05. Mai 2008 Zehn Tage nach dem schweren ICE-Unglück bei Fulda bleibt die Strecke durch den Landrückentunnel gesperrt. Wann der Schienen-Abschnitt wieder freigegeben werde, stehe voraussichtlich in einigen Tagen fest, sagte ein Bahn-Sprecher. Wegen einer Umleitung dauert die Fahrt auf der Strecke von Hamburg nach München derzeit in beide Richtungen rund 30 Minuten länger.
Arbeiter hatten am Wochenende mit der Reparatur der Schienen und der Signaltechnik in dem Tunnel begonnen. Am Freitag waren die letzten drei der entgleisten Waggons mit Spezialkränen und Dieselloks aus der elf Kilometer langen Gleisröhre gezogen worden.
Ermittlungen eher Monate als Wochen
Die Staatsanwaltschaft Fulda geht von langwierigen Ermittlungen aus. Diese würden eher Monate als Wochen dauern, sagte ein Sprecher. Als Beschuldigter gilt in dem Verfahren nach wie vor der Schäfer, dessen Tiere vor dem Tunneleingang standen. Gegen ihn wird wegen des Verdachts des fahrlässigen Eingriffs in den Bahnverkehr ermittelt. Auch das Eisenbahnbundesamt, das unabhängig von Staatsanwaltschaft und Bundespolizei ermittelt, wird nach Angaben einer Sprecherin möglicherweise Monate benötigen, um seine Untersuchung abzuschließen.
Der ICE war mit Tempo 220 vor dem längsten Eisenbahntunnel Deutschlands in eine Schafherde gerast und in der Folge entgleist. Dabei wurden 19 Menschen verletzt und mehr als 20 Tiere getötet.
Text: FAZ.NET mit lhe
Bildmaterial: dpa