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Fliegerei

Vom Winde verweht

Ein kurzes Amateurvideo wurde zum Film der Woche. Es zeigt den waghalsig anmutenden Landeanflug eines Airbus A320 in Hamburg bei stürmischem Wetter. Einige Medien erklärten den Piloten umgehend zum Helden. Eigentlich tat er nur, was er gelernt hat. Von Dieter Vogt

Lesermeinungen zum Beitrag

10. März 2008 17:30

Rundpisten etc ....

Lutz von Peter (LutzBrux)

"Rundpisten" werden nicht mehr benutzt aus mehreren Gründen:
erstens ist es nicht mehr nötig, da Flugzeug mit Frontrad gegen Seitenwind wesentlich weniger anfällig sind als die früher üblichen Heckrad-Flugzeuge
Zweitens ist bei der heutigen Flugdichte die ursprüngliche Idee der runden Landebahn (oder zumindest Landebahnen in allen möglichen Windrichtungen) einfach nicht mehr machbar. Man stelle sich die Gegner der Startbahn West vor, wenn jemand den Vorschlag machte, mehrere grosse Betonkreise von jeweils 2 km Durchmesser anzulegen.
Bis auf die extremsten Wetterlagen sind Flugzeug sehr sichere Verkehrsmittel, was gerade dieses Video zeigt: extrem starker, böiger Seitenwind von fast 90Grad, eine junge Pilotin, und dennoch ist es gut ausgegangen.
Wer solche Bilder beängstigend findet, sollte nicht über die Verkehrsunfallstatistiken nachdenken.

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08. März 2008 14:36

Copilotin versucht Landung

Detlef Stark (wool-web)

Trotz des Loblieds von Dieter Vogt auf die gute Ausbildung der Kopiloten der Lufthansa bin ich doch der Meinung, besser hätte der Flugkapitän den Landeanflug in Hamburg bei Sturmwetterlage selbst steuern sollen, als ihn an seine Copilotin zu delegieren.
Man möge mir mein Urteil zubilligen, nachdem ich 40 Jahre als Linienpilot geflogen bin, davon 35 Jahre als Flugkapitän und mit insgesamt 23.000 Flugstunden. Situationen wie in Hamburg habe ich genügend erlebt.
Eine dienstjunge Copilotin von 24 Jahren kann noch nicht lange von der Flugschule weg sein; trotz guter Ausbildung muss auch sie erst über längere Zeit Erfahrung sammeln, wie übrigens überall im Leben, um mit einer sehr schweren Heraus- forderung wie eine Landung mit maximalem Querwind bei Sturm fertig zu werden.
Das Video zeigt eindeutig einen komplett unstabilisierten Endanflug: hier ist das Flugzeug mit der Copilotin geflogen, es sollte aber umgekehrt sein.
Die Verantwortung für die Flugsicherheit gebietet es, auch gegenüber den Passagieren an Bord, dass der Kapitän die schwierige Landung selbst fliegt, denn er hat die grössere Flugerfahrung und ist zusätzlich noch durch eine lange und schwierige Kapitänsausbildung gegangen.
Detlef Stark, Flugkapitän i.R.

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08. März 2008 12:09

24 Jahre reicht doch

Alwin Peifer-Weiss (APeWe1)

Endlich ein Beitrag zum Thema mit Sinn und Verstand.

Junge Segelflieger z. B. können ihre Privatpilotenlizenz schon im zarten Alter von 17. Jahren erlangen. Bis dahin liegen in der Regel 2 Jahre Flugausbildung bei Wind und Wetter mit vielen Starts und Landungen hinter ihnen. Für einen 17 jährigen ist ein(e) Verkehrspilot(in) mit 24 Jahren schon ein super alter Hase(in), auf den/die man bewundernd hinaufschaut.

Den anderen super alte Hasen, die es bisher nicht selbst an einen Steuerknüppel geschafft haben, darf man ein bißchen Aufregung um vermeintlich zu junge Piloten ruhig nachsehen - sie verstehen halt nichts vom Fliegen.

Im übrigen gibt es einen Spruch unter Fliegern, der von Nichtfliegern üblicherweise ignoriert wird: Die Flieger, sagen die Flieger, lassen sich in zwei Gruppen einteilen: die einen haben haben ihre Bauchlandung schon hinter sich, die anderen haben sie noch vor sich.

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