26. März 2008 Schnee und Eis haben in der Nacht zum Mittwoch auf Straßen in vielen Regionen Deutschlands abermals für Chaos gesorgt. Mindestens drei Menschen kamen ums Leben. Reihenweise standen Lastwagen quer, Autos rutschten von den Fahrbahnen. Es bildeten sich lange Staus, Landstraßen waren vorübergehend unpassierbar. Insgesamt kamen drei Menschen ums Leben.
In Rheinland-Pfalz starb auf der A 3 bei Deesen im Westerwald ein 35 Jahre alter Lastwagenfahrer. Er war bei Schneefall vermutlich wegen zu hoher Geschwindigkeit ins Schleudern geraten und gegen eine Lärmschutzwand gerast. Bei Ueckermünde in Mecklenburg-Vorpommern kam ein 23 Jahre alter Autofahrer ums Leben, als er auf schneeglatter Fahrbahn gegen einen Baum raste. In Sachsen starb eine 69-Jährige, nachdem ein Bus in ihr Auto gerutscht war. Ebenfalls in Sachsen stürzte das Dach eine Baumarktes ein. Verletzt wurde dabei niemand.
Hessen: Lkw blockieren Autobahnen
Die Polizei in Gießen (Hessen) berichtete, dass auf der A 45 zwischen Herborn und Haiger-Burbach mehrere Lastwagen quer standen. Der Verkehr staute sich in nördlicher Fahrtrichtung auf 15 Kilometern. Zum Erliegen kam der Verkehr zeitweise auch auf der A 3 zwischen Idstein und Bad Camberg wegen quer stehender Lastwagen. Hier bildete sich ein zehn Kilometer langer Stau. In Nordhessen war die Bundesstraße 253 bei Biedenkopf rund um die 674 Meter hohe Sackpfeife wegen Schneefalls und Glätte zeitweise voll gesperrt.
Auf der A 7 sorgte starker Schneefall gleich an mehreren Stellen für Probleme. Bei Aalen-Westhausen in Baden-Württemberg blieben mehrere Lastwagen liegen, auch die Ausweichstrecken waren wegen der winterlichen Witterung kaum passierbar. Daher wurden Lastwagenfahrer gebeten, Raststätten anzufahren, wie die Polizei in Stuttgart mitteilte. Weiter nördlich, in Unterfranken (Bayern), brauchten Autofahrer ebenfalls viel Geduld. Hier hatte ein ins Rutschen geratener Lastwagen die Fahrbahn zwei Stunden lang nahe Gollhofen blockiert. Zudem ging auf der Bundesstraße 26 zwischen Aschaffenburg und Lohr nichts mehr, nachdem Lastwagen liegen geblieben waren.
Hamburg: Köhlbrandbrücke gesperrt
Im Norden der Republik staute es sich vor allem rund um Hamburg. Auf der A 7 stockte der Verkehr am Morgen witterungsbedingt auf mehr als zehn Kilometern. In der Hansestadt musste die Köhlbrandbrücke, ein wichtiger Zubringer für den Hamburger Hafen, wegen Glätte gesperrt werden. Die Lage ist recht angespannt, sagte ein Sprecher. In Schleswig-Holstein gerieten auf den Autobahnen 7 und 215 nahe Eckernförde auf glatten Fahrbahnen sechs Autos ins Schleudern. Auf der A 7 bei Schuby geriet in der Nacht ein Sattelzug ins Schleudern und prallte in die Mittelleitplanke. Verletzt wurde niemand.
In Brandenburg war die A 10 in der Nähe von Rüdersdorf bei Berlin kurzzeitig gesperrt. Hier waren Lastwagen an einer Brückenauffahrt bei Glatteis nicht mehr weitergekommen, wie die Polizei in Frankfurt (Oder) mitteilte. In Sachsen hingegen, wo es am Dienstagabend auf den Autobahnen 4 und 14 noch zu erheblichen Verkehrsbehinderungen wegen starker Schneefälle gekommen war, beruhigte sich die Lage nach Polizeiangaben in der Nacht.
Bischofswerda: Schneelast drückt Hallendach ein
Den Einsturz eines 20 mal 20 Meter großen Hallendachses im sächsischen Bischofswerda führt die Polizei ersten Erkenntnissen zufolge auf Schmelzwasser und Schneelast zurück. Zum Zeitpunkt des Einsturzes gegen 21.30 Uhr befand sich niemand in dem Baumarkt.
Die Meteorologen rechnen auch für den Mittwoch noch mit Schnee- und Graupelschauern. Allerdings sollte die Schneefallgrenze im Tagesverlauf von Westen her auf 200 bis 700 Meter ansteigen.
Text: FAZ.NET mit Material von dpa
Bildmaterial: ddp, dpa, reuters
