06. Mai 2008 Das Ausmaß der Pleite von Franjo Pooths Firma Maxfield ist größer als angenommen. Die Gläubiger hätten nur Aussicht auf einen Bruchteil ihres Geldes, gab Insolvenzverwalter Michael Bremen am Dienstag bei der Gläubigerversammlung in Düsseldorf bekannt. Die den Schulden gegenüberstehende Vermögensquote sei marginal und liege bei knapp 0,4 Prozent, könne aber noch besser ausfallen. Pooths Ehefrau, Werbe-Ikone Verona Pooth, habe keine Verpflichtungserklärungen gegenüber den Gläubigern abgegeben.
461 Gläubiger hätten Forderungen von 27 Millionen Euro angemeldet. Nach vorläufiger Prüfung seien davon 19 Millionen Euro berechtigt. Das Unternehmen sei Mitte 2007 reif für die Insolvenz gewesen. Der Insolvenzantrag war erst Mitte Januar 2008 gestellt worden.
Chef der Düsseldorfer Sparkasse bereits zurückgetreten
Die Düsseldorfer Sparkasse, die Commerzbank und die Landesbank Rheinland-Pfalz hatten Millionenkredite an Maxfield vergeben. Zwei der Geldinstitute haben Millionenklagen gegen Franjo Pooth selbst angestrengt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Ehemann von TV-Star Verona Pooth wegen Bestechung und Insolvenzverschleppung. Er soll die Kredite mit teuren Geschenken an Bankmanager erschlichen haben. Der Chef und ein Vorstand der Düsseldorfer Sparkasse waren deswegen fristlos entlassen worden.
Zu dem Gläubigertreffen waren rund 15 Antragsteller erschienen. Franjo Pooth selbst hatte sich von seinem Anwalt vertreten lassen. Die Zusammenarbeit mit Pooth im Insolvenzverfahren sei gut, lobte der Insolvenzverwalter.
Maxfield habe in den Jahren 2006 und 2007 erhebliche Verluste verbucht und sei bilanziell überschuldet gewesen. Für eine Fortführung des Unternehmens sehe er keine Chance, sagte der Insolvenzverwalter. Die Ursache für die Pleite hänge mit der Unternehmensleitung und den Schwierigkeiten des Marktes zusammen. Pooth selbst sei dabei nicht als Manager, sondern eher als Designer und Entwickler bei Maxfield tätig gewesen.
Text: dpa
Bildmaterial: ddp, dpa
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