Niedergang einer Kulturtechnik: Wer schreibt heute noch mit der Hand?

Handschrift

Jetzt mach aber mal einen Punkt!

Wer schreibt heute noch mit der Hand? Zum Stift greift man meist nur noch für den Einkaufszettel, sonst hält die Computertastatur, der Blackberry oder das Handy her. Auch in der Schule hat die Handschrift an Bedeutung verloren.

Lesermeinungen zum Beitrag

10. Juni 2007 19:27

Unschön, Herr Ludwig, ist es, ...

Klaus Brinkmann (Chefarzt_Schwarzwaldklinik)

...wenn man kritisiert, ohne sein Gegenüber in voller Größe zu akzeptieren. Denn das "sie" in "scheinen sie noch nicht nachgedacht zu haben" verdiente es durchaus, zu einem "Sie" erhöht zu werden. Ansonsten gehe ich weitenteils mit Ihrer Ansicht konform, meine jedoch, daß die vorläufige Rückgabe einer Seminararbeit, nachdem erst zehn orthographische Fehler festgestellt worden sind, doch ein gewisses Maß an Hartherzigkeit impliziert.

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07. Juni 2007 11:16

@ Herrn Büsing

Marta Rublik (Vitruvia)

"dafür wird aber an gymnasien der umgang mit der tastatur nicht unterrichtet. daher schlagen sich die meisten mehr schlecht als recht mit 2 bis 4 fingersystemen durch. hier sehe ich eine eindeutige bildungslücke!"

Ich komme aus der Generation, bei der in der Mittelstufe die ersten Computerkurse an "normalen" Gymnasien angeboten wurden.

Die meisten meiner Bekannten haben das 10-Finger System dennoch nie "gelernt". Vor allem die, die sich heute beruflich mit Computern beschäftigen, haben das nie gebraucht. Ihr Verhältnis von Zeit zu getippter Textmenge hingegen lässt sich nicht bemängeln.
Ich denke, jeder, der einige Wochen täglich am Rechner Texte tippen muss, lernt das schnelle Tippen auch recht schnell. Das kommt von allein.

Bei diesem Punkt halte ich es aber für wichtig, die Generation zu unterscheiden!! Je jünger der Mensch, desto eher lernt er den Umgang mit der Tastatur von allein.
Und die Relevanz zum Alltag: Zettel und Stift benutzt jeder mal im Alltag, eine Tastatur hingegen nicht unbedingt.

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06. Juni 2007 17:43

Schönschreiben ungleich Rechtschreiben

Andreas Lehmann (alm)

Der Beitrag wirft Schönschreiben und Rechtschreiben teilweise durcheinander. Zur Orthographiefrage sind dann alle der Meinung, dass es keine Beliebigkeit geben soll, ein Standpunkt der nur von Knalltüten abgelehnt werden kann. Diese Beliebigkeitsthese wird dann aber mit der Schönschriftdebatte vermengt, was problematisch ist, denn soweit ich gehört habe, bildet sich die persönliche Handschrift erst ab etwa Klasse 6 aus. Dies hatte ich noch während meiner Schulzeit gelernt, als es in der Unterstufe (Grundschule im Osten, Klasse 1-4) noch Schriftnoten gab. Ich hatte meistens überall Einsen, ausser in "Schreiben" und "Betragen" (konstante Dreien), den Gängeldisziplinen einer Schulstufe, in der Lehrerinnen pathologisch überrrepräsentiert waren und leider noch sind. Vor diesem Hintergrund kam mir folgender Satz im Beitrag besonders unsinnig vor: "Die Kinder in der 2 a schreiben alle ähnlich - die Vereinfachte Ausgangsschrift lässt wenig Raum für ein dezidiert eigenes Schriftbild." Ich behaupte, dass Zweitklässler in den seltensten Fällen ein "dezidiert eigenes Schriftbild" haben. Und noch eins: wenn Schön- und Rechtschreiben korreliert wären, wären dann fast alle Ärzte ("Doktorschrift") Sonderfälle?

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06. Juni 2007 16:17

Doch ein Problem, Herr Büsing, ist es...

