Atlas Maior

Hammerfest

Von Kerstin Holm

19. August 2005 Wer jemals in Europas nördlichster Hafenstadt war und auf ihre felsige, von Nachkriegskästen umkränzte Bucht geblickt hat, der wird das entkörpernde Licht dieses entrückten Ortes nicht vergessen. Die auf siebzig Grad nördlicher Breite nahezu horizontal einfallenden Strahlen der Sommersonne verwandeln die Wasseroberfläche in ein unwirkliches Knittergewebe aus Metallschwarz und Blendreflexen. Die bläuliche Atmosphäre von Hammerfest, die immer schon Maler anzog und aufs schönste zu der grauen Granitküste paßt, macht die Welt der Gegenstände gläsern.

Der Zyklus von Vernichtung und Erneuerung der Stadt am Gipfel des Erdeneis, deren Kirche schon 1640 erwähnt wurde, zeugt zugleich von der Hinfälligkeit und Zähigkeit des menschlichen Biotops. 1809 zerstörten sie die Engländer. 1890 eine Feuersbrunst. 1945 machten abrückende deutsche Besatzer Hammerfest dem Erdboden gleich.

Bildmaterial: Taschen Verlag

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