“Wir waren von Ihrem Brief sehr beeindruckt“

Entführungsfall Kampusch

Unsere Neugier ist grenzenlos

Das Entführungsopfer Natascha Kampusch hat „der Weltöffentlichkeit“ einen Brief geschrieben, und die Medien antworten: „Wir glauben, daß die Öffentlichkeit ein Recht darauf hat, Ihre Geschichte zu erfahren - ob Sie das wollen oder nicht.“ Von Harald Staun

Lesermeinungen zum Beitrag

05. September 2006 22:15

Leider in vielen Punkten zutreffend, ABER...

Sebastian Arndt (BillTuer2)

So brutal das klingen mag, viele Punkte dieses Briefes treffen absolut ins Schwarze. Über die heutigen Medien, die für Auflagen über Leichen gehen...

ABER: Bisher habe ich die FAZ für eine Zeitung mit ein wenig mehr sozialer Kompetenz und einem ausgeprägteren Gewissen gehalten, wenn man so etwas bei einem Medienkonzern überhaupt sagen kann. Dieses Bild hat sie mit diesem Artikel beschädigt.

Sicher viele Leser werden trotzdem mit Spannung sämtliche Details über diesen und ähnliche Fälle aufsaugen (und sich darüber natürlich aufs heftigste empören) und sicher wird das der Auflage nicht schaden. Aber wenn sich obige Artikel häufen wird sich die FAZ langsam aber sicher aus dem Kreis der seriösen Zeitungen entfernen, die Leser werden wechseln und BILD kriegt Konkurrenz :-) ....

Zugegeben, davon ist die FAZ noch weit entfernt. Aber der Kurs, den dieser Artikel einschlägt ist beunruhigend. Es bleibt zu hoffen, dass "Reporter" wie Herr Staun nicht ganz die Navigation übernehmen, um sich mit fliegenden Fahnen der Methodik des Boulevard-Journalismus anzuschließen.

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04. September 2006 23:33

Neugier

Werner Neustock (altego)

Nein, nein, nein,
die "Öffentlichkeit" hat kein Recht darauf zu erfahren, wie es in einem Menschen aussieht.
Niemals, und auch nicht mit einer noch so wohlfeilen Begründung.
Das Persönlichkeitsrecht ist immer höher zu bewerten als jedes "Recht" auf Information!
Auch wenn den "Hyänen" der Sabber von den Lefzen tropft.
Pfui Deibel den Skandal- und sonstigen "Reportern"!

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04. September 2006 10:30

"Unsere Neugier ist grenzenlos"

Erich Grantzau (oncidium)

Sehr geehrte Damen und Herren der FAZ-Redaktion,
mit "Ihrer grenzenlosen Neugier" erreichen Sie aus meiner Sicht nun auch schon "Bild"-Qualität.
Das Bild-Abo ist wesentlich günstiger wie das von FAZ.
Das veranlasst mich über einen Wechsel meines FAZ-Abos zu Bild nachzudenken - es sei denn, Sie versagen sich künftig den Abdruck eines derartigen Schwachsinns.
Mit den besten kritischen Grüßen verbleibe ich
Erich Grantzau

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04. September 2006 09:38

es spreche jeder für sich

Andrei Stefanescu (Steinspecht)

"Du sollst nicht langweilen" - das 11. Gebot.

Daß Medien, vertreten von dem Autor des Artikels (fühlen sie sich alle vertreten?) auch nüchtern und nachvollziehbar argumentieren, warum sie nicht lockerlassen können, ja dürfen, das leuchtet ein - ein schönes Essay zum Existenzrecht der Medien.

Daß jedoch ein Mensch in die Einsamkeit flüchtet, wenn er Schutz vor den Medien sucht, ist eine dermaßen vermessene, dumme und im Zusammenhang mit Frau Kampusch auch beleidigende Behauptung, daß die Vermutung nahe liegen könnte, es gehe um einen Fall von Futterneid. Der Autor des Artikels möchte auch ein wenig Aufmerksamkeit - vielleicht? Ein ganz klein wenig? Nein?

Frau Kampusch will wohl leben - nicht auf dem Seziertisch, sondern in der freien Wildbahn. Vor den Wesen, die sich dort herumtreiben, weiß sie sich zu schützen, was denen wiederum nun nicht paßt.

Pech.

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04. September 2006 02:54

Neugier

Karl-Heinz Isleif (Isleif)

Ein klasse Artikel!

