
Die Computersimulation zeigt die geplante Moschee im Frankfurter Stadtteil Hausen, die von Herbst an gebaut werden soll
22. Juli 2008 Die umstrittene Moschee im Frankfurter Stadtteil Hausen darf gebaut werden. Die Stadt hat der türkisch-pakistanischen Gemeinde die Baugenehmigung erteilt, wie das Planungsdezernat berichtete. Um mit dem Bau beginnen zu können, seien allerdings noch Nachweise zur Standsicherheit des muslimischen Gebetshauses sowie zur Grundstücksentwässerung erforderlich. Es sei nicht mit erheblichen Verzögerungen zu rechnen.
Der Sprecher des Vereins der Hazrat-Fatima-Moschee, Ünal Kaymakci, zeigte sich erfreut über die Bauerlaubnis. Er rechne damit, dass der Grundstein für den rund drei Millionen Euro teuren Gebäudekomplex aus Moschee samt zweier Minarette und einem Wohn- und Geschäftshaus im Spätherbst gelegt werden könne. Der Architekt prognostiziere eine Bauzeit von etwa zwei Jahren. Die beiden ausstehenden Nachweise zur Statik und Entwässerung seien Kleinigkeiten. Kaymakci lobte die Stadt für ihre Kooperationsbereitschaft und Fairness während des Genehmigungsprozesses. Das beweist, dass die Muslime über unsere Gemeinde hinaus einen Platz in der Stadtgesellschaft haben. Wer sich offen und transparent einbringen wolle, sei in Frankfurt willkommen. Der Moscheeverein werde Nachbarn, Anwohner, Politiker und Vertreter anderer Religionsgemeinschaften zur Grundsteinlegung einladen, um zu zeigen, dass es uns am Herzen liegt, ein Signal zum friedlichen Zusammenleben zu geben.
Mehr als 30 Moscheen in Frankfurt
Die Moschee wird die dritte im Stadtteil Hausen sein, in dem rund 7000 Menschen leben. Im vergangenen Jahr hatte es eine heftige Auseinandersetzung um den geplanten Bau zwischen der Ludwig-Landmann-Straße und der Straße Am Industriehof gegeben. Die Gegner des Vorhabens hatten argumentiert, ein weiteres islamisches Gebetshaus könne Hausen nicht verkraften. Die Politiker sprachen sich daraufhin fast einmütig für den Bau der Moschee unter den üblichen bautechnischen Auflagen aus.
Sie argumentierten vor allem mit der im Grundgesetz garantierten Religionsfreiheit und legten zudem fest, dass die beiden Minarette nicht höher als 16 Meter sein dürfen, um den Turm der gegenüberliegenden Kirche der russisch-orthodoxen Gemeinde nicht zu überragen. Außerdem müsse der Moscheeverein genügend Parkplätze für die muslimischen Gläubigen bereithalten, um ein Verkehrschaos an wichtigen islamischen Feiertagen zu verhindern. Dies ist nach Auskunft des Planungsdezernats gesichert. In Frankfurt gibt es - je nach Quelle - zwischen 35 und 37 Moscheen.
Kritik an der Baugenehmigung kam aus den Reihen einer Bürgerinitiative, die eine weitere Moschee in Hausen verhindern will. Die Autorin Hiltrud Schröter sprach von einem Trauerspiel innerhalb des ganzen Prozesses der Islamisierung Deutschlands. In Hausen gebe es schon zwei Moscheen. Sie glaube nicht, dass die Mitglieder der neuen türkisch-pakistanischen Gemeinde mit den Muslimen aus Iran und aus dem arabischen Raum harmonieren würden, sagte sie auf Anfrage. Viele Hausener seien der Ansicht, dass der Magistrat ihre Kritik nicht ausreichend berücksichtige.
Text: FAZ.NET
Bildmaterial: dpa