Früher war es irgendwie einfacher, in der Schule mitzukommen

Das Geschäft boomt

Nachhilfe wird zum Normalfall

Fast jeder zweite Schüler kommt in der Schule irgendwann nicht mehr mit und braucht Hilfe. Privatlehrer und Nachilfeketten gibt es viele. Aber was kosten sie - und wie findet man die richtigen? Von Nadine Oberhuber

Lesermeinungen zum Beitrag

09. September 2008 16:09

Herr Torelli

Cornelia Sussieck (Sussieck)

Die institutionalisierte Nachhilfe bietet sowohl Einzelunterricht als auch Gruppenunterricht an. Es arbeiten hier in der Regel ausgesuchte Lehrkräfte und erfahrene pädagogische Berater. Eine Mindestlaufzeit haben viele Einrichtungen nicht. Es geht bei seriösen Einrichtungen auch nicht darum Gruppen irgendwie zu füllen, sondern um pädagogisch sinnvolle und erfolgreiche Arbeit. Ich gebe Ihnen aber gern Recht, wenn Sie sagen, dass es Anbieter gibt, die nicht empfehlenswert sind. Deshalb wurde ja auch das RAL-Gütezeichen für Nachhilfeschulen entwickelt, um Eltern eine Orientierunghilfe zu geben. Die gütegesicherten Institute geben Garantien für die Qualität ihrer Leistung. Das sollte doch eine wichtige Entscheidungsgrundlage sein, wenn es um die Schullaufbahn eines Kindes geht.

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05. September 2008 13:44

Frau Sussiek,

Marco Torelli (Cyberevil)

der von Ihnen sogenannte "Schwarzmarkt" ermöglicht es Eltern, Nachhilfelehrer zu beauftragen, die a) keine Mindestvertragslaufzeiten fordern, b) nicht eine Gruppe auffüllen müssen, die dann möglicherweise völlig inhomogen ist und c) in der Regel bei Einzelunterricht weniger kosten als der effektiv schlechtere Gruppenunterricht in einem Institut.

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05. September 2008 11:25

Es gibt doch ein bundesweites Gütezeichen

Cornelia Sussieck (Sussieck)

Die Branche der Nachhilfe-Anbieter unternimmt keine „zaghaften“ Versuche, sondern arbeitet seit 2002 sehr gezielt und mit viel Kraft an der Etablierung des bundesweiten RAL-Gütezeichens für Nachhilfeschulen. Dieses ist in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Institut für Gütesicherung in St. Augustin (RAL) entwickelt worden. Die Verkehrskreise wie z.B. die Eltern- und Lehrerverbände so wie das Wirtschaftsministerium und das Kartellamt haben bei der Entstehung dieses Zeichens mitgewirkt und auch mitgeredet. Die zugrunde liegenden Kriterien müssen von den Gütezeichenträgern zu 100% eingehalten werden. Die Güte- und Prüfbestimmungen können bei der Gütegemeinschaft selbst bezogen werden: info@ina-schulen.de. Das Gütezeichen könnte weiter verbreitet sein, wenn die Verbraucher/Eltern mehr Wert auf ein geprüftes Institut legen würden. Doch wie der Artikel bestätigt, ist es zwei Dritteln der Eltern nicht wichtig, welche Qualität und Reputation der Nachhilfelehrer aufzuweisen hat. Der sog. Graumarkt, der meiner Meinung nach eher ein Schwarzmarkt ist, gibt keine Garantien wie es eine Institution tut! Mit der Schullaufbahn eines Kindes sollte man aber keine Experimente machen.

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04. September 2008 20:53

Eltern sicher nicht dümmer, aber nach 17 Uhr wird es bei den Kindern schwierig

Martin Gürsch (Betroffener)

Auch daran sollte man mal denken, das die Kinder nach dem Hort (wenn die Eltern arbeiten) nicht mehr unbedingt noch aufnahmefähig sind (und auch gerne selber mal "mauern" bei den Hausaufgaben). Gerade Kinder, die nach der Schule Hortbetreuung haben, sollten eigentlich ganz leicht dort auch direkt nach der Schule die Hausaufgaben machen und ggf. von einem der Erzieher dabei unterstützt werden können. Leider hapert das vielfach an mangelnder Ausbildung, fehlendem Interesse, an der Aufgabenbeschreibung und zu hohem Betreuungsquotienten.

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04. September 2008 18:41

Schon mal daran gedacht,

Harry Hain (zx10)

daß die Schüler überfordert sein könnten? Wer bereits im 5. und 6. Nachhilfe benötigt und diese keine entscheidende Verbesserung bewirkt, sollte sich nach einem anderen Schultyp umsehen. Ich denke, daß ein nicht unwichtiger Anteil der Schüler zum Zeitpunkt ihres Schulwechsels auf weiterführenden Schulen zu hoch einsteigt. Nicht selten folgen Eltern nicht den Empfehlungen der Grundschullehrer. Statt Realschule muß es unbedingt das Gymnasium sein. Nachilfe sollte immer eine Ausnahme sein und nicht die Regel. Weiterhin ist es dieser reichen Bundesrepublik nie gelungen kleinere Klassenstärken anzustreben. PISA-Wunderland Finnland macht es vor. 2 Lehrer bei einem kleinen Klassenverband. Aber Finnisch müssen die Kinder schon können. In nicht wenigen Klassen (vor allem Hauptschulen) ist Deutsch eher eine Fremdsprache. Insgesamt sehe ich uns in einem katastrophalen Bildungsdesaster angekommen, das durch Verweigerung von Investitionen und einer orientierungslosen Lern- und Bildungsexperimentierwut auf den Rücken der Schüler verursacht wurde. Bildungsreformen sind so chaotisch wie die Gesundheitsreformen, weil in beiden Fällen ahnunglose Theoretiker (auch Fachfremde) den wirklichen Könnern/Praktikern vorschreiben, wie es funktioneren soll.

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04. September 2008 18:09

Eltern immer dümmer?

Michael Posthoff (MisterMischa)

Da wachsen beständig die An- und forderungen der Eltern an Gesellschaft und Schule, kein Kindergeld ist zu hoch und jede Schule ist zu schlecht für die lieben Kleinen, aber sich selbst hinsetzen und bei den Hausaufgaben helfen? Fehlanzeige. Zumindest bis zur 8. Klasse sollte das für einen Erwachsenen mit 10 Klassenabschluss kein Problem sein, oder? Aber da wird lieber outsourcing betrieben und dann über die Kosten gejammert.

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