Gießen

Gentechnikgegner besetzen Versuchsacker

31. März 2008 Eine Gruppe von rund 20 Gentechnikgegnern hat am Montag ein Versuchsfeld der Universität Gießen besetzt. Auf dem Acker soll nach Darstellung der Demonstranten gentechnisch veränderte Gerste ausgesät werden. Mit ihrer Aktion wollen sie die Universität dazu bringen, ihre Versuche zu beenden. Die Universität stellte Strafantrag wegen Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung. Nach Angaben der Polizei wird es jedoch vermutlich vorerst keine Räumung geben. Allerdings würden die Personalien der militanten Gentechnikgegner für spätere Ermittlungen festgehalten.

Die Demonstranten errichteten auf der Parzelle ein dreibeiniges Gestell, auf dem sich einige Menschen anketteten. Mit der Blockade sollten die Versuche das dritte Jahr in Folge verhindert werden, hieß es. „Wenn die Universität auf ihre Risikospielchen mit den profitorientierten Technologien verzichtet, könnte Hessen erneut gentechnikfrei werden - und zwar richtig“, erklärten die Besetzer. Die „gefährliche Saat“ diene nur dem „Profit weniger Konzerne und Karrieristen“. Wie lange die Aktion andauern solle, sei ungewiss.

Uni: Keine Aussaat gentechnisch veränderter Gerste geplant

Die Universität wies die Darstellung zurück. Das Projekt gehe auf ein Programm zurück, das unter der damaligen Bundesverbraucherschutzministerin Renate Künast (Grüne) zur Klärung der Biosicherheit gentechnisch veränderter Pflanzen initiiert worden war. Dabei solle getestet werden, ob die neuen Sorten schädliche Nebenwirkungen auf nützliche Bodenpilze haben könnten. In Gießen würden die Gerstenarten, die mit wenig Dünger und möglichst ohne Pflanzenschutzmittel auskommen sollen, lediglich getestet.

In den vergangenen beiden Jahren hatte die Universität Gießen auf diesem Gelände gentechnisch veränderte Gerstenpflanzen freigesetzt. Auf dem drei mal vier Meter großen Stück sei derzeit nichts gepflanzt. Für dieses Jahr habe die Universität ohnehin keine Freisetzung von gentechnisch veränderter Gerste auf der Parzelle geplant.



Text: FAZ.NET mit dpa
Bildmaterial: dpa

 
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