Cornelius Ludwig (CLudwig)

... wenn Sie so schreiben, wie Ihnen der Schnabel gewachsen ist, nämlich für mich als Leser. Darüber, daß eine einheitliche Rechtschreibung der schnellen Erfaßbarkeit eines Textes beim Lesen dienen könnte, scheinen sie noch nicht nachgedacht zu haben. Man kann zwar tatsächlich verstehen, was Sie meinen, muß sich dafür aber beim Lesen mehr anstrengen; das ist genauso unhöflich, wie wenn Sie jemanden ungefragt per R-Gespräch anrufen. Mangelnder Respekt vor der Orthographie ist deswegen auch mangelnder Respekt vor dem Leser und keineswegs Ausweis von Genialität oder einer nonkonformistischen Gesinnung, wie Sie es wohl glauben. Gerade wenn Sie das Schreiben nur unter ökonomischen Gesichtspunkten betrachten wollen: Durch Vernachlässigung der Orthographie verlangsamen Sie jeden schriftlichen Kommunikationsprozeß (ein weiterer Denkfehler der "Reformpädagogik", Herr Winter). Und, Herr Büsing, da Sie Student sind, sollten Sie ein "Kultur-Trivium" nun wirklich kennen: Es heißt "Kommilitone". Ab dem zehnten orthographischen Fehler weigere ich mich übrigens, eine Seminararbeit weiter zu korrigieren und gebe sie zurück. Einen Schein gibt's erst nach Überarbeitung. Zu meiner Studienzeit vor zehn Jahren war das auch so.

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06. Juni 2007 15:51

leserliche Handschrift

Marta Rublik (Vitruvia)

Varum mus ich den shön shraibn kön wen ich mate auch nih kön mus?

Und so weiter und so fort... Dass Grammatik und Rechtschreibung nicht im Freistil benutzt werden sollten, ist für mich eine Sache, die gar nicht diskutiert werden braucht.

Beim Thema "Handschrift" sollte man unterscheiden:
Es ist nicht nötig, dass alle Kinder die gleiche schöne Schnörkelschrift lernen.
Aber was spricht denn dagegen, im Deutschunterricht bis zur 4. Klasse ausschließlich mit der Hand und vor allem aber Unmengen an Texten zu schreiben? Die Tastatur beherrschen die Kleinen auch von allein.
Das Ziel sollte dabei sein, dass jedes Kind eine leserliche Handschrift hat und die Landessprache beherrscht. Ist das denn zu viel verlangt?

Mir hat Schreiben zum Glück immer Spaß gemacht. Für mich hatte das etwas mit dem gesamten Erscheinungsbild eines Menschen zu tun.

Heute ist es so, dass meine Klausuren, egal wie sehr ich schmiere, IMMER ordentlich aussehen!
Unleserlich schreiben kann ich gar nicht mehr. Und ich habe es ernsthaft mal versucht!

Was ist mit den Kindern, die schön schreiben könnten, es aber leider nicht lernen, da es ihnen keiner beibringt?

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06. Juni 2007 15:01

Richtig, Herr Winter -- falsch, Her Büsing ...

Herrmann Mueller (Herbie_2005)

Den Worten von Herrn Jürgen Winter möchte ich nichts hinzufügen, weil ich seine Äußerung so unterschreiben kann. Ich habe selbst auch den Eindruck, daß sich mehr und mehr diejenigen auszeichnen, die noch ordentlich schreiben können, und zwar ganz gleich, ob sie die Reformschreiberei nun ablehnen (wie ich) oder akzeptieren.

Herrn Büsing kann ich nicht ganz zustimmen.

Zitat:
[...] obwohl ich ohne strenge beachtung der rechtschreibung, der kommasetzung und grammatik geschrieben habe, konnten sie es verstehen [...]

Das stimmt so eben nicht. Herr Büsing hat zwar konsequent die Bequemlichkeitskleinschreibung verwendet, ansonsten aber ganz ordentlich formuliert. Ich habe natürlich keine Fehler gezählt, aber verglichen mit dem, was man in Leserkommentaren sonst so vorfindet, ist Herrn Büsings Text trotz Kleinschreibung gar nicht schlecht. Somit widerspricht er sich selbst.

