Vor der Enthauptung: Die Wachsfigur von Adolf Hitler wird der Presse vorgeführt

Madame Tussauds in Berlin

Besucher reißt Hitler-Kopf in Wachsmuseum ab

Er war der zweite Besucher, der am Samstag das neu eröffnete Wachsfigurenmuseum von Madame Tussauds in Berlin betrat. „Ein unscheinbarer Typ“, beschreibt ein Augenzeuge. Der Täter sei „ganz ruhig an Hitler rangegangen“, habe der Figur den Kopf abgerissen und „Nie wieder Krieg“ gerufen.

Lesermeinungen zum Beitrag

07. Juli 2008 09:03

"Attentat"

Gerd Lehmann (Gerd_L)

Wenn man die div. Berichte in den Medien, besonders in Berlin, verfolgt hat, könnte man glauben eine neue Machtergreifung und das 4. Reich standen kurz bevor.

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07. Juli 2008 07:44

Geschichtsverzerrung

St. Koch (Pensacola)

Da steht: "Der Täter sei „ganz ruhig an Hitler rangegangen“, habe der Figur den Kopf abgerissen und „Nie wieder Krieg“ gerufen.". ???.....Aha.....Das ist in etwa so als wenn irgendwer in London dem Harris-Denkmal ein Kilo China-Böller ins Nasenloch steckt und ihn mit den Worten"Nie wieder Bomben.", anzündet. Eine Ausstellung zur deutschen Geschichte - ohne Hitler - das hätten einige offensichtlich zu gern. Okay - wenn Engländer sowas machen, zeugt das nur ein Stück weit von ihrem teils abenteuerlichen Verständnis vom zweiten Weltkrieg. Wenn Deutsche eine Ausstellung zur deutschen Geschichte ohne Hitler machen bzw. dulden legt man das im Ausland schnell als Unbelehrbarkeit aus. Hitler nicht auszustellen bedeutet ihn zu leugnen bzw.nicht zur deutschen Geschichte stehen zu wollen. Hitler gehört sehrwohl in eine Ausstellung zur deutschen Geschichte, als historische Mahnung gegen Krieg und Rassenwahn - und nur so gehört er auch ins heutige Deutschland.

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06. Juli 2008 21:18

Vandalismus und nichts anderes...

Werner Kühn (IusGentium)

oder höchstens Mittel zum Zweck für jemanden, der in die Schlagzeilen will, ist es gewesen. Dass man dieser sinnlosen Tat so viel Aufmerksamkeit schenkt, ist beunruhigend. Im Übrigen ist Hitler, will man es oder nicht, eine Persönlichkeit der Zeitgeschichte, genau wie Stalin, Idi Amin, Mao Tse Tung oder Pol Pot. Es bringt nichts, dass man Themen tabuisiert. Vielmehr sollte man sich mit schwierigen und unangenehmen Themen auseinandersetzen, um zu vermeiden, dass sich die Geschichte hier oder anderswo wiederholt.

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06. Juli 2008 18:01

Vermutlich ein Mitarbeiter

Karl-Heinz Andresen (khaproperty)

von Tussauds Public Relations Abteilung, der im Auftrage seines Arbeitgebers für (fast) kostenlose weltweite Publicity gesorgt hat. Congratulations, gute Arbeit.

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06. Juli 2008 16:59

Geschichte wird nicht dadurch besser dass man sie verdrängt,

winfried krause (wikrazi)

man muss sich mit ihr auseinandersetzen. Gegen einen gescheiterten Hitler im Führerpunker ist nichts, aber auch gar nichts, einzuwenden. Diese Darstellung könnte dazu dienen, dass sich auch junge Menschen mit der deutschen Vergangenheit auseinander setzen. Man kann über ein solches Kabinett wie über jede Kunstausstellung denken wie man will, aber man darf sie nicht demolieren. Die Aussteller und auch der Künstler werden sich genug Gedanken gemacht haben, was sie damit ausdrücken wollen, und es wird auch viel Mühe gekostet haben, dieses wirkungsvoll darzustellen. Das verdient Respekt. Wer das Anliegen einer solchen Darstellung nicht begreift, der kann sie kritisieren und Vorschläge zur Veränderung beibringen. Aber es gibt keinen Grund künstlerische Darstellungen zu zerstören. Mit dem gleichen Recht könnte man Cäsar und Napoleon köpfen und mit dem Ruf „Nie wieder Hexenverbrennungen!“ Kirchenmalereien zerstören. Ob sich G W Bush von seinem nächsten Eroberungskrieg abhalten lässt, wenn einer Puppe in Berlin der Kopf fehlt, ist auch sehr zweifelhaft.

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05. Juli 2008 22:40

Entartete Kunst?