Karl-Heinz Isleif
Tokyo, Japan

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03. September 2006 18:06

Literarisches Kunstwerk

Michael Redecker (TheSun)

Sehr geehrter Her Staun,

ich möchte mich bei Ihnen für diesen wirklich sehr interessanten Artikel bedanken. Ich selber sehe ihn als ein Literarisches Kunstwerk an. Selten hat ein Artikel in die Medien die Leser derart gespalten. Die einen erkennen sehr viel Rhetorik, andere sehen es als einen ehrlichen offenen Brief an. Wenige erkennen darin eine Journalistische Genialität.

Nach meiner Meinung erreicht so ein Artikel die Leserschaft über die übliche Zielgruppe der FAZ hinaus. Schließlich haben Sie damit die Aufmerksamkeit der Leser erreicht (siehe Kommentare), ohne auf das Boulevard Niveau der „B-Zeitung“ zurück zu greifen.

Gleichzeitig könnte ich noch zum Ende kritisieren, das wenn man keine Neuigkeiten über den aktuellen Fall hat, muss man eben einen solchen Artikel verfassen, um im „Medienrummel“ die Kette der Informationen nicht zu unterbrechen bis sich neue Informationen finden. Das unterlasse ich an dieser Stelle aber, um mich nicht in eine Meinungsecke zu diesem Artikel drängen zu lassen. Daher bitte ich den letzten Absatz zu ignorieren.

Mit freundlichem Gruß

TheSun

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03. September 2006 15:02

Besser als die meiste soziologische Medienkritik

Roland Popp (Roteur)

Mit Ironie entlarvt dieser Beitrag die grausamen Medienmechanismen und die "albernen" Begründungsversuche dieser "Journalisten". Egal, wie das Opfer sich fühlt, es wird immer "draufgehalten" und eine angebliche Information enthüllt. Die Idee dies als "offenen Brief" zu verpacken, ist nicht nur ironisch, sondern entlarvt die Eitelkeiten und einen rücksichtslosen sog. "Wahrheitsjournalismus". Der meisten soziologischen Medienkritik gelingt dies nicht so eindrucksvoll wie in diesem Beitrag.

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03. September 2006 14:08

Oh mein Gott

Björn Uhde (mac7)

... das habe ich mir beim Durchlesen dieses Artikels gedacht.

Was muß eine Natascha Kampusch beim Lesen dieses Artikels denken? Das ist doch eine mehr oder minder offene Kriegserklärung der Medien an sie: versteck dich nur, wir finden dich ja doch; versteck dich nicht, wir werden dich so oder so fangen, zerlegen und sezieren.

Es geht hier nicht um eine 'Wahrheit', auf die die Öffentlichkeit ein Anrecht hätte; das ist ein persönliches Schicksal, daß man in dieser Art und Weise wirklich nicht thematisieren sollte.

Einen Tick Anstand und vor allem Abstand zu diesem Entführungsfall wäre von Seiten der Medien wirklich wünschenswert. Berichterstattung, ja bitte; aber nicht in dieser Form. Man zerrt ja auch nicht jeden Schnupfen oder Grippeanfall unserer Spitzenpolitiker in die Weltöffentlichkeit, mit der dramatischen Nachfrage: Wie gesund ist er/sie wirklich? Dort können sich die Medien zurückhalten; wenn es aber um die 'normalen' Menschen geht, dann scheint Zurückhaltung auf einmal ein Fremdwort zu werden.

Und, bitte: hört auf mit der eigenen Nabelschau. Es ist nicht von Interesse, wie die Medien in dieser Sache mit sich selbst umgehen. Wirklich nicht.

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03. September 2006 12:50

an Herrn Schünemann

A. Hamann (alex352)

Nein, Sie sind nicht der einzige, der hier Ironie erkannt zu haben glaubt. Ich zähle bis jetzt außer uns beiden noch einen weiteren Leser... bei fast 30 Kommentaren. Wir sind also - und werden es wohl auch bleiben - deutlich in der Minderheit. Aber macht ja nichts:Ich werde mich in diesem Fall - wie so oft - an den weisen Spruch von Bias von Priene halten. Und unterhaltsamer ist es so auch.
Mit besten Grüßen
A.H.

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03. September 2006 12:35

Unsere Neugier ist grenzenlos

Matthias Wendel (aellendaellen)

Erstaunlich, wieviele Leser die Ironie des Briefs nicht erkennen. Ich finde es sehr gelungen, wie er die Regeln der Meinungsmache ausbuchstabiert. Nur wenn es ein Brief gewesen wäre, der ausschliesslich an Fr. Kampusch adressiert worden wäre, wäre die schäumende Empörung angebracht gewesen. Reingefallen!

