15. August 2005 Mitte des 17. Jahrhunderts gehörte Venezuela, und damit auch Chichiriviche, noch zum Vizekönigreich Neu-Spanien und wurde von Mexiko aus regiert. Wenn man vom Land aufs Wasser schaute, sah man unzählige Inselchen und noch viel mehr Piraten. Ab 1717 gehörte Venezuela als Generalkapitanat zum Vizekönigreich Neu-Granada und wurde von Bogota im heutigen Kolumbien aus regiert.
Wenn man aufs Wasser schaute, dann schien es, als seien die Inselchen und Piraten noch zahlreicher geworden, was aber auch daran liegen konnte, daß die Venezolaner mittlerweile angefangen hatten, einen Rum herzustellen, der bis heute jeden Vergleich mit dem kubanischen standhält.
Inseln wie von Daniel Defoe beschrieben
Inzwischen regiert sich Venezuela selbst, Kolumbianer spielen höchstens als Dienstboten noch eine Rolle, und den Job wie auch das Gebaren der Piraten haben die Fischer von Chichiriviche übernommen, die einen nach harten Verhandlungen mit ihren Booten aus dem trotz seines dekorativen Namens eher schmucklosen Dörfchen auf eine der Inselchen bringen, die exakt so aussehen, wie kleine Kinder Robinson-Inseln malen: ein runder Haufen weißer Sand mit drei Palmen in der Mitte.
Dort verbringt man dann entweder den Rest des Tages und kommt sich vor wie ein Schiffbrüchiger, was durchaus kein schlechtes Dasein ist, wenn man eine Kühltasche mit wahlweise zwanzig Bierdosen der Marke Polar oder zwei Flaschen Cazique-Rum dabeihat. Vor einem realistischen Robinson-Feeling bewahrt im Zweifel folgender Trick: Dem Fischer das Geld für den Trip erst dann geben, wenn er einen wieder abgeholt hat.
Bildmaterial: Taschen Verlag