Der Papst besucht Österreich

Papstbesuch in Österreich

„Die rastlose Gier nach Leben endet in der Öde des verlorenen Lebens“

Bei seinem Besuch in Österreich hat Papst Benedikt XVI. im Wallfahrtsort Mariazell und in Wien zu begeisterten Menschen gesprochen. Er machte den Gläubigen, den Priestern und Ordensleuten Mut, sich wider den Zeitgeist zu stellen.

Lesermeinungen zum Beitrag

14. September 2007 09:40

Ein scharfer Denker

Hugo Zsolnai (zsolnai)

Papst Benedikt ist ganz anders als sein Vorgänger. Erweckte dieser starke Emotionen, setzt Benedikt auf Logik und Intellekt. Er ist ja seit Jahrzehnten der Ideologe der Kirche und für den jetzigen Zustand verantwortlich. Wie dieser ist, mag jeder für sich beurteilen. Benedikt wendet sich auch an die Taufscheinchristen und gibt ihnen viele Gedanken für einen neuen Anlauf zu einem festeren Glauben und zu einer aktiven Teilnahme am Kirchen-geschehen. Dass er sich mit "Kleinigkeiten", die in Wahrheit keine sind, nicht abgibt enttäuscht viele. Seine Gedanken sind die eines alten, erfahrenen Mannes, der weiss, dass man Bewährtes - das heißt Zustände, die sich seit Jahren nicht dramatisch ändern- nur ganz behutsam ändern soll. Und was sonst als der Glauben an Gott, und eine religiöse Ethik, kann unsere europäische Kultur retten?

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10. September 2007 07:35

Europa geht der Begriff von Wahrheit abhanden

Edgar Gärtner (Edsches)

Ich glaube, der Heilige Vater hat recht: Europa ist dabei, den Begriff von Wahrheit zu verlieren. Das zeigt sich nicht zuletzt beim "Klimaschutz". Zu Recht mahnt Benedikt XVI, die Schöpfung zu respektieren und den Klimawandel nicht zu übersehen. Doch die Begriffe "Klimaschutz" oder "Klimapolitik" wird man in seinen Reden vergeblich suchen, weil ihm die Vermessenheit des damit verbundenen Anspruchs, Gott zu spielen, zutiefst bewusst ist. Anders ist das offenbar bei den vielen Europäern, die solche Schlagworte, dem Zeitgeist folgend, inzwischen völlig gedankenlos wiederholen. Was ihnen fehlt, ist die die Fähigkeit, zwischen Machbarem und nicht Machbarem zu unterscheiden. Damit einher geht der Verlust der Liebesfähigkeit, denn Liebe ist nichts im Sinne des Konstruktivismus Machbares, sondern ein uns Sterblichen angebotenes Geschenk, dessen wir uns würdig erweisen müssen.

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09. September 2007 23:05

Die rastlose Gier nach Leben endet in der Öde des verlorenen Lebens

Karsten-Hinrich Festge (Festge)

Ich stamme aus einer lutherischen Familie "der ersten Stunde", konnte freilich mit dem Christengott nie etwas anfangen.-
Gleichwohl hat mich der Auftritt dieses Papstes in Österreich sehr beeindruckt: Selbst Panentheisten-wie ich- müssen anerkennen, daß dieser Papst das moralische Gewissen Europas repräsentiert. Und er spricht- Oberhaupt einer Weltkirche-zu Recht nur von Europa. Denn von hier wuchs die Weltkirche auf, hier ist immer noch ihr Zentrum. Demoralisiert sie hier fällt der weltweite Rest hinterher.- Und in der Tat ist das Problem Europas keineswegs ökonomischer,, vielmehr moralischer Natur.-
Das erkannten zuerst die Niederländer, die sich auf ihre calvinischen Wurzeln besannen und dieses Besinnen inzwischen in Politik umsetzen, mit aller Konsequenz.-
Und natürlich ist diese nach wie vor zutiefst europäische Kirche, deren Glaubensinhalte ich nicht verstehe, in ihren Riten ein großartiges Geschenk an unsere Zeit. Denn sie verbindet uns mit der Antike und dem europäischen Mittelalter.-Ohne diese Kirche wäre Europa geschichtslos.-

FESTGE

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