01. September 2004 Die Zwillingstöchter von Präsident George W. Bush, Barbara und Jenna (22), haben auf dem republikanischen Parteitag in New York mit einer launig-frechen Rede überrascht. Sie scherzten am Dienstag abend (Ortszeit) im Madison Square Garden, daß sie die Gelegenheit nicht auslassen wollten, sich live im Fernsehen für die Peinlichkeiten zu rächen, wie sie Heranwachsenden oft von ihren Eltern bereitet würden.
Ihrer (anwesenden) Großmutter Barbara Bush, Frau von Ex-Präsident George Bush, versicherten sie am Dienstag abend zwar ihre tiefe Zuneigung, auch wenn sie keine Ahnung von Popkultur habe und wirklich nicht hip sei.
Nicht sehr politisch
Sich selbst bezeichneten die Schwestern als nicht sehr politisch, aber sie liebten ihren Vater zu sehr, um jetzt abseits zu stehen. Und dann verwendeten sie zur Beschreibung ihres berüchtigt wilden Studentenlebens in Yale und Texas die Begriffe jung und unverantwortlich - mit eben dieser Formulierung hatte ihr Vater seine Alkoholeskapaden als junger Mann gekennzeichnet. Schließlich verrieten die beiden, daß ihre Eltern sich am liebsten mit dem Kosenamen Bushie anredeten.
Den beiden jungen Frauen fiel am Dienstag die Aufgabe zu, ihre Mutter Laura Bush als Schlußrednerin des Abends einzuführen (Parteitag der Republikaner: Bushs Familienoffensive). Sie hatten einen gänzlich anderen, nämlich wirklich unpolitischen Auftritt verglichen mit den Töchtern des demokratischen Präsidentschaftskandidaten John Kerry. Vanessa und Alexandra Kerry hatten vor vier Wochen auf dem demokratischen Parteitag in Boston ausführlich über die hohen menschlichen und charakterlichen Qualitäten ihres Vaters geschwärmt.
Die Bush-Töchter demonstrierten mit ihrer knapp fünfminütigen Ansprache eine freundliche und herzliche, aber keineswegs spannungsfreie Normalität amerikanischer Familien. Sie haben im übrigen durchaus schon konkrete Zukunftspläne: Jenna, die Anglistik an der University of Texas studierte, will Lehrerin werden; Barbara, Absolventin der Geisteswissenschaften an der Eliteuniversität Yale, will in Afrika oder Osteuropa in Anti-Aids-Programmen arbeiten.
Text: @tor mit Material von dpa und AFP
Bildmaterial: AP, REUTERS