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03. September 2006 11:42

STAUNEN

Martin Elsner (MHFE)

Ich freue mich jeden Sonntag auf die von mir sehr respektierte FAS.
Der undifferenzierte und schlecht geschriebene Artikel von H.Staun verdient sicher nicht darin zu erscheinen.

H.Staun hat die eigentliche Aufgabe der Medien vergessen:
gründliche Recherche und sachliche
Informationsweitergabe an urteilsfähige Bürger.
Eine weitere Entmündigung und mögliche Manipulation durch Vertreter dieser Medien brauchen wir sicher nicht.


Natürlich gibt es ein öffentliches Interesse und eine grundsätzliche Informationspflicht von Dingen, die sich gar nicht in Worte fassen lassen.

Es muss endlich mal Schluss sein mit dem sensationslüsternen
'Journalismus'.

Was jetzt im Umfeld von Frau Kampusch passiert, macht mir grosse Sorge. Es ist die Pflicht eines guten Journalisten zu recherchieren, was dort wirklich passiert.
Ist Frau Kampusch in guten Händen, ist sie wirklich autonom in ihren Entscheidungen, welche auch immer das sein mögen, sollte sie man respektieren.

Wer sind diese Personen, die sie betreuen, wer ist dieser Mann der schon 'im Sinne von Frau Kampusch' einen mehrstelligen Betrag mit den Medien vereinbart..

Vielleicht sollte man den Begriff Medien wahrhaftsgetreu neu definieren.

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03. September 2006 11:17

Die verlorene Ehre der Natascha Kampusch

Christopher Schilling (chris4711)

Nein, liebe Mitkommentierende, an diesem Brief ist nicht ein Buchstabe mit Ironie versehen.
Wer die Bilder der Belagerung des Hauses der Natascha K. aus Östereich sieht, dem sollte dies gewahr werden.
Die Medien haben einen neuen Kaspar Hauser und nun wird der "Belze Bub" durchs Dorf getrieben.

Wenn man mit Herrn Staun freundlich ins Gericht geht, so stellt er anschaulich und fast schon auf masochistische Art und Weise die negativen Seiten des Wettbewerbs um Sensationen dar - die Ihn vermutlich selber ankotzen;

Letztendlich entscheidet der Leser und dessen Reaktionen auf die Berichterstattung über Natascha K. aus Ö. wie lange dieser gepeinigte Mensch noch in seinem Verlies eingeschlossen bleibt. Nur wenn Zeitungen konsequent nicht gekauft werden, die auch nur das Wort "Natascha Kampusch" abdrucken und Abonnenten den Redaktionsbriefkasten mit Beschwerden sprengen, kann Frau Kampusch vielleicht in ein normales Leben finden. Leider ist Geld die einzige Sprache, die von jedem verstanden wird.

Wir Leser sind es schuld, wenn es soweit kommt, dass Natscha Kampusch es bereut Ihrem früheren Peiniger entronnen zu sein....

MfG

Chris4711

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03. September 2006 11:08

Please allow me to introduce myself

Sabine Konrad (suessemaus17)

War der Beitrag nicht selbst schon fast zu banal, althergebracht?
Gefallen hat es mir wohl, aber,
"Kennichschooon" hoere ich die Trolle schon groelen.

Die Rolling Stones besangen es bereits mit den Worten: "
Pleased to meet you/
Hope you guessed my name/
But what's puzzling you/
Is the nature of my game
"

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03. September 2006 10:01

Fall Kampusch

Hans-Jörg Rechtsteiner (hhrr)

Was für ein schleimiger, nichtssagender und dabei überaus geschwätziger Offener Brief! Der larmoyante Schluß legt in seiner übertriebenen Selbstanklage die Vermutung nahe, daß der Verfasser gerne predigt und mit dickem Pinsel in Schwarzweiß malt. Das erspart ihm die Arbeit des Feinzeichnens, Modellierens und Abschattierens – eine Arbeit, die ihn anscheinend überfordern würde. Für langjährige Leser ist unverkennbar, daß das Erscheinungsbild des FAZ-Feuilletons in einem allmählichen Erosionsprozeß immer tiefer ins Boulevardeske abgesackt ist – was den Jüngeren vielleicht nicht weiter auffällt, weil die anderen überregionalen Tages- (und Wochen-)zeitungen den Trend ihrerseits auch nicht verschlafen haben. Ein jämmerliches Beispiel ist die dem kommerziellen Zeitgeist geschuldete Medienseite: Hier, wo man als Leser eigentlich kritische Berichte und (Selbst-)reflexionen über das Spiel der Medien im Kräftefeld von Politik, Industrie und Interessenverbänden erwarten müßte, finden man vor allem Promotionsklatsch. Kurzum: Für das Schutzbedürfnis von Frau Kampusch gegenüber der sie hetzenden Medienmeute habe ich größtes Verständnis. Nichts anderes begehrt sie doch, als nicht vom Regen in die Traufe zu kommen.