Philipp Giordano (schrunz)

Man sollte die kaputte Figur wieder dort ausstellen. Dadurch wird sie doch erst interessant. Eine Art Aktionskunstwerk, wo jeder mal hinlangen darf ... =) Oder ist das dann etwa "entartete Kunst"? Durch aufwendiges und kostspieliges Restaurieren würde einerseits der "Attentäter" in den Ruin getrieben (angeblich kostet die Figur 200.000 Euro) andererseits ist ein Hochglanz-Hitler einfach langweilig/kitschig/unangemessen und ist so schon in anderen Museen zu sehen.

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05. Juli 2008 21:03

Ob es uns nun passt oder nicht,

Michael Arndt (Mikel1962)

Adolf Hitler ist eine Figur der Zeitgeschichte. Und wie wir alle wissen, hat es ja nach 1945 auch keinen Krieg mehr gegeben...

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05. Juli 2008 20:17

irre und hysterisch

Heinrich Koch (heinrichkoch)

Der Angriff auf Hitlers Puppe trägt pathologische Züge. Und dass es dieser Unsinn es in die Schlagzeilen bringt, zeigt, was für ein hysterisch-verkrampftes Verhältnis die Deutschen zu ihrer Geschichte haben. Fehlt bloss noch, dass es die braven deutschen Ersatzattentäter als Art "demokratische Bewährungsprobe" betrachten, Hitlers Puppe den Kopf abzureissen.

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05. Juli 2008 19:21

@Herrn Kulessa und die anderen Kommentatoren

Axel Fischer (AxelFischerBW)

Die Ausstellung widmet sich nunmal der deutschen Geschichte. Der Nationalsozialismus und Hitler sind zweifelsfrei ein Teil von ihr. Herr Papadoloulos, weshalb zynisch gegenüber den Opfern des Naziregimes? Ich erkenne in der Ausstellung des Wachshitlers keine Verherrlichung von Adolf Hitler. Durch die staatlich praktizierte und gesellschaftlich gewünschte Zensur wird ein Auseinandersetzen mit der Vergangenheit erschwert.

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05. Juli 2008 18:48

an die Herrn Kulessa, Neubert, Franco...

Marc Neef (marcneef)

Sie haben anscheinend immer noch nicht verstanden, dass das Leugnen/Verdrängen der Geschichte der beste Weg ist, sie zu wiederholen. Und indem man Hitlerdarstellungen entfernt/zerstört wird garantiert KEIN EINZIGES seiner Opfer wieder lebendig.

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05. Juli 2008 15:44

Kunstfreiheit?

Rick Fischer (Its_Worth_A_Try)

Es ist jedes Menschen gutes Recht Personen der Zeitgeschichte, zumal bereits gestorbene, wie auch immer abzubilden...Ausgenommen der Tatbestand der Verherrlichung von Greueltaten, der hier wohl kaum vorliegt. Ich kann die Leute nicht verstehen, die sich zu solchem radikal-irrationalen Verhalten hinreißen lassen...so wenig wie jene, die dieses Handeln hier öffentlich gutheißen. ihnen zu unterstellen sie seien Geistesgestört scheint mir zu einfach. (Das ich es nicht verstehe heißt im übrigen keinesfalls, dass ich es ihnen verboten wissen möchte, das nur angemerkt.) Es sind genau solche Neigungen, anderen vorschreiben zu wollen, was gut oder richtig ist, die es Totalitären Systemen jeder Couleur erleichtern sich zu etablieren. Grüße,...

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05. Juli 2008 15:37

Mann gg Hitler

Gerd Lehmann (Gerd_L)

Konsequenterweise müßte er dann auch die Buch/Zeitungs/Zeitschriftenverlage, Fernseh-Rundfunkanstalten, Filmverleihfirmen usw. usw. stürmen ... schließlich wird auch dort viel Geld mit Hitler und dem 3. Reich verdient, so ist das nun mal im Kapitalismus: Angebot und Nachfrage, und ob wir wollen oder nicht, Hitler gehört nun mal zur deutschen Geschichte.

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05. Juli 2008 15:18

Ein Armutszeugnis...

Alma Ater (Ijun)

...für Deutschland. Selbst nach so langer Zeit beschäftigt Hitler die Deutschen noch in einem Maße, welches höchst ungesund ist. Schon das Geplänkel im Vorfeld der Ausstellung der Hitler-Figur sprach Bände. Wenn der Mann tatsächlich ein Zeichen gegen Krieg setzen wollte, hätte er besser den Kopf der G. W. Bush-Figur abgerissen. So hat er nur erreicht, das gerade die britischen Medien mit Genugtuung feststellen werden, dass mit den Deutschen nach wie vor etwas nicht stimmt.

