World Press Awards

Die besten Fotos des Jahres 2003

Sieger bei den “General News“ - Eine Frau im Gaza-Streifen erfährt vom Tod ihres Mannes

Sieger bei den "General News" - Eine Frau im Gaza-Streifen erfährt vom Tod ihres Mannes

13. Februar 2004 Der französische Fotograf Jean-Marc Bouju von der Nachrichtenagentur Associated Press (AP) ist Preisträger des World-Press-Photo-Contests des Jahres 2003. Sein Bild eines irakischen Vaters, der seinen Sohn tröstet, beeindruckte die Jury am meisten. Die Auszeichnungen gelten als Oscars der Pressefotografie.

Sein Foto sei am 31. März in Nadschaf in einem seltenen Moment der Menschlichkeit im Kriegsgebiet entstanden, sagte Bouju. Einem Vater, der von amerikanischen Soldaten gefangen genommen worden sei, sei gestattet worden, seinen vierjährigen Sohn auf den Arm zu nehmen. Der Sohn sei in Panik geraten und habe geschrien, erklärte Bouju weiter. Daraufhin habe ein Soldaten dem Vater die Plastikhandschellen durchschnitten. An diesem Tag konnte der Fotograf seinen Redakteuren wegen technischer Schwierigkeiten nur ein Bild übermitteln. Es war das Siegerfoto. „Ich brauchte einige Stunden, um zu begreifen, daß es real ist“, sagte Bouju zu seinem Sieg. „Ich wollte diesen Preis.“ Bouju verbrachte im März und im Mai neun Wochen als „eingebetteter Fotograf“ für die Nachrichtenagentur AP in Irak. Zuvor erhielt er bereits für seine Arbeit in Afrika 1993 und 1999 den Pulitzer-Preis.

Ausstellung und Bildband

Weitere Gewinner waren Fotografen der Nachrichtenagentur Reuters. So wurde Jerry Lampen in der Kategorie allgemeine Nachrichten mit dem Bild einer Frau, die in Gaza um ihren getöteten Ehemann trauert, ausgezeichnet. Auch der deutsche Fotograf Horst Wackerbarth wurde für seine Arbeit „Die rote Couch“ ausgezeichnet, die er für das G+J-Magazin „Geo“ erstellte. Die Fotos der 61 Gewinner werden auf der ganzen Welt ausgestellt und auch in einem Buch veröffentlicht.

Die preisgekrönten Fotografien werden in Deutschland zunächst vom 29. April bis 23. Mai in Hamburger Pressehaus von Gruner + Jahr zu sehen sein. Der Verlag präsentiert sie gemeinsam mit seinen Zeitschriften „Stern“ und „Geo“ sowie der Deutschen Bahn dann im Willy Brandt Haus in Berlin (28.5. bis 20.6.). Anschließend wird die Ausstellung auf acht deutschen Hauptbahnhöfen gezeigt.

Die Stiftung World Press Photo vergibt jedes Jahr in 18 Kategorien Preise für die besten Pressefotos. 4.176 professionelle Fotografen aus 124 Ländern nahmen am 47. Wettbewerb teil. Insgesamt lagen der Jury 63.093 Bilder vor. Dabei reichten die Fotografen 80,7 Prozent ihre Bilder digital ein. Im vergangenen Jahr waren es 69 Prozent gewesen.

Text: @cop mit Material von AFP, dpa
Bildmaterial: AP, dpa/dpaweb, REUTERS

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