23. Juni 2008 Oh Nein!, hatte der zweite Chefredakteur von ARD-aktuell, Thomas Hinrichs, über seinen Eintrag im Blog der Tagesschau geschrieben. Oh Nein, wir haben tatsächlich am Samstag in der Illustration des anstehenden Deutschland-Türkei-Spiels einen Patzer in der Flaggengestaltung gehabt. Aufmerksame Tagesthemen-Zuschauer wussten das natürlich längst: In einem Bericht über die Fußball-Europameisterschaft war für fast 30 Sekunden statt der Farbreihenfolge Schwarz-rot-gold eine Illustration mit den Farben Rot-Schwarz-Gold zu sehen. Eine bessere Vorlage hatte die Redaktion von ARD-aktuell den lieben Kollegen freilich schon lange nicht mehr geboten.
Während sich die einen also auf den Spott konzentrierten, erklärte Hinrichs den Schaden. Eine Kombination aus Unachtsamkeit und technischen Problemen sei schuld. So ein Fehler ist inakzeptabel, aber er ist passiert. Die Grafik-Abteilung hatte demnach mehrere Versionen der Hintergrundillustration angelegt, die noch individuell gestaltet werden. Es sei eine Grafik als Grundlage genommen worden, bei der sich die Kollegen bei der Farbgestaltung offenbar verdrückt hatten. Zwar sei die richtige Variante darüber gelegt worden, aber entweder sei sie dann falsch abgespeichert worden oder die falsche Flagge habe sich wieder über die korrekte geschoben. Das werde noch geklärt, schrieb Hinrichs.
Angemessene Konsequenzen ziehen
Hinzu kam, dass der Chef vom Dienst eigentlich kurz vor der Sendung noch alles hätte verhindern können. Er bekam die Illustration vor ihrem Einsatz zu sehen und hätte den Fehler auch sofort erkannt, wenn... ja wenn nicht genau zu diesem Zeitpunkt auf einem der vielen Bildschirme in der Regie die Russen das erste Tor gegen die Niederlande geschossen hätten, so Hinrichs.
Der Moderator Tom Buhrow habe später selbst nichts merken können, weil er die Hintergrund-Grafiken nicht sieht. Die Flagge ist eine ernste Angelegenheit und deswegen sind wir auch sehr zerknirscht, schrieb Hinrichs. Ein Sprecher des NDR sagte, es würden intern angemessene Konsequenzen gezogen, zunächst müsse aber mit allen Beteiligten in Ruhe gesprochen werden. Unverzüglich hingegen korrigierte man bei der ARD den Fehler und verwischte die Spuren im Netz. Man sollte uns das wirklich nicht auch noch übel nehmen, dass wir das für die Wiederholungen im Digitalen auf EinsExtra, im Dritten und auch im Netz nicht so stehen lassen konnten. Das geht nun wirklich nicht.
Die Zuschauer indes, die sich im Internet in großer Zahl zu dem Patzer äußerten, ließen ohnehin meist Gnade vor Recht ergehen. Irren sei menschlich, hieß es. Und außerdem sei es hochanständig, zu seinen Fehlern zu stehen. Nur einer schlug vor, man könne im Interesse einer künftigen Fehlervermeidung mal wieder überlegen, die Gebühren zu erhöhen.
Text: FAZ.NET
Bildmaterial: ddp/Medienmagazin DWDL.de