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03. September 2006 09:37

Realität

Isabel Eder (isieder)

Der Anspruch, der hier formuliert wird, entspricht eben nicht dem des einzelnen Journalisten sondern dem der 'Medien'. Kann man an die Moral des Einzelnen appellieren, funktioniert das dem breiten Spektrum gegenüber nicht mehr. Schon jetzt sieht man Sendungen, in denen in Ermangelung des direkten Gesprächs mit dem Opfer eben mit 'Experten' über das Opfer und seine Situation gesprochen wird. Die 'Wahrheit' (die sicher nicht mal das Opfer kennt) wird auf Grundlage von Theorien und Mutmaßungen mit dem Ziel formuliert, eine Geschichte zu bekommen, die Einschaltquote und Auflage produziert. Das Opfer ist der einzige Mensch, der diese Maschinerie etwas kontrollieren könnte, indem er die 'Realität' der breiten Öffentlichkeit zugänglich macht und damit den Geschäftemachern ein wenig den Wind aus den Segeln nimmt. Für die Geschichte, die bereits veröffentlicht ist, interessieren sich 'Bild' und 'taff' etc. längst nicht mehr.

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03. September 2006 09:36

Realität

Isabel Eder (isieder)

Der Anspruch, der hier formuliert wird, entspricht eben nicht dem des einzelnen Journalisten sondern dem der 'Medien'. Kann man an die Moral des Einzelnen appellieren, funktioniert das dem breiten Spektrum gegenüber nicht mehr. Schon jetzt sieht man Sendungen, in denen in Ermangelung des direkten Gesprächs mit dem Opfer eben mit 'Experten' über das Opfer und seine Situation gesprochen wird. Die 'Wahrheit' (die sicher nicht mal das Opfer kennt) wird auf Grundlage von Theorien und Mutmaßungen mit dem Ziel formuliert, eine Geschichte zu bekommen, die Einschaltquote und Auflage produziert. Das Opfer ist der einzige Mensch, der diese Maschinerie etwas kontrollieren könnte, indem er die 'Realität' der breiten Öffentlichkeit zugänglich macht und damit den Geschäftemachern ein wenig den Wind aus den Segeln nimmt. Für die Geschichte, die bereits veröffentlicht ist, interessieren sich 'Bild' und 'taff' etc. längst nicht mehr.

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03. September 2006 09:13

Pauschales Reinwaschen

Andreas Knöll (islay)

[bereits auch in http://wetterfichte.blogspot.com/ geschrieben:] Sollte mir die feine Satire dieses Beitrags entgangen sein? Gerade von der Zeitung mit dem klugen Kopf dahinter hätte ich mit eine etwas differenziertere Auseinandersetzung mit dem ätzenden Boulevardjournalismus im Fall Kampusch gewünscht. Diese Chance haben Sie verpasst - schade!

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03. September 2006 08:27

Unsere Neugier ist...

Peter Arbogast (petarbo)

Einen exemplarischen Stempel hat der Autor der Medienbranche auf die Stirn gebdrückt: ein Kainsmal, wie es die Journaille wohl tatsächlich verdient hat.

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03. September 2006 05:53

Harald Staun schlägt zurück...

Marc Neef (marcneef)

...und bietet Frau Kampusch tapfer die Stirn. Hut ab vor so viel Eloquenz und Mut! Das mag nun etwas sarkastisch klingen, aber ich finde es toll wenn unsere journalistische Elite diesen selbsternannten Entführungsopfern mal zeigt, wo der intellektuelle Hammer hängt.

