Drei Autoren suchen die Empathie, Alexandre Adler folgt den Tempelrittern - und Werner Busch erklärt, weshalb er Constable mehr schätzt als William Turner. Kann man es sich leisten, in Deutschland alt zu werden? Die Sachbücher der Woche.
Sein ambitioniertestes Projekt L'enfer blieb schillerndes Fragment. Jetzt gibt ein neuer Dokumentarfilm mit historischem Bildmaterial faszinierende Einblicke in die Arbeit der französische Regielegende Henri-Georges Clouzot. Nie sah man Romy Schneider bunter. Von Michael Althen
Seit 2001 ist Frankfurts Universität stolze Nutzerin des IG-Farben-Gebäudes von Hans Poelzig. Nun erweist sich der neue Campus als ebenbürtig, dessen erster Bauabschnitt gerade fertiggestellt wurde. Man assoziiert moderne Renaissance. Von Dieter Bartetzko
Eklat beim Münchner Filmfest: Die Jury verweigert die Preisvergabe in den Fächern Regie und Drehbuch und düpiert die Vorauswahl der Sponsoren. Ansonsten lässt man sich von wirtschaftlichen Sorgen nicht die Laune verderben und zelebriert sich als Zuschauerfestival. Von Michael Seewald
Wieder ein Musiker, der den Weg aus dem Netz in den Plattenladen fand: Die ehemalige Soap-Dastellerin Ebony Bones legt mit Bone of my Bones ihr Debütalbum vor und begeistert mit intelligenter hedonistischer Clubmusik. Von Sven Beckstette
An der Casting-Show Giulia in Love?! kann man vieles schlecht finden: die Idee, übers Fernsehen den Mann fürs Leben zu suchen, und die Gastgeberin Giulia Siegel sowieso. Man muss es aber nicht. Eine Sympathiebekundung. Von Jörg Thomann
Bild für Bild David Rieff ist ein beeindruckendes Buch über den Überlebenskampf seiner Mutter Susan Sontag gelungen, der expressionistische Dichter Ernst Blass ist ebenso wiederzuentdecken wie Maeve Brennan - die Romane der Woche.
Oliver Kahns chinesische Torwartcasting-Show hatte bereits vor zwei Wochen beginnen sollen, doch wurde sie kurzfristig zurückgezogen. Gestern begann sie dann unspektakulär. Kahns Auftritt war wenig länger als Michael Schumachers chinesische Sprudel-Werbung. Von Mark Siemons
Was bewegte die Welt im Jahr 1989? Die Tagesschau vor zwanzig Jahren zeigt es uns. Jochen Hieber verfolgt das Langzeitprojekt und ist im Juli auf ein bemerkenswertes Zwischenstadium gestoßen: Schien der Mauerfall im Juni noch denkbar, spricht momentan niemand mehr davon.
Frédéric Mitterrand soll der französischen Kulturpolitik zu neuem Glanz verhelfen: Mit der Eröffnung der Türkischen Kultursaison startete der Neffe des ehemaligen Staatspräsidenten nun seine öffentliche Charmeoffensive. Von Joseph Hanimann
Das amerikanische Justizministerium wird die Frage prüfen, ob das Google Book Settlement gegen das Kartellrecht verstößt. Die Ergebnisse der nun eingeleiteten Untersuchung sollen bis 18. September vorliegen. Von Hannes Hintermeier
Mit seinem 2006 erschienenen Roman Die Wohlgesinnten sorgte Jonathan Littell für anhaltende Diskussionen in der europäischen Literaturszene. Mit Spannung wurde die Reaktion Israels auf die Übersetzung ins Hebräische erwartet, die jetzt vorliegt. Von Jürg Altwegg
75 Maigret-Romane hat Georges Simenon geschrieben. Gerade erscheinen sie in revidierter Übersetzung auf deutsch, chronologisch geordnet, ein Roman pro Woche. Tilman Spreckelsen liest mit und vervollständigt das Porträt eines epochalen Kriminalisten.
Die Journalistin Heike Faller beschloss eines Tages reich zu werden: Also brach sie aus der Routine ihres Lebens aus und versuchte sich ein Jahr lang als Investmentbankerin. Thomas Strobl hat sich mit ihr über ihr Lehrjahr im Kapitalismus unterhalten.
Italien erlebt eine beispiellose Entdeckungsserie bisher unbekannter Selbstporträts. Leonardo da Vinci soll sich plötzlich hinter dem Grabtuch Christi in Turin verbergen, Michelangelo sei die Reiterfigur mit Turban in seinem letzten Gemälde. Geht da alles mit rechten Dingen zu? Von Dirk Schümer
Der Weg zum Buchautomaten ist nicht mehr weit: Können Sie mir etwas empfehlen? Schon jetzt scheint diese Frage in großen Buchkaufhäusern ausgestorben. Nun entlassen Hugendubel, Weltbild und Buch Habel das dazugehörige Personal. Von Marguerite Seidel
Sind es die Schauspieler, die Kalifornien als Gouverneure schlecht beraten haben? Wenn eine Frau wie Nancy Reagan, die gerade in der Vanity Fair auf ihr Leben zurückblickt, auf den sonnigen Bundesstat schaut, versteht sie die Welt nicht mehr. Von Tobias Rüther
Von Loopings und Kapriolen: Peter Dörfler dokumentiert das Leben der Schaustellerfamilie Witte unter dem in diesem Fall tatsächlich sinnigen Titel Achterbahn. Der Film ist Versuch, das Schicksal zumindest im Rückblick zu bannen. Von Bert Rebhandl
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