24. März 2008 Schnee und kühle Temperaturen haben über die Osterfeiertage das Suchen der bunten Eier in weiten Teilen Deutschlands ordentlich erschwert. Das diesjährige Osterfest war das kälteste in Deutschland seit 38 Jahren. Es gab in der Zwischenzeit ähnlich kalte Ostern, aber keine kälteren, sagte der Meteorologe Michael Beisenherz vom Wetterdienst Meteomedia am Montag. Das letzte Mal wurde im Jahr 2001 weiße Ostern gefeiert, damals schneite es am Sonntagmorgen.
Im Jahr 1970 fiel Ostern auf das letzte März-Wochenende, damals hatte den ganzen Winter über bis ins Frühjahr der Schnee gelegen. Gemessen wurde damals am Ostersonntag zum Beispiel in Hannover minus
6,1 Grad, dieses Jahr lagen dort die Temperaturen bei minus 5 Grad. Das wärmste Osterfest wurde im Jahr 2000 gefeiert, und zwar am vorletzten April-Wochenende. Damals zeigte das Thermometer beispielsweise in Berlin 30 Grad an.
Teils heftige Schneefälle
An den Feiertagen kam es vor allem in der Südhälfte Deutschlands zu teils heftigen Schneefällen. Zahlreiche Unfälle und überschneite Straßen hielten die Einsatzkräfte auf Trab. Dafür sorgten bis zu 40 Zentimeter Neuschnee für späte Winterfreuden. Am Ostermontag erreichte die Schneefront Nordrhein-Westfalen. Eine leichte Milderung sehen die Meteorologen erst zum Ende der Woche.
Auf den Straßen kam es bundesweit zu teils erheblichen Verkehrsbeeinträchtigungen. Am Ostermontag verwandelten heftiger Schneefall und Temperaturen um den Gefrierpunkt die Straßen in Nordrhein-Westfalen in teils spiegelglatte Fahrbahnen. Größere Unfälle blieben dennoch aus, auch, weil viele angesichts des Wetters den Feiertag zu Hause verbrachten, wie die Polizei vermutete.
In der Eifel und im Hunsrück mussten Straßen gesperrt werden
Schon am Samstag und Sonntag mussten in der Eifel und im Hunsrück einige Straßen zeitweise gesperrt werden, weil Bäume unter der Schneelast auf die Fahrbahnen gestürzt waren. Teils behinderten querstehende Lkw den Verkehr und führten - wie auf der A 1 Richtung Saarbrücken im Bereich der Mehringer Höhe am Samstagmorgen - zu kurzzeitigen Sperrungen. Starker Schneefall beeinträchtigte den Autoverkehr auch in Franken gleich auf mehreren Autobahnen.
Laut Deutschem Wetterdienst gab es zwar auch in der nördlichen Hälfte des Landes etwa bei Itzehoe und Schleswig Schneefälle. An der Ostseeküste beschäftigten die Einsatzkräfte aber vor allem Überschwemmungen. In Lübeck lag der Wasserstand der Trave laut Polizei bei anderthalb Metern über Normalnull, in der Innenstadt standen Straßen unter Wasser. Auch in Flensburg lag der Pegelstand am Samstagmorgen mit 6,50 Metern etwa eineinhalb Meter über dem Normalwert. Ursache war laut Polizei ein starker Ostwind, der das Ablaufen der Flüsse ins Meer behinderte.
Der Deutsche Wetterdienst rechnet auch in den nächsten Tagen mit Schnee. Erst zum Ende der Woche zeichne sich eine allmähliche Milderung ab, hieß es. Wintersportfans können so noch ein paar Tage länger auf gute Ski- und Rodelbedingungen hoffen. Am Ostermontag lagen auf dem Großen Arber im Bayerischen Wald um die 180 Zentimeter Schnee, auf dem Brocken im Harz hielten sich 96 Zentimeter, im Fichtelgebirge und auf dem bayerischen Wendelstein wurden um die 75 Zentimeter gemessen und Freudenstadt im Schwarzwald meldete noch 46 Zentimeter Schnee.
Text: FAZ.NET mit Material von DPA und DDP
Bildmaterial: AP, ddp, DPA