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03. September 2006 03:15

Stillen der Perversitätsgelüste denen Vernunft kein Begriff ist

Nils Ole Petersen (Nilsole)

Es ist wohl unbestritten das die Zahl derer die sich sensationsgierig die Finger lecken immer größer wird, egal ob die Medien die nur auf Begierden der immer ungebildeteren sich weiter vergrößerden Masse antworten, oder gierig verblödete Individuen, trotzdem obliegt den Medien auch die Pflicht der politische Erziehung und es ist mir unvorstellbar wie ein sollches Statement in Absprache mit wissenden Menschen entstehen kann.
Wer in Gottes Namen sollte ein Recht darauf haben etwas über die einzelheiten dieses obskuren Falles zu erfahren!!!

Der Gesunde Menschenverstand ist leider nicht vielen Menschen vergönnt, dies ist keine normative Phrase aber es ist (auch ) in besonderem Maße eure Pflicht auf die angemessende moralische Verantwortung der Europäischen Bevölkerung hin zuarbeiten.


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03. September 2006 03:14

Wir! :D

Klaas Bähre (janklaas)

Und das in der FAZ, man könnte kotzen.

Der Typ der das geschrieben hat, ist ein freier Mitarbeiter, stimmt's? Will sich gewogen machen will, indem er etwas liefert, das die Allmacht der Presse betont.

Wirklich: zum Speien. Und das erscheint in der FAS, die mit der guten alten FAZ zumindest zusammenhängt! Widerlich.

"Wir sind", "Wir können", "Wir bleiben zum Tee", "Wir stellen Fragen". Nee. Der Hansel, der das geschrieben hat, würde einfach gerne "wir" sein, das ist der Punkt - ist es aber ganz offensichtlich nicht.

So schreibt kein anständiger Journalist. Das ist ganz offensichtlich ein gequälter und gejagter Muckel-Schreiber. Nur wie gesagt: Peinlich für die FAZ, daß das veröffentlicht wird.

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03. September 2006 02:35

Ein Offenbarungseid

Christian Nink (taleport)

Ein Journalist, der seine Arbeit einzig über NeuGier definiert, ist ein Armutszeugnis und viel aussagekräftiger und "exemplarisch(er)", was die Relevanz "für einen größeren Zusammenhang" angeht, für die "Abstumpfung der Gesellschaft". Dass ein Ich sich hier auf eher peinlich Weise gleich noch zum Wir macht, verblasst dabei zur privaten Peinlichkeit.

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02. September 2006 23:14

Medien

Bernhard Müller (Agent.Smith)

Es wundert mich, wie die meißten, dass so ein Beitrag von einem Journalisten veröffentlicht wird. Ich glaube ich habe Ihre Botschaft die in ihrem scheinbar offenen Brief versteckt ist erkannt: Ihr Beruf ist es möglichst viele Leser zu interessieren, mit allen Mitteln um Geld zu machen. Ich bin ja der Meinung, dass dies die Medien viel zu viel verblendet. Wie kann man einer Zeitungen etwas glauben wenn nicht die Wahrheitsplicht sondern die Kuriositätsplicht dominiert? Und daran sind Sie keineswegs schuld, da Sie sinngemäß richtig gesagt haben: In den Medien steht was der Leser lesen will. Die Menschen sind sensationsgierig, waren sie schon immer, besonders wenn es um das Schicksaal anderer geht. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen noch viel Spaß bei Ihren Geschichten, sie sind ja teilweise sehr interessant zu lesen. Nur eines muss ich sagen, meine Meinung über die Welt bilde ich mir sicher nicht über Medien, höchstens von Videos aus lokalen Gebieten.

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02. September 2006 23:05

Missverstanden

Robert Klemme (rklemme)

Wenn man genau hinliest, findet man eine Zustandbeschreibung der Medienlandschaft und der sie treibenden Öffentlichkeit und nicht etwa die Forderung, jetzt alle Details der Gefangenschaft erfahren und veröffentlichen zu dürfen. Und diese Beschreibung trifft wohl zu - auch wenn das Ergebnis weder neu noch originell ist.

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02. September 2006 22:19

Niemand hat das Recht!

Peter Neises (XGROBMOTORIKERX1)

und ehrlich gesagt ,will ich die geschichte gar nicht erfahren,wohl aber wer die geheimen spender von Herrn Kohl waren.
darin könnte mal eine journalistische meisterleistung bestehen.
die frau hat so viel elend durchgemacht, jetzt lasst sie in ruhe.
es ist ja schon ein hohn, das eine fotomontage, wie sie eventuell aussehn könnte ,in der zeitung und im fernsehn ist.
jaja der springerjounalismus hat viel einfluß auf die journalisten-weil er so einfach ,so dumm und ohne jegliche moral geschrieben werden kann.
eine süsse versuchung ......................

