
Die Kommentare zum Niveau erinnern mich an den "Namen der Rose" (Buch wie Film). Als Bösewicht entlarvt wird dort ein alter Mönch, der verhindern will, daß sich die Menschen neben dem Ernst sich auch mit dem Lachen beschäftigen. Es gehört doch einfach beides dazu, und Fernsehen ist einfach prima für die Unterhaltung geeignet. Jetzt mit der Niveau-Keule wieder einem kontrollierten Staatsfunk das Wort zu reden und freie Sender sogar verbieten zu wollen, zeugt nur davon, daß ideologische Hardliner die Niveau-Dabette für ihre Zwecke instrumentalisieren. - TF

So einfach ist's dann eben doch nicht. Wieder einmal werden Bildung und Intellekt gleichgesetzt (das PISA-Studio ist übrigens eine Studie - wo hier schon über die Orthographie von Larven debattiert wird). Das ist der eine Fehler. Der andere ist, zu meinen, die Zuschauer würden die Inhalte bestimmen. Dem ist nicht so, zumindest zu größten Teilen nicht. Geld bestimmt die Inhalte. In den USA erfolgreiche Formate werden, in Erwartung satter Werbeeinnahmen, eins zu eins übernommen. Neue Formate werden anhand von Marktanalysen und Kundenwünschen generiert, nicht gemäß den intellektuellen oder anti-intellektuellen Bedürfnissen der Endverbraucher. Um ein wie auch immer geartetes kulturell hochwertiges Programm zu bekommen, müssten wir zurück zum rein (absolut werbefrei!) gebührenfinanzierten Fernsehen, bräuchten ein Verbot privater Sender und auch ein Verbot von Satellitenschüsseln. Es ist übrigens nicht so, daß niveauarmes Fernsehn (DSDS und Co) die höchsten Quoten hat. Aber es überzeugt die Werbetreibenden, Geld zu investieren.

Ihrem Schreibstil nach sind Sie tatsächlich noch ein 'bubu': Sie schreiben: "... wie Merz, ..., als genau eines der Probleme dieser Krise entlarft wurde. Wer sich jetzt noch großkotzig hinstellt und die deutsche Sprache mit kapitalistischen Ideologien missbraucht verliert seine Glaubwürdigkeit vollends." So, so, Sie meinen also, dass die deutsche Sprache durch kapitalistische Ideologien missbraucht wird. Zunächst einmal missbrauchen Sie dieselbe, indem Sie im Stil unsauber sind und sich selber als Rechtschreib-Ignorant entlarven! Jawohl, das Wort 'entlarven' wird auch noch nach der Rechtschreibreform mit v geschrieben, leitet es sich doch immer noch von der Larve (1. Lebensstadium bei Insekten) ab. In der Hoffnung, dass Sie noch mal reflektieren, was Sie eigentlich sagen wollten verbleibe ich hiermit. Zu befürchten ist allerdings, dass Sie meinten jede Art von Buch (geschrieben in deutscher Sprache), dass einer liberaleren Wirtschaftsform das Wort redet, wäre ein Missbrauch der Sprache. Dann hätten wir aber wieder Zensur, frei nach dem Motto 'Und willst Du nicht meiner Meinung sein, schlag ich Dir (verbal) den Schädel ein'.

...wo bitte geht's zum Niveau Das hier in Deutschland Sendungen wie DSDS oder German Next Top Model zu den beliebtesten Unterhaltungs-Sendungen (das sie stark konsumiert werden, beweisen die Einschaltquoten) gehören, zeigt, wie es um unsere Bildung steht. Das schlechte Abschneiden bei der PISA-Studio hat schon seine Gründe, im popig, coolen Döner-Germany!

Herr Geißler und der "Buchautor" haben fortwährend versucht, Herrn Merz, der hoffentlich mit dieser Sendung seinen Rückweg in die Öffentlichkeit übte, in die Ecke zu drängen, in die er nach ihrer eindimensionalen Ideologie gehört. Wir hatten es mit zwei Griesgramen und einem nüchternen Macher zu tun (wenn man ihn denn ließe), der ohne das von Politikern gewohnte gefällige Gewäsch auskam. Das lieferten dafür die beiden Griesgrame. Mehr war bei der Zusammensetzung an dem Abend nicht möglich. - TF

