Fragen zur Bärenjagd

Erlaubt ist nur ein Blattschuß

23. Mai 2006 Den Jägern in den bayerischen Landkreisen Bad Tölz, Garmisch-Partenkirchen, Ober- und Ostallgäu wird voraussichtlich die schwierige Aufgabe zukommen, den in Bayern aufgetauchten Braunbären zu erschießen. Daneben laufen weiter Versuche, das Tier doch noch zu fangen. Was genau können die Jäger gegen den Bären unternehmen?

Wie kann der Bär noch gefangen werden?
Experten der Umweltschutzorganisation WWF und der Universität Freiburg bemühen sich weiter, den Bären in eine Falle zu locken. Sie benutzen dazu eine sogenannte Röhrenfalle. Dabei handelt es sich um ein großes Rohr, in welches zum Beispiel ein Stück Fleisch das Tier locken soll. Kriecht der Bär hinein, schnappt die Falle zu.

Wie suchen die Jäger nach dem Bären?
Die Jäger suchen nach Angaben des Sprechers des bayerischen Landesjagdverbandes, Thomas Schreder, nicht aktiv nach dem Bären. Dies sei zu gefährlich. Sie warten vielmehr auf ihren Hochsitzen und halten Ausschau nach dem Tier. Es ist aber ungewiß, ob und wann Jäger den Bären entdecken. „Es wird sicher nicht einfach sein“, sagt Schreder.

Mit welchen Waffen schießen die Jäger?
Die Jäger verfügen über rotwildtaugliche Kugelgewehre, mit denen sonst etwa auch große Hirsche erlegt werden können. Dazu benutzen sie großkalibrige Munition. Die Gewehre haben laut Schreder eine Reichweite von bis zu 200 Metern.

Wann wird geschossen und wohin wird gezielt?
Sollte ein Jäger das Tier entdecken, ist damit noch nicht gewährleistet, daß er es tatsächlich erschießen kann. Er darf nämlich nur einen „sicheren Schuß“ abgeben, der den Bären tödlich trifft und nicht nur schwer verletzt. Dafür muß es beispielsweise ein freies Schußfeld geben. Ist dies der Fall, setzt der Jäger einen sogenannten Blattschuß an. Das heißt, er zielt auf Herz und Lunge.

Was macht der Jäger nach dem Schuß?
Auch wenn das Tier offenbar tödlich getroffen am Boden liegen sollte, wartet der Jäger erstmal ab. Er bleibe sicher noch eine Viertelstunde auf dem Hochsitz, sagt Schreder. Sollte das Tier nur angeschossen sein, würde es dem Sprecher des Jagdverbandes zufolge ein „großes Risiko“ darstellen.

Wie groß sind die Gefahren?
Die Suche nach dem Bären stellt für die Jäger nach Ansicht Schreders auch generell eine Gefahr dar - etwa wenn sie in der Nacht vom Hochsitz zu ihrem Auto gehen. Die wichtigste Hilfe dabei sei der Jagdhund, sagt Schreder. Dieser könne erstens frühzeitig spüren, ob der Bär in der Nähe sei und so den Jäger warnen. Falls der Braunbär direkt auftauchen sollte, würde es zudem eher zu einer Konfrontation mit dem Hund kommen. „Der Jäger hätte dann die Chance, sich aus dem Staub zu machen“, sagt der Verbandssprecher.



Text: AFP
Bildmaterial: ddp

 
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