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05. Juli 2008 14:35

Unverständlich

Alfred Weimann (GigaroCDA)

Im Hamburger Panoptikum steht auch ein Hitler aus Wachs, dafür interessiert sich die Öffentlichkeit kaum. Die Argumente gegen die Figur in Berlin sprechen vielfach auch gegen die Figur in Hamburg. Einzig der Standort Berlin und die Nähe zum Holocoust-Denkmal sind nachvollziehbare neue Gründe gegen die Ausstellung. Aber die Figur ist nur ein Abbild, m.E. nicht mehr als ein Foto, welches sogar noch viel authentischer ist. Und wo werden nicht überall Fotos von ihm ausgestellt... Der Täter ist ein Selbstdarsteller. "Nie wieder Krieg!", da muß er aber noch vielen Figuren den Kopf abreißen! Die einzige Gefahr besteht m.E. darin, daß Unaufgeklärte die Figur in Berlin besuchen, um sie zu huldigen. Da hätte dann aber das Bildungssystem versagt. Was es scheinbar bei vielen Neonazis längst tut. Was mich wiederum wundert, denn während meiner 13-jährigen Schulzeit war das Dritte Reich (insbesondere die Machtergreifung Anfang der 30er) fächerübergreifend ständig Thema. So sehr, daß einige zum Ende hin aus Trotz (ähnlich damals Martin Walser) eine "andere Art der Erinnerung" forderten, nicht zuletzt, da die dt. Nachkriegsgeschichte z.B. so gut wie nie unterrichtet wurde. Abgesehen vom Kniefall Brandts in Warschau. Bezeichnend?

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05. Juli 2008 14:07

schönes Ritual

Oskar Geri (Oskar1a)

Ich kann diesen Mann gut verstehen. Ich denke man sollte diese Wachsfigur reparieren, damit man (besser jeden Tag) wieder den Kopf abtrennen kann. Politisch korrekt! Es sollte ein Ritual werden für jeden Besucher der das wünscht.

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05. Juli 2008 14:03

Bravo!

Konstantin Schneider (bundesboy)

Madame Tussaud sollte dem "Hitlerhenker" dankbar sein und sich diskret von ihrem Vorhaben verabschieden, Hitler ausgerechnet beim Brandenburger Tor neues Leben einzuhauchen. Helmut Kohl sollte zudem explizit seine Fassungslosigkeit zum Ausdruck bringen, mit dem deutschen Diktator unter dem gleichen Dach ausgestellt worden zu sein.

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05. Juli 2008 13:43

Sachbeschädigung

Sascha Müller (samue)

"Nüchtern" betrachtet handelt es sich um eine Sachbeschädigung, für die der "Täter" zur Verantwortung gezogen wird. Vielleicht gibt's ja einen Spendenaufruf, um ihm zu helfen, den entstandenen "Schaden" zu ersetzen. Ich wär' jedenfalls dabei...

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05. Juli 2008 13:41

ich kann mich den Vorrednern nur anschließen:

Leon Hartner (l.hartner)

tilgt Hitler aus der deutschen Geschichte! So etwas darf nie wieder geschehen!

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05. Juli 2008 13:27

Verständlich

Volker Kulessa (solelite)

Dieser Kopf gehört jederzeit (wieder) ab. Eigentlich schon 1939. Andere Verbrecher sollten allerdings ebensowenig "ausgestellt" werden.

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05. Juli 2008 12:33

Staatsschutz?

Eduard Meyrichs (EduardMeyrichs)

Weil ein Übermotivierter eine Hitler-Wachsfigur schändet wird hier also der Staatsschutz eingeschaltet. Mir ist klar, dass der Täter für die Sachbeschädigung bestraft werden muss. Die Zuständigkeit des Staatsschutzer wirkt mir aber ein wenig anachronistisch.

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05. Juli 2008 12:26

Schade ....

Andreas Neubert (Citizen_Kane)

... leider mindestens 75 Jahre zu spät.

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05. Juli 2008 12:25

Bestraft müsten andere....

Markos Papadoloulos (plethon)

Die Einzig richtige Aktion zu dieser Wachsfigur. Kopf ab! Wie Zynisch gegenüber noch lebenden Menschen von damals und deren Angehörige!

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05. Juli 2008 12:21

Richtig so!

Franco Bonistalli (DerFranco)

Mehr gibt es dazu nichts zu sagen!

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05. Juli 2008 12:03

Figur fotografieren

Tim Lüking (tim_lueking)

Das finde ich schon amüsant: die Figur darf nicht fotografiert werden - und was sieht man auf einem FOTO der Szene mit der Figur? Wie jemand sie fotografiert - und das definitiv nicht zwecks Dokumentation (Mangelhafte Qualität einer Kompakt-/ Handykamera, überhaupt Foto"stil" mit ausgestrecktem Arm).

(Anmerkung der Red: Das Bild war bei einer Presseveranstaltung VOR der offiziellen Eröffnung gemacht worden. Zu diesem Anlass war das Fotoverbot in diesem Raum aufgehoben worden.
FAZ.NET)

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