Wirklich schlechte Beiträge sieht man -- leider auch in Faz-Leserkommentaren -- haufenweise. Das sind z.B. längere Texte ohne Satzzeichen und wild aneinandergereihte Gedanken, die dem Leser zumuten, er möge beim Lesen erst mal für Ordnung sorgen. Kleinigkeiten, z.B. ein einzelnes fehlendes Komma oder berüchtigte Zweifelsfälle, fallen nicht ins Gewicht.

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06. Juni 2007 14:29

Computer in Schulen

Jan de Graaff (JDG123)

Ich bin in Kanada auf einer Schule, an der jeder Schueler einen Computer (Laptop) haben muss. Jeder Schueler bekommt einen E-Mail account und kann so ueber das Internet, natuerlich Wireless in jeden Klassenraum, mit seinen Lehrern oder anderen Schuelern kommunizieren. Es hat zwei Seiten einen Computer im Unterricht zu haben. Ich finde es unheimlich praktisch, wenn ich eine Frage habe bei den Hausaufgaben meinem Lehrer einfach eine Mail zu schreiben und dieser dann auch direkt antworten kann. Andererseits wird man sehr faul und ist schnell unzufrieden wenn irgendetwas nicht stimmt mit seinem Computer oder dem Internet. Fuer manche Klassen, wie Naturwissenschaften oder Musik ist ein Computer unheimlich hilfreich, da man professionelle Software benutzten kann, die spaeter im Berufsleben notwendig sein kann. Die Schrift geht schon etwas verloren, was ich persoenlich schade fand, weil ich mit meinem Old school Fueller hier angekommen bin und die mich angeschaut haetten als wuerde ich hinterm Mond wohnen. Wenn etwas geschrieben wird dann mit Bleistift oder Kugelschreiber. Ich halte eine ordentliche Schrift fuer sehr wichtig da es aus meiner Sicht auch einen gewissen Intellekt widerspiegelt.

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06. Juni 2007 14:13

Blick auf Frankreich

Ruth Salber-Buchmüller (salberbuchmueller)

In französischen Schulen weist bereits ein
zwölfjähriger Schüler ein fließendes Schriftbild
auf.
In den oberen Klassen, die zum "Bac" führen,
verfügen die Schüler über eine beeindruckende,
die Persönlichkeit wiedergebende Handschrift.

In Frankreich wird in allen Fächern unendlich viel
geschrieben.
Die Menge der zu schreibenden Texte entspricht
weitgehend den vorliegenden Texten in den
Büchern.
Da muß sich zwangsläufig die eigene Handschrift
ausbilden.
Die aus unserer Sicht zu verlachenden hinter-
wäldlerischen Franzosen kennen ja auch - nebenbei
bemerkt - keinen einzigen englischen Computer-
Ausdruck, zumindest wird ein solcher flächendeckend
nicht benutzt.
Französische Achtzehnjährige merken erstaunt auf,
wenn sie "downloaden" hören oder ähnliches.

Auch hier: vive la France!



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06. Juni 2007 12:30

Sachlich beschrieben...

Michael Menzel (Galenos)


...hat Florentine Fritzen den Niedergang nicht nur des Hand-Schreibens an sich sondern indirekt auch die fortschreitende Dekadenz unserer Gesellschaft. Die Toleranzgrenze für Leistungen jedweder Art sinkt immer weiter. Die Deutsche Gesellschaft steuert auf den totalen Hedonismus zu, sie verblödet und verpöbelt. Werte existieren nur noch im Bewußtsein kleiner Eliten; sie werden weder durch Lehrer vermitttelt noch würde der Wert von Werten verstanden werden.
Dieser Abdriften wird mittelfristig einen verheerenden Einfluß auf die Volkswirtschaft und auf die Stimme Deutschlands in der Welt haben.

... „Aber das Schreiben mit der Hand fällt vielen Kindern motorisch ohnehin schon sehr, sehr schwer.“ Ja, dieser Lehrer gehört bereits zu der Generation die Bildung an sich nicht mehr genossen haben.

