„Elite” ist ein dehnbarer Begriff - und beschränkt sich ganz offensichtlich nicht nur auf die Chefetagen: Gebäudereiniger in Frankfurt

Deutsche Elite

Von wegen Vorbild

Deutschlands „Elite“ müsse künftig ihrer Verantwortung besser gerecht werden, heißt es jetzt allenthalben. Aber was ist damit gemeint? Und wer oder was ist denn überhaupt die Elite der Gegenwart? Von Alexander Marguier

Lesermeinungen zum Beitrag

28. Februar 2008 10:32

Elite ist kein moralischer Bergiff

Harry Hain (zx10)

Schade, da ich in meiner naiven Einfältigkeit - vornehmlich - die christliche Moral in den Begriff mit einbezogen habe. Einfach so. Weil mir die Rechtfertigung bzw. Richtigkeit meines Denkens und Handels nicht nur einem irdischen "Richter" gefallen soll, sondern es mir wichtig ist, daß ich mich meinem "Schöpfer" seiner Liebe würdig erweise. Der Weg dahin ist nicht gerade, aber er lohnt sich.

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28. Februar 2008 09:33

Jogi Löw, Dieter Bohlen, Nobelkomitee

Günter Blümel (guenterbluemel)

Auslese heißt Elite, aber wer liest woraus. Wenn ich z.B. Bundestrainer wäre, aber das ist ja der Jogi Löw. Wenn Dieter Bohlen auswählt, dann bin ich als Spätlese zum Glück gar nicht im Pool. Wenn das Nobelkomitee auswählt, dann habe ich ein Problem mit den Kriterien, außerdem schlägt mich ja keiner vor. Und wenn man sich gegenseitig aussucht, z.B. zum Heiraten, dann wird es erst richtig kompliziert. Unterhaltsam scheint es aber irgendwie doch zu sein, sich mit Elite zu beschäftigen.

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28. Februar 2008 07:38

Ohne Definition ...

Roland Frutig (Frutig)

Das Wort "Elite" steht allgemein für "überdurchschnittlich qualifiziert". Ohne eine zusätzliche Definition, auf was sich diese Qualifizierung bezieht, ist "alles nichts".
Herr Zumwinkel war vermeidlich "überdurchschnittlich qualifiziert" bzgl. des Themas Steuerhinterziehung ... also sehr elitär in dieser "Fachrichtung". Heute weiß man, dass auch das Grenzen hat. Was ich sagen möchte - "pauschale Begriffe und Aussagen ... als auch Wertebegriffe ohne Wert und Beweis, langweilen mich bestenfalls nur."

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27. Februar 2008 21:37

Entscheidend ist, was hinten raus kommt

Fredericus Secondo (FredericusSecondo)

So gesehen, d.h. wenn man die inzwischen bestehende gesellschaftlliche Verrottung, die sich u.a. in der rasant steigenden Zahl von Kindertötungen durch irrsinnig gewordene Mitmenschen dokumentiert, betrachtet, kann man nur zu einem Resultat gelangen.

Diese sogen. Elite ist nicht nur keine Elite. Es handelt sich vielmehr um eine Bande. Es ist eine zusammengewürfelte Gruppe von Personen, die mit dem Wort Ursupatoren beschreibbar ist.

Die Folgen dieses inzwischen totalitären Herrschaftssystems, das seine Gewalttätigkeit bisher nur auf Kapitalverfügungsmacht gründet, sind z.Zt. nur eine in Richtung 50% abstürzende Wahlbeteiligung und der Aufstieg der Linkspartei.

Die Fortentwicklung dieses Finanztotalitarismus bedingt unausweichlich die Antwort auf die der Mehrheitsgesellschaft gestellte Existenzfrage. Sie lautet: Töten oder getötet werden.

Das mag radikal klingen. Aber lesen Sie doch einfach mal bei Erich Kästner nach.
Unter dem Titel "Ansprache an Millionäre" finden Sie die lustige Variante dieser Existenzfrage.

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27. Februar 2008 20:53

@Herr Haerter

Markus Leibold (MSL)

""Eliten zeichnen sich nur durch zwei Dinge aus, nämlich durch Macht und durch Geld. Moralische Ansprüche sind folglich fehl am Platz". Nach dieser Definition des Eliten-Forschers Michael Hartmann wäre die Elite in Italien beispielsweise ganz klar zu benennen: Die Mafia."

Natürlich, und das ist genau seine Aussage. Wenn schon in einer Zeitung der Zusatz "und Sozialist" steht, ist seine Aussage doch schon im Vornherein klar. Von Schießbefehlen auf Frauen und Kinder an bestimmten Mauern wird er aber wohl nicht reden, genausowenig wie von Eliten in UDSSR, Nordkorea und Kuba...

Mal im Ernst: Natürlich sind auch Leistungsträger nur Menschen. Sie sind nicht Engel oder Teufel, sondern je nach Charakter irgendwo dazwischen anzutreffen. Aber das ist kein Grund für Polarisation und Neidgesellschaft, bloß weil mal jemand von ihnen Scheiße baut. Man verabscheut ja auch nicht Piloten, weil manche an Katastrophen Schuld waren, oder Ärzte, weil manche am Tod von Patienten Schuld waren.

