Jürgen Heraeus

Der Unternehmer im Unicef-Vorstand

Von Georg Giersberg

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11. April 2008 Mit der Wahl des Unternehmers Jürgen Heraeus zum neuen Vorsitzenden hat Unicef Deutschland eine gute Wahl getroffen. Das Kinderhilfswerk hat einen Unternehmer gewählt, der Kontakt zu zahlungskräftigen Spendern wiederherstellen kann.

Mit Heraeus hat das Hilfswerk nun aber auch einen Mann an der Spitze, der über alle moralischen Zweifel erhaben ist. Heraeus scheut Konflikte nicht, aber er sucht sie auch nicht. Mit dieser Einstellung hat Jürgen Heraeus als Vertreter der vierten Generation das Hanauer Technologie- und Edelmetallunternehmen Heraeus Holding fast zwanzig Jahre geführt.

Sein Konzern gilt als familienfreundlich

„Ein Unternehmen ist keine Rot-Kreuz-Veranstaltung“, hat der drahtige Mann einmal im Interview mit dieser Zeitung gesagt. Aber es gebe auch eine Verpflichtung der Eigentümer, ist er fest überzeugt. Der am 2. September 1936 geborene Heraeus hat in seiner Zeit als Vorstand aus dem damaligen Edelmetallunternehmen einen internationalen Technologiekonzern geschmiedet mit gut 10 Milliarden Euro Umsatz (davon drei Viertel jenseits der deutschen Grenzen) und mehr als 10.000 Mitarbeitern.

Der Konzern umfasst neben dem Edelmetallhandel inzwischen Gebiete wie Sensoren (für die Stahlindustrie) und Speziallichtquellen (Infrarot- und UV-Strahler), Dentalwerkstoffe und Quarzglas. Gleichzeitig ist sein Unternehmen mehrfach für seine Familienfreundlichkeit ausgezeichnet worden. Trägheit und Selbstzufriedenheit sind Heraeus ein Greuel, die Selbstbedienungsmentalität mancher Manager bringt ihn in Rage.

Vater von fünf Töchtern

Den „ehrbaren Kaufmann“ hält der vielseitige Unternehmer keineswegs für eine traditionsbeladene Floskel. Bis heute engagiert sich Heraeus, verheiratet und Vater von fünf Töchtern, in zahlreichen Gremien. Er ist Präsidiumsmitglied im Bundesverband der Deutschen Industrie, Vorsitzender des Arbeitskreises China im Asien-Pazifik-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft, Vorsitzender des Hochschulrates der Technischen Universität Darmstadt sowie Mitglied im Aktionärsrat des Bankhauses Hauck & Aufhäuser.

Neben anderen Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens steht ihm im neuen Unicef-Vorstand auch der Reeder Peter Krämer zur Seite. Der am 2. Dezember 1950 in Salzburg geborene Hamburger Reeder führt als geschäftsführender Gesellschafter der Marine Service Gruppe eine der weltgrößten Tankschiffreedereien. Er hat sich vor allem als Pazifist einen Namen gemacht, als engagierter Vertreter einer Vermögensteuer und als Förderer der Initiative "Schulen für Afrika".



Text: F.A.Z.
Bildmaterial: ddp, dpa, reuters

 
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