Nackt mit Spencer Tunick

Ich friere so, dass ich wehrlos bin

Bildergalerie Jetzt sind wir alle nackt. Es ist nicht richtig peinlich, aber auch nicht entspannt - unsere Redakteurin hat sich gemeinsam mit 3000 anderen im Wiener Ernst-Happel-Stadion für den New Yorker Fotografen Spencer Tunick ausgezogen. Von Katrin Hummel, Wien

Lesermeinungen zum Beitrag

14. Mai 2008 17:01

Reich & arm!

Stephanie Reyntjes (StephanieRe)

Reicht das nun für die pupsigen Körperfürzchen? Nein - das ästhetische Elend geht weiter: In Amstetten wird Sex fabrikmäßig im Bunker organisiert. In Stadien, Hallen, auf Gletschern ( ... oder in Gewässern oder auf dem Westwall oder vor Petersburg oder auf Friedhöfen nahe Stalindrad - werden Haut und Sexmerkmale - absolut zum blanken Verwechseln ähnlich - zu Markte getragen. - Was die Menschlein alle - wenn sie einzeln, namentlich-identitätsgerecht-physiognomisch e r k e n n b a r wären - mit juristischen Verfügungen und fetten Geldstrafen verhindern würden. Weil es ja K u n s t sei!

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14. Mai 2008 10:32

Größtes Kunstwerk aller Zeiten

Thomas Berger (tberger)

Das können wir doch schlagen! Wir demonstrieren gegen die Handlungs- und Darstellungszwänge des heutigen patriarchalisch-kapitalistischen Systems mit folgender Verweigerungsperformance: Am 01.06.2008 gehen zehn Millionen Menschen nicht in das Ernst-Happel-Stadion, und ich gehe auch nicht hin und mache keine Photos. Nimm das, Spencer Tunick! Kriege ich dafür jetzt Unterstützung aus Steuermitteln? Bittebitte...?

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14. Mai 2008 00:41

Langeweile

Rolf-Peter Lacher (Ganbat)

Es ist erstaunlich, für welche Narreteien man Leute gewinnen kann. Aufregend finde ich daran überhaupt nichts. Bewundernswert ist immerhin die kaltschnäuzige Frechheit, mit der Tunick 3000 Menschen veralberte, die doch tatsächlich ernsthaft glaubten, an einem Kunstereignis teilzunehmen. Anscheinend sahen diese Armen im Geiste in diesem Streich eine Gelegenheit, der Langeweile ihres Lebens zu entfliehen. Aber in Wirklichkeit hinterlässt es nur noch Langeweile, wenn man wieder einmal hört, da hätten sich tausend ausgezogen und dort zweitausend und auf irgendwelchen Plätzen, Gletschern, Brücken auch so und soviel. Nun ja, jeder braucht eben eine kreative Nische: vor einigen Jahren ist einer mit einem Verpackungstick durch die Welt gezogen und hat die Leute zum Narren gehalten; jetzt ist es ein anderer mit einer ähnlich banalen Idee.

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13. Mai 2008 15:26

Wow!

Anette Holländer (Gravitationsstrudel)

Dieser Bericht ist der FAZ also stattliche 44 Bilder wert? Das schaffen ja nicht mal Naturkatastrophen. Als wüssten FAZ-Leser nicht, wie nackte Menschen auf einem Haufen aussehen... Ist der Drang nach "Außergewöhnlichem", Exhibitionismus, "Verrücktem" , kollektiver Entwürdigung so groß? Haben die Menschen tatsächlich nichts Besseres zu tun, als sich nackt in ein arschkaltes Stadion zu legen/stellen/"installieren" bzw. sich das Ergebnis auf 44 Bildern anzuschauen? Als bekennende Banausin muss ich ja zum Glück nicht alles verstehen, was sich "Kunst" nennt.

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12. Mai 2008 22:06

Sieg der Kreativität

Moritz Petersen (Mo1234)

Wieder einmal ein Sieg der Kreativität. Ein solches Einfallsreichtum haut mich direkt vom Hocker. Ist es nicht erstaunlich wie er er sich von der "Um jeden Preis auffallen" -Einstellung so vieler anderer Künstler abhebt, und Kunst mit ganz neuen Mitteln, Motiven, Themen, Inhalten und Botschaften schafft. Faszinierend wie er unseren Horizont mit seinen revolutionären Tabubrüchen erweitert. Soetwas hat es noch nicht gegeben! Mit Künstlern wie diesem wird unsere Kultur große Sprünge vorran kommen! Schande jenen, denen diese Kunst über den Kopf steigt und daher versuchen sich mit billiger Ironie darüber lustig zu machen!

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12. Mai 2008 14:46

Eine der größten Geschmacklosigkeiten unserer Zeit

Robert Schrey (etiterum)

Falls Sie es noch nicht bemerkt haben sollten: offensichtliche Anknüpfung an die KZ-Ästhetik. Ursprung: Floss der Medusa (Gericault).

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