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27. Februar 2008 20:50

Hätte er mal Frau Schmoll gefragt

Dietmar Fleischhauer (dfleischhauer)

Vielleicht würde es die vom Autor beklagte Diffusität des Elitebegriffs etwas verringern helfen, wenn er sich als nächstes die aktuelle Streitschrift "Lob der Elite" seiner Hauskollegin Heike Schmoll vornehmen würde. Von der als ausgewiesener Spezialistin ist allemal zu erwarten, daß sie weniger im beklagten Begriffsnebel stochert als der Nesthaken eines sozialdemokratischen Lehrerhaushalts, der glaubt, sein Trauma aus dem Assessmentcenter in einem großen Aufklärungswerk verarbeiten zu müssen (und dazu noch PR-Veranstaltungen im einschlägigen Stallmief abhält). Ein gewisser Abteilungstunnelblick ist hier ja leider häufiger zu verzeichnen. Ich würde vorschlagen, die Kollegen öfter mal quer durch die Ressorts zum Trinken zu schicken.

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27. Februar 2008 20:28

Eliten vs. Arbeiter

Gerhard Finsterbusch (bahlsen)

Es ist vielleicht immer schon schwer gewesen Eliten zu bezeichnen. Aber fast noch schwieriger ist es, sie zu bändigen...
Das Problem sind bestimmt nicht die elitären Eigenschaften an sich, eher die damit (meist) einhergehende Tendenz sich aufgrund ihrer Überlegenheit in einzelnen Bereichen der Kontrolle zu entziehen.
Denn welches Maß und von wem wird dafür akzeptiert? Eliten wollen ihre physische wie psychische Ausstattung kreativ nutzen und sich nicht von starren Regelwerken behindern lassen. Bestenfalls akzeptiert eine elitäre Gruppe ihren eigenen Ehrenkodex.

Aber wird es heute nicht genauso schwierig, die Klasse der Arbeiter zu definieren? Wer fühlt sich davon noch angesprochen? Nicht nur die SPD hat anscheinend Schwierigkeiten jemanden zu finden, der sich damit angesprochen fühlt...

Und was ist mit den karrieregeilen Wasserträgern, ohne die keine Elite auskommt?! Manager welche die jeweils eine Ebene über ihnen gefassten Entscheidungen in die Tat umsetzen? Diese Wasserträger verzichten der Karriere zuliebe freiwillig auf Regulierung. Sie wünschen ja selbst einmal in den Genuß dieser Vorteile zu kommen. Und ich glaube von diesem Typ gibt es auf jeden Fall viel zu viel!!!

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27. Februar 2008 18:22

'Eliten' und 'Helden' scheinen irgendwie aus der Mode gekommen zu sein, aber ...

Klaus P. Lücke (microplan2002)

... das hat auch seine Gründe. Denn beiden Gruppen - die im Idealfall auch eine Schnittmenge bilden - ist gemeinsam, dass sie ihre besonderen persönlichen Fähigkeiten - Mut, Kämpfertum, Intelligenz, Innovationskraft - uneigennützig und unauffällig in den Dienst der Gemeischaft stellen und sogar persönliches Risko auf sich nehmen. Wer aber heute und hierzulande uneigennützig seine Fähigkeiten für sein Volk (oder neudeutsch: die Gesellschaft) einsetzt und dafür auch noch persönliche Risiken eingeht, muss damit rechnen, nicht nur als Trottel verlacht, sondern auch noch ausgebeutet zu werden. Und wenn der 'Held' dabei dann auch noch auf pekuniäre Belohnung verzichtet oder bei seinem Einsatz gar körperlichen und/oder Vermögens-Schaden erleiden sollte, wird es heißen: 'na, wenn jemand so blöd ist, selber schuld' ! Da darf man sich nicht wundern, wenn die wirklichen Eliten praktisch ausgestorben sind. In dieser Ellenbogen-Gesellschaft fehlt einfach der Nährboden, auf dem wrkliche Eliten gedeihen können. Stattdessen werden - wie das besprochene Buch schon sagt - Pseudo-Eliten wie die 'McKinseys' (und ihre Kollegen in den Vorständen der Wirtschaft) gezüchtet. Geld, nicht die Eliten, regiert die Welt!

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27. Februar 2008 17:00

Die Mafia

Eckart Haerter (E.Haerter)

"Eliten zeichnen sich nur durch zwei Dinge aus, nämlich durch Macht und durch Geld. Moralische Ansprüche sind folglich fehl am Platz". Nach dieser Definition des Eliten-Forschers Michael Hartmann wäre die Elite in Italien beispielsweise ganz klar zu benennen: Die Mafia.

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27. Februar 2008 16:29

Bei den Eliten liegt der Schlüssel zum Überleben

gisbert heimes (gisbert4)

Eliten-Forscher Michael Hartmann hat recht: daß nämlich Eliten im wesentlichen sich durch Geld und durch Macht auszeichnen (in der Reihenfolge) und daß moralische Ansprüche an sie in aller Regel fehl am Platz sind.

Daneben gab und gibt es aber auch immer noch die sogenannten Geisteseliten, die nur ganz selten mit den Geld- und Machteliten identisch sind. Sie waren und sind das Ferment des zivilisatorischen Fortschritts, auch wenn sie sich nicht selten geirrt und korrumpiert haben. Wenn es ihnen eines Tages gelingt, bei den beiden anderen Eliten auch noch moralische Ansprüche durchzusetzen, haben wir gewonnen.

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