmen für ihre Arbeit zu finden, da sich die Geschäftsfelder ja nicht in Luft auflösen. Die Nachfolgefirmen der "Zockerfirmen" bekommen dadurch erst eine Chance sich am Markt zu bewähren und ihre ethische/moralische Überlegenheit vielleicht auszuspielen. Durch die unselige Subventioniererei werden nun wiederum nur die schwachen/falschen/unethischen Firmenmodelle unterstützt und künstlich am Leben erhalten. So wird die Crisis ad Absurdum geführt.

Eine schöne Beschreibung einer anderen Wirklichkeit wird hier angeschnitten. Ein bisschen realitätsnäher wäre noch schöner. Zuersteinmal brachten diese aufgezeigten Krisen jedesmal Massenarbeitslosigkeit, Not und Tränen und zweimal endeten sie in einem weltweiten Blutbad. Krisen waren immer Anlaß für eine grundlegende Veränderung in gesellschaftlicher, politischer Hinsicht. Dies könnte aus dem Artikel aufscheinen. Manchmal endeten die Krisen auch in einem schwarzen Loch. Die letzte große wirtschaftliche, gesellschaftliche Krise endete in Europa in faschistischen Diktaturen in Portugal,Spanien, Deutschland, Polen,Ungarn und mußten mit viel Blut und Tränen wieder beseitigt werden. Können wir diesmal hoffnungsvoller sein ?

Im 18. Jahrhundert war die Eisenbahn noch gar nicht erfunden, das war im 19. Jahrhundert. Es ruft auch nicht "die Autoindustrie" nach Subventionen, sondern ein einziger Hersteller, der schon lange kein Geld mehr verdient hat und schon vor der Krise scheintot war. Die letzten 20 Jahre waren auch kein durchgehender Boom, sondern es gab mehrere Einbrüche und Flauten. Die Aussage des Artikels mag interessant sein, doch durch merkwürdige Behauptungen wird es nicht glaubhafter.

vor der hier berichtet wird, und sowas soll es geben ??

"In allen Talkshows, in Myriaden von Leserbriefen erhebt sich der Sound der moralinen Häme, der ideologisierten Selbstgerechtigkeit ...?" Wirklich? Ist nicht es nicht andersherumg: Jahr(zehnte)lang wurde jeder, der darauf hinwies, in Wirtschaft und Gesellschaft laufe zuviel aus dem Ruder, in die Neidhammelecke gestellt und weidlich diffamiert. Nun, da sich die Warnungen als berechtigt erweisen, wirft man denselben Leuten "idelogisierte Selbstgerechtigkeit" vor. Die eigentliche Problemclientel sind doch jene, die solche Kampagnen in die Welt setzen, aber selbst immer oben mitschwimmen (wollen) wie das Fettauge auf der Suppe. Dabei sind auch jetzt wieder die Zeichen an der Wand unübersehbar: Die Solanindustrie kündigt für nächstes Jahr Wachstumsraten von bis zu 300 Prozent an, die Autoindustrie bettelt um Staatshilfe - und die FAZ tat und tut alles den Versuch zu verhindern, in Hessen über die Energiewende der Volkswirtschaft neue Wege zu eröffnen. Alles so ganz und gar pragmatisch, unideologisch und aus Sorge um das Gemeinwesen? Oder doch geprägt von der "Ideologie der Fettaugen", die auf ihrer alten Suppe weiterschwimmen wollen: Koch, der pragmatische Verstandespolitiker - Ypsilanti die ideologisierte Hexe?