Herzblatt-Geschichten

Witze mit Gebiss

Von Peter Lückemeier

04. Mai 2008 Als Erstes müssen wir leider mit Bunte schimpfen. Sag mal, was du dir in letzter Zeit leistest, das grenzt ja an Pflichtvergessenheit. Seit Monaten keine Zeile mehr über Horst Seehofer! Haben wir nicht ein Recht darauf zu erfahren, wie es seinem Baby geht? Ob er es regelmäßig besucht? Ob er die junge Mutter seines Sprösslings noch immer liebt? Und wie, Bunte, steht es um das Privatleben des Stuttgarter Ministerpräsidenten? Er verließ doch seine Gattin oder wurde von ihr verlassen, weil sie einen Geliebten hat oder so. Und darüber würden wir doch gern mehr erfahren, Bunte, sonst müssen wir dich leider wegen Verletzung deiner Aufsichtspflichten anzeigen.

Da ist der stern doch besser, er hat jetzt mal dem Bundesfinanzminister Peer Steinbrück auf die Finger geschaut. Der Mann ist nicht nur „schwer von sich überzeugt“, er gehört außerdem offensichtlich zu diesen Führungspersönlichkeiten, die Geschlechtsgenossen gern mit absurden Wissensfragen demütigen, zum Beispiel dieser: „Wer schoss im Achtelfinale der Weltmeisterschaft 1966 gegen Spanien das erste deutsche Tor?“ Gut, träfe er mit dieser Herausforderung auf uns, so würden wir ohne Zögern antworten: „Das war Lothar Emmerich in der 38. Minute, lieber Bundesfinanzminister Steinbrück, wenn Sie mit den großen Jungens spielen wollen, müssen Sie schon was Härteres fragen“, aber Memmen und Weicheier lassen sich durch solche von Höhergestellten vorgebrachten Fragen wahrscheinlich schnell aus der Ruhe bringen. Wobei man eines Herrn Steinbrück lassen muss: Schlagfertig ist er ja. Denn er hat auf die doofe Journalistenfrage „Würden Sie ausschließen, dass der Euro weiter steigt?“ eiskalt gekontert: „Würden Sie ausschließen, jemals Hundefutter zu essen?“

59 Jahre, fünf Zentner

Wenden wir uns etwas Appetitlicherem zu, beispielsweise unserer süßen bulgarischen Redaktionsassistentin Snejanka. Wie? Das ist nicht erwünscht? Wird als sexistisch empfunden? Bitte sehr, dann nicht, dann widmen wir uns eben einem anderen Schnuckelchen, dem Reiner „Calli“ Calmund (59 Jahre, fünf Zentner). Er wurde von Echo der Frau gefragt, ob Essen sinnlich sei, und er hat zurückgeschmatzt: „Ja, vor allem dann, wenn jeder mal vom Teller des anderen probiert.“ Na, das ist ja weitgehend eklig. Wenn Snejanka mal auf unserem Teller was stiebitzt, okay, das finden wir auch ganz süß, es ist so lustvoll und intim. Aber wenn der Herr Calmund seinen Löffel stöhnend und schmatzend in unsere Erbsensuppe stecken wollte - da würden wir ihn aber durch eine ganz knifflige fußballhistorische Frage abzulenken versuchen.

Oder wir würden Calli Calmund mit dem Brief konfrontieren, in dem Echo der Frau-Leserin Elisasbeth P. (53) schildert, wie sie ihren Freund (56) wegen eines Seitensprungs wütend zur Rede stellte: „Aber er bereut überhaupt nichts! Er sagt, Treue sei überbewertet.“ Liebe Elisabeth P. (53), wir raten Ihnen dringend, vergessen Sie den Mann und schaffen Sie sich einen Dackel an. So wie Ex-Ulknudel Ingrid Steeger (61). Sie ist nicht mehr auf der Suche nach einem Mann, sondern teilt ihre Wohnung nach Angaben von Neue Welt nur mit ihrer Dackelhündin Adelaide: „Das Tier ist wenigstens treu, lieb und grundehrlich.“

„Ich umarme mich täglich ganz bewusst

Und Männer mit solchen Eigenschaften gibt es nicht? Vielleicht hat Barbara Becker so einen gefunden, sie ist in Revue jedenfalls ganz aus dem Häuschen und strahlt: „Er ist wie die Sonne, die morgens aufgeht.“ Außerdem prahlt sie in sonderbarem Vergleichsstolz: „Er ist fünf Jahre jünger, hat aber mehr Rückenschmerzen als ich.“ Sollte Frau Becker am Ende einen leichten Hau haben? Wundern würde es uns nicht, sie sagt jedenfalls: „Ich umarme mich täglich ganz bewusst.“

Gut, der eine umarmt Bäume, der andere sich selbst, das soll jeder halten, wie er will. Am gesündesten scheint uns, dass Männer ihre Frauen umarmen. So wie Roberto Blanco (70), dessen Hände neulich beim Tanzen nach Bild-Beobachtung „wie festgewachsen“ auf dem formidablen Po seiner neuen, sehr viel jüngeren Gefährtin Luzandra klebten. Sein abermaliges Fremdflirten hat er nach den Angaben von Das Neue Blatt seiner Gattin Mireille (70) gestanden und „dabei sogar gelacht“.

Man kann nicht so, wie man will

Wäre es nicht schöner, Roberto wäre für immer bei seiner Gattin geblieben und man wäre gemeinsam älter geworden? Beim Schauspielerpaar Ann-Kathrin Kramer und Harald Krassnitzer besteht diese Chance durchaus. Die beiden haben sich in Frau im Spiegel ganz doll lieb und stellen sich ihr gemeinsames Alter so vor: „Es tut überall weh, man kann nicht so, wie man will, und abends nehmen wir unser Gebiss heraus und machen Witze darüber, wie wir ohne Zähne aussehen.“

Hoffentlich hat das jetzt nicht der Calli gelesen. Wenn der im Alter auf die Idee kommt, sein Gebiss herauszuholen und damit von unserer Erbsensuppe zu kosten, dann lassen wir ihn von Ingrid Steegers Dackel beißen.



Text: F.A.S.
Bildmaterial: ddp, dpa

 

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