21. Oktober 2004 Die Stiftung Warentest hat eine unzureichende Kostentransparenz und Beratung durch Bestattungsunternehmen kritisiert. Wenn es ums Geld gehe, verlegten sich viele Bestatter auf eine Verschleierungstaktik, erklärte der Chefredakteur der Zeitschrift test, Hubertus Primus, am Donnerstag in Berlin. Die Kosten würden selten offen gelegt.
Zudem gebe es deutliche Preisunterschiede. So reiche die Spanne für eine einfache Erdbestattung von 499 bis 1570 Euro. Für die gehobene Erdbestattung veranschlagten die Institute zwischen 1700 und 6400 Euro. Hinzu kommen noch Bestattungs- und Grabnutzungsgebühren sowie Kosten für Steinmetz und Grabpflege.
Wunsch nach günstiger Bestattung wird ignoriert
Die Verbraucherexperten bemängelten vor allem, daß die meisten Bestatter auf den ausdrücklichen Wunsch nach einer preisgünstigen Bestattung nicht eingehen. Der Unterschied zwischen den offiziellen Mindestpreisen und den Angeboten, die im verdeckt geführten Beratungsgespräch mit den Testern tatsächlich offeriert wurden, sei skandalös, erklärte Primus.
Zudem seien detaillierte Kostenvoranschläge mit eindeutiger Leistungsbeschreibung und Preisen nicht selbstverständlich. Manchmal hätten die Bestatter nur einen Notizzettel mit einer handschriftlich vermerkten Pauschalsumme vorgelegt. Insgesamt wurden laut Stiftung Warentest nur in etwa jedem zweiten Fall die Einzelpreise für die Bestatterleistungen komplett ausgewiesen.
Vorsorgevertrag empfehlenswert
Bei der Kostentransparenz bewerteten die Tester deshalb kein Unternehmen besser als befriedigend. Die Gesprächsführung war bei den meisten Bestattern gut. Auch die Informationen über die Bestattungsformalitäten, die notwendigen Erledigungen im Sterbefall und die Bestattungsmöglichkeiten waren überwiegend befriedigend. In jedem Fall sollte der Kunde auf einem schriftlichen Kostenvoranschlag mit Einzelleistungen bestehen. Eine Checkliste, wie sie im Internet unter www.aeternitas.de angeboten wird, ist für einen Preisvergleich hilfreich.
Wer selbst für die eigene Bestattung vorsorgen will, kann dies laut Stiftung Warentest über einen Vorsorgevertrag mit dem Bestatter regeln. Darin werden Ablauf, Umfang und die persönlichen Wünsche für die Bestattung festgelegt. Der Vorsorgevertrag kann über ein Treuhandkonto, etwa bei der Deutschen Bestattungsvorsorge Treuhand oder über Banksparpläne, finanziell abgesichert werden. Von Sterbegeldversicherungen raten die Verbraucherexperten ab. Sie seien zu teuer.
Die Stiftung Warentest hat in verdeckt geführten Testgesprächen elf regionale und überregionale, neun Berliner Bestattungsinstitute und neun Bestatter, die über das Internetportal www.preiswert-bestattung.de vermittelt wurden, untersucht.
Text: FAZ.NET mit Material von AFP, dpa
Bildmaterial: dpa