Drogenkonsum

Zahl der Drogentoten steigt abermals

Ein Süchtiger zündet sich eine Crackpfeife an

Ein Süchtiger zündet sich eine Crackpfeife an

03. März 2009 So viele Drogentote gab es in Deutschland seit 2003 nicht mehr: Im Vorjahresvergleich stieg 2008 die Zahl der Todesfälle um 3,9 Prozent (2007: 1394, 2006: 1296). Dies teilte das Bundeskriminalamt (BKA) am Dienstag in Berlin mit. Die meisten Toten registrierte die Behörde mit 380 Fällen in Nordrhein-Westfalen. Das sei ein Plus von 1,6 Prozent. Den höchsten Anstieg gab es mit einem Zuwachs von 200 Prozent auf neun Opfer in Mecklenburg-Vorpommern.

Die meisten Abhängigen starben wegen einer Überdosis Heroin, teilte die Bundesdrogenbeauftragte Sabine Bätzing (SPD) mit. „Der Drogentod im Bahnhofsklo gehört der Vergangenheit an“, sagte Bätzing. Stattdessen gebe es die meisten Toten in Privaträumen, wo Rettungsärzte oft zu spät kämen. Bätzing sprach sich für mehr Therapien und die erweiterte kontrollierte Abgabe von Ersatzstoffen aus. Hierüber gibt es in der CDU/SPD-Koalition Streit.

Nachfrage nach Drogen hoch

Der Präsident des Bundeskriminalamtes, Jörg Ziercke, erklärte, insgesamt sei ein Trend weg vom „schmutzigen“ Heroin hin zu vermeintlich sauberen „Lifestyle-Drogen“ wie Kokain und Ecstasy zu verzeichnen. Die Zahl erstauffälliger Konsumenten harter Drogen sei dabei gegenüber dem Vorjahr um drei Prozent auf 19.203 Personen gestiegen. Auch sei 2008 die Zahl beschlagnahmten Amphetamins und Metamphetamins mit knapp 1.290 Kilogramm um 56 Prozent gestiegen.

Bei Haschisch und Marihuana wurden 2008 die bisher größten Einzelmengen seit mehr als acht Jahren sichergestellt. Dadurch stieg die Gesamtmenge an Sicherstellungen bei Cannabisprodukten um 122 Prozent. Neu sei dabei, dass Haschisch verstärkt auf den „etablierten Heropinschmuggelrouten“ aus Afghanistan komme, sagte Ziercke. Deutlich gewachsen sei mit 517 Funden auch die Zahl der Cannabisplantagen in Deutschland.

Einer der größten Drogenfunde wurde laut BKA 2008 in Nordrhein-Westfalen ermittelt. Mit 284 Kilogramm Amphetamin wie Speed sei die bislang größte Einzelmenge dieser Droge sichergestellt worden. Insgesamt wurden bundesweit rund 1283 Kilogramm Amphetamin beschlagnahmt. Bei Marihuana und Haschisch wurden die größten Einzelmengen seit mehr als acht Jahren gefunden. Dadurch sei die gesamte Menge um 122 Prozent auf rund 16 500 Kilogramm Cannabis im vergleich zu 2007 gestiegen. Auch die Zahl der Fälle erhöhte sich um zehn Prozent auf rund 34 900 Sicherstellungen.

Text: epd/dpa
Bildmaterial: dpa

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