
Nicht alles Gold, was glänzt: Ein italienischer Bischof verweigert einem querschittsgelähmten Mann die kirchliche Trauung.
09. Juni 2008 Ein italienischer Bischof hat einem querschnittsgelähmten und impotenten Mann eine kirchliche Trauung verweigert. Keiner kann eine Trauung vollziehen, kein Bischof oder Priester, wenn er weiß, dass eine Impotenz vorliegt, weil dies ein Grund für die Annullierung der Ehe sein kann, sagte Salvatore de Ciuco vom Bistum Viterbo nördlich von Rom einem italienischen Fernsehsender.
Zuvor hatte Bischof Lorenzo Chiarinelli erklärt, er könne nicht anders, als dem jungen Mann die kirchliche Trauung zu verweigern. Der seit einem Autounfall vor zwei Monaten querschnittsgelähmte Italiener hatte in Viterbo standesamtlich geheiratet. Er verstehe den Wirbel um die Entscheidung des Bischofs nicht, sagte Chiarinellis Sprecher dem Fernsehsender, zumal der Bräutigam vor der Heirat erklärt habe, nicht an Gott zu glauben und nur der Braut zuliebe einer kirchlichen Trauung zugestimmt zu haben. Die katholische Kirche sieht die Ehe als eine Lebensgemeinschaft mit dem Ziel der Fortpflanzung an.
Text: FAZ.NET
Bildmaterial: dpa