02. November 2004 Königin Elizabeth II. hat die ersten Stationen ihres Staatsbesuchs absolviert: Bundespräsident Horst Köhler empfing die Monarchin und ihren Ehemann Prinz Philip im Schloß Charlottenburg, wo sie mit militärischen Ehren und unter dem Jubel von mehreren hundert Schaulustigen empfangen wurde. Anschließend fuhr die Königin ins Bundeskanzleramt.
Schröder bedauert das Thema Entschuldigung
Der Regierungschef und das britische Staatsoberhaupt sprachen bei dem Besuch mit einer Gruppe von jeweils sechs jungen Briten und Deutschen, die gemeinsam die Folgen des Klimawandels untersuchen. Sie präsentierten eine Arbeit über die Auswirkungen des Klimawandels in Großbritannien und Deutschland.
Schröder bedauerte im Gespräch mit der britischen Königin die absurde Debatte zum Thema Entschuldigung. Wie nach dem Treffen am Dienstag verlautete, hob der Kanzler die großen Anstrengungen Großbritanniens zur Aussöhnung beider Völker hervor: Großbritannien hat eine versöhnende Rolle gespielt. Britische Medien hatten vor dem Besuch den Dementis beider Seiten zum Trotz behauptet, die Deutschen verlangten eine Entschuldigung der Königin für die britischen Bombardierungen deutscher Städte im Zweiten Weltkrieg.
Rund tausend Polizisten sorgen für Sicherheit
Für die Sicherheit der Monarchin sind in der Hauptstadt rund 1000 Polizisten zu Lande, zu Wasser und in der Luft im Einsatz. Für zwei Nächte residiert die Königin in der Präsidentensuite des Hotels Adlon mit Blick auf das Brandenburger Tor.
Am Mittwoch eröffnet die Queen in Berlin eine Klimakonferenz in der britischen Botschaft. Darüber hinaus wird sie vom Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) willkommen geheißen und zwei Ausstellungen auf der Museumsinsel besichtigen.
Termine in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen
Am Mittwochnachmittag will das britische Staatsoberhaupt mehrere Termine in Brandenburg wahrnehmen. Dabei sind auch ein Treffen mit Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) und ein Mittagessen im Schloß Cecilienhof vorgesehen. In Bornstedt trifft die Queen mit Brandenburger Beschäftigten von Rolls Royce zusammen.
Zum Abschluß ihres Deutschland-Besuchs reisen die Königin und Prinz Philipp am Donnerstag nach Düsseldorf weiter. In Nordrhein-Westfalen war die Königin seit 1965 nicht mehr auf Staatsbesuch.
Text: FAZ.NET mit Material von dpa und AP
Bildmaterial: AP, dpa/dpaweb