Böhme's Analyse triftt es: ...(als)"es noch Persönlichkeiten gab - im tiefen Sinne des Wortes gereifte und mit Charakterstärke und eigenen Zügen ausgeprägte Menschen“. Heute wollten die Menschen nicht mehr Persönlichkeiten sein, sondern bloß noch Individuen ...die nach eigenem Gusto leben wollen...In einer Zeit, in der nicht mehr Persönlichkeiten gefragt seien es nur folgerichtig, dass die getippte Schrift alles Eigene nivelliere."

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06. Juni 2007 11:57

Pisa lässt grüßen!

S. Bailey (S.Bailey)

Ich gehöre glücklicherweise noch zu der Generation, die richtiges schreiben gelernt hab. Aber was ist schon noch richtiges schreiben?
Nach einer Rechtschreibreform und der Reform der Reform und einer weiteren Reform weiss doch keiner mehr, wie man schreiben soll. Wenn jetzt auch noch die Grammatik verwässert wird und die Kinder "nach Gehör" schreiben sollen, brauchen wir uns nicht wundern, wenn wir bald einer Generation von Jugendlichen gegenüberstehen, die wirklich nicht mehr schreiben kann, wenn keine Hilfsmittel zur Verfügung stehen.
Früher mag die Schule vielleicht härter gewesen sein, aber richtig schreiben konnten die meisten anschließend schon. Diktate, anschließendes Korrekturschreiben und Schriftnoten sind einfach ein effektives Mittel, um das richtige Schreiben zu lernen, auch wenn das einigen nicht gefallen mag, aber mit Faulheit ist man eben noch nie weit gekommen.
Die Liberalen-"Wir spielen lieber"-Lehrkräfte sollten sich vielleicht einmal Gedanken über den Zusammenhang von eben dieser Erziehung und den späteren Pisa-Studien machen. Und wen wundert es da noch, dass so mancher 10.Klässler schreibt, wie früher ein 3.Klässler.

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06. Juni 2007 11:34

Die Verkürzung der Person

Esther Zeiher (estherzeiher)

Zweifelsohne wird heute mehr kommuniziert und die Geschwindigkeit unserer Zeit erfordert schnelle Botschaften in Arbeitsprozessen. Doch wie in vielen Bereichen wird die Verkürzung und Raffung in das Persönliche übertragen.

Da es in den Schulen kaum noch um die Seele der Kinder (musische Bildung), sondern um deren wirtschaftliche Verwertbarkeit geht, ist es doch nicht verwunderlich, dass die Kommunikation von Mensch zu Mensch (wie beschrifte ich einen Briefumschlag, welche Worte wähle ich zum Muttertag...) keinen eigenen, ernstzunehmenden Stellenwert mehr hat.

Und das Ganze getarnt als dem Kind gemäße Bildung, ohne jegliche Forderung an Einsatz und Überwindung, baut nur weiter an einer Gesellschaft egoistischer Individuen, deren höchste Ausdrucksform darin besteht "gggg** - bin n Mädchen - haste nich gemerkt?***:))" in den PC einzugeben.

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06. Juni 2007 10:42

Der Denkfehler aller Reformpädagogen

Jürgen Winter (rijukan)

Gegen die Vereinfachte Ausgangsschrift ist eigentlich nichts zu sagen -sie verbessert den Schreibfluß und die Klarheit des Schriftbildes.

Im Bereich Rechtschreibung sieht es ganz anders aus. "Moderne" Bestrebungen gehen dahin, deren Verbindlichkeit aufzulösen: jeder schreibe, wie es ihm paßt. Das ideologische Ziel dahinter: eine schlechte Rechtschreibung soll kein Klassenmerkmal, kein Stigma der Unterprivilegierten mehr sein.

Man kann dieses Ziel gut oder schlecht finden. Aber die Reformpädagogen konterkarieren es gerade durch die neue Beliebigkeit. Es läuft nämlich darauf hinaus, daß eine gute Rechtschreibung, eine sichere Grammatik und eine sinnvolle Zeichensetzung immer aussagekräftiger, immer mehr zur Visitenkarte eines belesenen, gebildeten Menschen werden. Gerade weil NICHT mehr jeder diese Dinge lernt, sondern nur der, der es sich selber erarbeitet oder vom Elternhaus beigebracht bekommt.

