Die Leiden der Bahnkunden

Wir lassen Dampf ab!

16. Oktober 2006 Zu spät, zu voll, zu unfreundlich und demnächst schon wieder teurer (siehe: Bahnfahren wird teurer): Was hat die Deutsche Bahn nur gegen ihre Kunden? FAZ.NET veröffentlicht ein Leidensprotokoll in mehreren Strophen.

Sie können von Ihrer Reise mit der Bahn auch ein Liedchen singen? Dann lassen auch Sie Dampf ab und setzen unser Protokoll des Leidens fort. Schreiben Sie über Ihre Erlebnisse eine eigene Kurz-Episode. Nutzen Sie dazu die Funktion „Beitrag kommentieren“ am Fuße dieses Textes. Natürlich müssen Sie nicht unbedingt meckern. Willkommen sind auch positive Erfahrungen mit der Bahn. Die gibt es durchaus, auch wenn es mancher nicht glauben mag.



Text: FAZ.NET
Bildmaterial: ddp

Berlin-Hannover

Das Online-Ticket

Wehe dem, der nicht alle erforderlichen Ausweise in der Tasche hat. Die Schaffnerin verdreht die Augen, und sagt: Ich kann auch den Zugchef holen. Der sagt: Ich habe auch meine Vorschriften. Der Kunde muß in jedem Fall zahlen.

Frankfurt-Kassel

Das Kleinkindabteil

Warum ist es so gut wie unmöglich, zwei Wochen vor der Abfahrt noch einen Platz im Kleinkindabteil zu bekommen? Und warum ist es dann ein Ort, an dem sich kein kleiner Junge gern länger als 28 Minuten aufhält?

Lichtenberg-Danzig

Die Direktverbindung

Selbst zu DDR-Zeiten gab es vom Berliner Bahnhof Lichtenberg eine direkte Verbindung nach Danzig. Jetzt kann man sich Richtung Posen quälen, wo man mitten in der Nacht auf ein Wartegleis gestellt wird. Fahrtzeit: gut zwei Stunden länger.

Wuppertal-Remscheid

Der Anschlußzug

Den Anschlußzug nach Remscheid erreiche ich nie. Ich vermute, es gibt bei der Bahn eine Abteilung, in der schlechtgelaunte Leute darüber nachdenken, wie sie Menschen davon abbringen können, an bestimmten Orten auszusteigen.

München - Frankfurt

Die Pünktlichkeit

Es ist eine schöne Strecke von München nach Frankfurt, ich kenne sie fast auswendig, weil ich sie alle zwei, drei Wochen fahre. Trotzdem kann ich mich nicht erinnern, wann der Zug zum letztenmal pünktlich war.

Bremen - Mainz

Wut, Empörung und Fassungslosigkeit

Wer vier Tage lang mit der Deutschen Bahn quer durch Deutschland fährt, verliert jede Lust an heiteren Betrachtungen über die Tatsache, daß die Unpünktlichkeit der Züge proportional zu ihrer Höchstgeschwindigkeitspotenz zu wachsen scheint.

Koblenz - Frankfurt-Flughafen

„Reisen Sie einen Tag vorher an“

Gründe für Verspätungen? Hat die Deutsche Bahn reichlich: Verzögerung im Betriebsablauf, Signal-, Lok-, Oberleitungs-, Gleiskörperschaden, Blitzeinschlag, Hochwasser oder Schneewehen.

Köln - Berlin

Die Sitzplatzreservierung

Die Sitzplatzreservierung ist das höchste deutsche Rechtsgut. Das liegt am Nationalcharakter, da kann man nix machen. Ordnung schaffen die zivilen Amateurkontrolleure.