Schienenverkehr

ICE-Strecke bei Fulda nach Pfingsten wieder eingleisig befahrbar

06. Mai 2008 Nach dem schweren ICE-Unglück bei Fulda soll die Strecke durch den Landrückentunnel am Dienstag kommender Woche wieder freigegeben werden. Allerdings könne sie vorerst nur eingleisig und mit verminderter Geschwindigkeit befahren werden, teilte die Bahn mit. Dadurch dauere die Fahrt auf der Schnellfahrstrecke Fulda-Würzburg fünf bis sieben Minuten länger als bei regulärer Nutzung des Tunnels. Voraussichtlich von Mitte Juni an stehe der elf Kilometer lange Tunnel dann wieder komplett für den Zugverkehr zur Verfügung, hieß es. Am Montag hatte es noch geheißen, wann der Schienen-Abschnitt wieder freigegeben werde, stehe voraussichtlich in einigen Tagen fest, sagte ein Bahn-Sprecher.

Die Reparaturarbeiten gestalten sich nach Bahn-Angaben „äußerst aufwendig“. Schienen, Schwellen und Schotter müssten auf einer Länge von 1,6 Kilometern in der einen und 300 Meter in der anderen Richtung komplett entfernt und neu verlegt werden. Auch die Kabel- und Entwässerungsschächte seien stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Um diese wieder herzurichten, müssten allein 3000 neue Betondeckel verlegt werden. Nach Bahn-Angaben entstand bei dem Unfall ein Schaden in Millionenhöhe.

Ermittlungen „eher Monate als Wochen“

Am vorvergangenen Wochenende war ein ICE mit Tempo 220 im Landrückentunnel bei Fulda in eine Schafherde gefahren. 19 Menschen wurden verletzt und mehr als 20 Tiere getötet.

Die Staatsanwaltschaft Fulda geht von langwierigen Ermittlungen aus. Diese würden „eher Monate als Wochen“ dauern, sagte ein Sprecher. Als Beschuldigter gilt in dem Verfahren nach wie vor der Schäfer, dessen Tiere vor dem Tunneleingang standen. Gegen ihn wird wegen des Verdachts des fahrlässigen Eingriffs in den Bahnverkehr ermittelt. Auch das Eisenbahnbundesamt, das unabhängig von Staatsanwaltschaft und Bundespolizei ermittelt, wird nach Angaben einer Sprecherin möglicherweise Monate benötigen, um seine Untersuchung abzuschließen.



Text: FAZ.NET mit lhe/dpa
Bildmaterial: ddp

 

Designer ABC

FAZ.NET Suchhilfe
F.A.Z.-Archiv Profisuche