Rechtschreibprogramme wiegen in falscher Sicherheit, weil sie bestimmte Fehler NICHT zu erkennen vermögen - und die sind dann ein besonders beredtes Zeichen für das Unvermögen des Schreibenden. Und was, wenn man im Assessment-Center OHNE diese Krücke einen Text verfassen soll?

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06. Juni 2007 09:54

Wo aber will man die Grenzen ziehen?

Imke Saidykhan (isy_altklug)

Handschrift ist nicht mehr wichtig. Auf Rechtschreibung muss nicht mehr soviel wert gelegt werden. Grammatik - wozu? Okay, dass im Zeitalter des Computers immer weniger mit der Hand geschrieben wird, mag nur einige Nostalgiker traurig stimmen, was aber in Internetforen an Rechtschreibfehlern durch die Gegend wimmelt, finde ich schon bedenklich. Wenn man dann den Ansatz in deutschen Grundschulen sieht, Kindern in der Rechtschreibung sich selbst zu überlassen, dann muss man sich nicht wundern, wenn sie später sich dann auch nicht mehr mit den Regeln auseinandersetzen. Und Grammatik..... - gerade habe ich erfahren, dass es jetzt wohl in Ordnung ist, wenn man sagt: wegen dem Wetter gehe ich heute nicht raus. Okay, dann aber bitte auch: das ist Hermann sein Auto. Ist doch in Ordnung, Hauptsache, Schreiben macht Spaß - oder sollte ich schreiben "Spass"? Mein 8jähriger Sohn musste gerade in Deutsch einen Satz ergänzen, in dem Feuer "heiss" ist (vorgegeben waren fünf Buchstaben) und ein Gebäude "Seulen" hat (nur ei, au und eu standen zur Auswahl). Also, alles Banane, Leute! Wir wollen schließlich niemanden überfordern. Solange wir uns noch verständigen können, soll jeder machen, was er will - und sich niemand beschweren.

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06. Juni 2007 08:38

Mir ist das Gott sei Dank erspart geblieben

Jitzak Tanenbaum (tanenbaum)

Ich gehörte an meiner Schule zu einem der letzten Jahrgänge, die noch richtig Schreiben gelernt haben. Benotete Diktate und ähnliche Grausamkeiten gehörten zu unserem Alltag von Klasse 1 an. Störer durften nicht auf den Hof rennen, sondern wurden in die Ecke gestellt.

Das änderte sich als unser alter Direktor in Ruhestand ging, und eine Reformpädagogin das Ruder übernahm.

Von da an ging's ab Richtung Spielschule. Freiarbeit mit Wochenplänen, 32 Wochenwörtern, Sätze mit Wortwürfeln zusammenwürfeln (Opa umarmte heute den Küchentisch). Mehr als 32 Wörter pro Woche richtig schreiben zu lernen war unzumutbar; Diktate wurden fortan aus diesen "Wochenwörtern" geschrieben, damit es auch der letzte noch kapierte. Kurz nachdem ich die Schule verließ, wurde dann das Gekrakel vereinfachte Ausgangsschrift eingeführt: Ein besoffenes Huhn in Tinte getaucht und über ein Blatt Papier gescheucht.

Später auf dem Gymnasium das gleiche Bild: Der Wurm des Spielschulübels nagte sich hinter mir durch's Bildungsgebälk.

Aber immerhin: Ich habe noch richtige Schreibschrift gelernt.

J. T.

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06. Juni 2007 07:14

Alles mit dem Computer

Rhea Martin (smile842)

Ich schreibe natürlich auch meinen Einkaufszettel mit dem PC, erstens geht es schneller und zweitens spare ich mir auch noch die Zeit und Mühe wenn ich später mein Gekritzel wieder entziffern muss.

Außerdem finde ich es sehr gut dass es keine Note meht auf Schönschrift gibt, wenn man es nicht kann, kann man es nicht und bekommt nur Krämpfe in der Hand. Schließlich gibt es wichtigeres in der Schule zu lernen als Schönschrift zu üben!

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