Der Fall Wenden

Mutter soll Babys erstickt haben

08. Mai 2008 Die drei in einer Tiefkühltruhe in Wenden gefundenen Babys sollen einem Zeitungsbericht zufolge erstickt worden sein. Die 44-jährige Mutter habe die Mädchen direkt nach dem ersten Schrei umgebracht, schreibt die „Bild“-Zeitung unter Berufung auf einen Ermittler. Staatsanwaltschaft und Polizei haben die Todesursachen bisher nicht veröffentlicht und wollten den Bericht am Donnerstag nicht kommentieren.

Demnach soll eines der Kinder mit einem Handtuch oder Kissen erstickt und die beiden anderen Mädchen sollen erdrosselt oder erwürgt worden sein. Hier seien bei der Obduktion der Leichen deutliche Einblutungen am Hals erkannt worden, hieß es.

Polizei: „Informationen nicht von uns“

„Von uns kommen diese Informationen nicht“, sagte der Sprecher der Polizei in Olpe, Matthias Giese. Oberstaatsanwalt Johannes Daheim erklärte, sich aus ermittlungstaktischen Gründen nicht weiter zu der möglichen Todesursache der Neugeborenen äußern zu wollen.

Am Mittwoch hatten die Ermittler erklärt, die ersten Obduktionsergebnisse hätten den Verdacht auf ein Verbrechen der Mutter erhärtet. Den rechtsmedizinischen Untersuchungen zufolge weisen zumindest zwei Kinder Zeichen von Fremdeinwirkungen, zum Teil auch massive Verletzungen, auf, die zum Tode geführt haben könnten.

Die 44-jährige Mutter Monika H. hatte sich am Sonntagabend der Polizei gestellt, nachdem ihr 18-jähriger Sohn die Baby-Leichen am Vortag durch Zufall in der Tiefkühltruhe des Elternhauses gefunden hatte. Gegen die Mutter von drei erwachsenen Kindern erging Haftbefehl wegen Totschlags. Sie steht unter Schock und wird psychiatrisch behandelt. Bislang ist sie nicht vernehmungsfähig.



Text: AP
Bildmaterial: dpa

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