Inzest-Fall

Josef Fritzl bleibt in Untersuchungshaft

09. Mai 2008 Der Inzest-Täter Josef Fritzl bleibt vorerst in Untersuchungshaft. Der nächste Haftprüfungstermin sei vermutlich in einem Monat, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft St. Pölten, Gerald Sedlacek, am Freitag. Der 73-jährige Fritzl, der 24 Jahre lang seine Tochter eingesperrt und misshandelt haben soll, war am Freitag erstmals dem Haftrichter vorgeführt worden. Der Beschuldigte habe sich jedoch nicht geäußert und das Reden seinem Anwalt überlassen. Die Haftprüfungsverhandlung habe „keine 15 Minuten gedauert“, sagte der Leiter der Staatsanwaltschaft, Peter Ficenc. Die Verteidigung habe die Entscheidung akzeptiert und keine Beschwerde eingelegt.

Nach wie vor dringender Tatverdacht

Zuvor hatte der Mann aus dem niederösterreichischen Amstetten jedoch bei der Polizeivernehmung gestanden, seine Tochter in einem Kellerverlies gefangen gehalten, mehrfach vergewaltigt und sechs Mal geschwängert zu haben. Der Staatsanwalt sah in der Verlängerung der Untersuchungshaft „keine Überraschung“. Ein dringender Tatverdacht sei nach wie vor gegeben.

Da sich die Ermittlungen voraussichtlich noch über Monate hinziehen, sei eine Hauptverhandlung nicht vor Herbst zu erwarten. Wegen welcher Straftaten sich Fritzl genau vor Gericht zu verantworten hat, steht nach Angaben der Staatsanwaltschaft erst nach Abschluss der Ermittlungen fest. Bisher werden die Anklagepunkte Freiheitsentzug, Blutschande, Vergewaltigung mit Schwangerschaftsfolge und möglicherweise auch Mord durch Unterlassung vermutet. Eines der Kinder seiner Tochter, ein Zwilling, war kurz nach der Geburt im Keller gestorben und vermutlich von Fritzl im Ofen verbrannt worden.



Text: FAZ.NET
Bildmaterial: dpa

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