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02. September 2006 21:42

falsche Adresse?

Andreas König (IM2006)

Gut gemeint und dennoch glaube ich - Falsch addressiert!
Hier wird nicht das Opfer - von dem es auch noch fraglich ist, ob es das liest was in Vertretung für "die Medien" verfasst wurde - sondern eher wohl die Medien anzuschreiben sein, allen voran die Boulevard-Presse, der nichts skuril genug oder schrecklich genug ist und die für alles eine Antwort auf Fragen die nicht gestellt werden durften hat.

Aus meiner Sicht wäre es am besten gewesen, diesen Beitrag nicht zu schreiben.

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02. September 2006 21:23

Die Medien wollen Wahrheit

Stefanie Neubert (contactsteff)

... aber wissen selbst nicht mehr genau, was Wahrheit eigentlich ist.

Vielleicht sollten die Herren/Frauen Journalisten ja lieber dort ansetzen, bei der Darstellung der einfachen, fundamentalen Wahrheit. Also von Fakten, Hintergrundinformationen, überprüfbaren Thesen. In wirklich wichtigen Dingen. Oder lernt man das heute auf den Journalistenschulen nicht mehr?

Dieser Antwortbrief ist sicher ein gewagtes journalistisches Experiment, aber dennoch gleichzeitig eine Unmöglichkeit. Er hat mir wesentlich bei der Entscheidung geholfen, Beiträge zum Thema "Natascha Kampusch" nicht mehr zu lesen. Schon um mir nicht vorwerfen zu müssen ich hätte den Wunsch der jungen Frau nach Ruhe und Frieden nicht respektiert.

Mann, und sowas in der FAZ. Ich fasse es nicht.

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02. September 2006 20:37

Sinnlose Quälerei

Lukas Kreis (kreisl)

Sehr geehrte Frau Kampusch: Machen sie geruhsam weiter so, die Medien werden Sie glücklicherweise bald vergessen.

Sehr geschätzte "Medien": Das ist ein äusserst ehrlicher Artikel. Aber sollte nicht endlich eingesehen werden, dass uns Details über das Leben der Frau Kampusch in den letzten Jahren nichts, und zwar überhaupt nichts angehen? Denken Sie allen Ernstes, es sei im Interesse Ihrer Leserschaft, dass Sie diese Frau noch weiter quälen?

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02. September 2006 20:18

der schmale grat

Konstantin Hamann (kosta232)

ich bin erstaunt von der FAZ so einen Beitrag zu lesen. Er ist der, der bisher die feinste ironie hat, zuoft fühlt sich der Leser ertappt diese Ironie vergessen oder überlesen zu haben (wie auch die anderen Kommentare zeigen).
wie entlarvend!

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02. September 2006 19:16

Das ist ja interessant ...

Julian Thesen (theslian)

Es überrascht mich, dass so ein Brief entstanden ist. Allerdings ist da auch 'was Wahres dran -- Die Medien werden nicht loslassen, dafür ist die ganze Geschichte zu bizarr ...

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02. September 2006 19:05

Freiheit

Ricardo Salva (RicardoSalva)

Herr Staun, ein guter Artikel ist Ihnen da gelungen! Eine ironische Selbstbetrachtung, die nicht jeder FAZ-Leser verstehen wird. Dabei mußte man nach dem Einleitungssatz "Wir glauben, daß die Öffentlichkeit ein Recht darauf hat ..." noch sehr zweifeln, wo Sie uns wohl hinführen werden. Trotzdem. Dieser Satz blieb unwidersprochen und das ist es auch womit man nicht einverstanden sein darf. Dort wo die Freiheit des Einzelnen beginnt, und das ist spätestens in seinen Räumen und in seinem Kopf, da endet die Freiheit der Anderen. So muß auch die Neugier der Öffentlichkeit an dieser Grenze Halt machen.

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02. September 2006 18:47

Wahnsinn

Artur Cisar-Erlach (Kingartur)

Also so einen guten Brief habe ich schon lange nicht mehr gelesen! Es war für mich bissher nahezu unvorstellbar das eine so gute Selbsteinschätzung der Weltweiten Mediensituation aus dem Mund bzw. aus der Hand eines Reporters kommen könnte! Alle Achtung!
An solchen Beispielen merkt man den Unterschied zwischen einer guten Zeitung und einer schlechten!

Toll!!!!!!

mfg
Artur

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