Diese beiden Dinge spielen in der Angelegenheit "Kultur im Deutschen Fernsehen" eine nicht ganz ungewichtige Rolle. Die ÖR werden einen Teufel tun, Laberformate wie Beckmann zur Hauptsendezeit zu bringen, denn Krombacher hätte sicher kein Interesse daran, eine Sendung zu präsentieren, bei der jedes Bier verwässert. Zumal hier selbst inwieweit auch immer intellektuelle Ansprüche Stellende geneigt wären, sich eher Kommissar Rex oder Wer wird Millionär? anzusehen. Der Konkurrenzdruck um 20.15 Uhr ist ohnehin gewaltig. Und Reich-Ranicki, der ja über eine gewisse Glaubwürdigkeit verfügt, zur Hauptsendezeit über das beschissene Fernsehprogramm reden zu lassen, wogegen Gottschalk außer flachem Witz und dummen Zoten sicher nicht viel zu bieten haben wird, würde einem Selbstmordversuch nahekommen. Auf dem Aspekte-Sendeplatz hingegen werden es die paar Aspekte-Zuschauer sein, die zu MRR nicken und, in ihrer Meinung bestätigt, danach davon träumen, als geistige Randgruppe vielleicht eines Tages in den Genuss einer TV-Kultur-Revolution zu kommen, die ihrem romantischen Wunschdenken Rechnung trägt. Nur können mehrere Dutzend Fernsehsender im privatwirtschaftlichen Konkurrenzkampf genau das nicht leisten, es geht schließlich um die Quote.

Gelder in die Taschen gespuelt,in die man es spuelen will. Wo kaemen wir denn hin,wenn das Geld einfach ohne Hintergedanken ausgegegeben wuerde? Nicht wahr?

Schlimm ist, dass echtes Geld, den Gebührenzahlern in Milliardenhöhe abgepresst, zur Produktion wachsender Mengen absoluten Mülls verschleudert wird. Arte, vereinzelte Sendungen mit inhaltlicher und formaler Qualität, müssen als Feigenblätter herhalten. Die erbarmungslosen Batchzyklen des Quotismus haben eine fast vollkommene Monokultur in den Hauptprogrammen erzeugt. Jeder weiß das. Nichts geschieht. Wieso? Weil sich die Politik mit diesem Zustand ebenso trefflich arrangiert, wie die Verwalter der Medien.

treten so Leute wie Merz und Geisler nur in ganz,ganz spät (Gott sei Dank) gesendeten "Shows" auf ? Weil beide -außer lange geplantem und leierkastenhaft ständig wiederholtem Unsinn- nichts Sinnvolles zu sagen haben! Und das nicht erst seit heute,sondern schon seit gestern und vorgestern.Aber (Gott sei Dank) ist man,sobald diese Herrchen auftreten,schon lange in Traumwelten entschwunden.

Herr Kaube, eine perfekte Analyse. TITANIC-fähig. Rolf Huchthausen

denn, es war doch ein genuß zu sehen wie Merz, der ja angeblich zu den Hoffnungsträgern der CDU neoliberalen Wirtschaftspolitik zählt, als genau eines der Probleme dieser Krise entlarft wurde. Wer sich jetzt noch großkotzig hinstellt und die deutsche Sprache mit kapitalistischen Ideologien missbraucht verliert seine Glaubwürdigkeit vollends. Merz hat in der Diskussion so farblos ausgesehen wie selten. Seine Flucht nach vorne war nicht geplant. Denn er hat sich den Zeitpunkt seiner Buchveröffentlichung sicherlicher anders vorgestellt. Tatsächlich hat der Kapitalismus versagt. Denn der Markt wäre ohne "sozialistischen Eingriff" kollabiert. Und dann? Die dünnen rhetorischen Ablenkungsmanöver werden wohl auch in der Aufarbeitung der Hintergründe, warum es dazu kommen konnte, noch einige im Moment "gefeierte Krisenmanager" alt aussehen lassen. Und das ist auch gut so. Merz hört ja auf um sich dann zu seiner Lobbyistentätigkeit für die INSM und seine Hedgefondsmandate als Rechtsanwalt zu kümmern. Schuhman und Geißler haben ihn sachlich "filetiert".

so frische, ehrliche Worte am Morgen zeigen, dass es sich noch lohnt, angemessen, niveauvoll, sarkastisch, frech Kritik zu üben an ebenjenem biederen MusikstadlGuidoKnoppGeschau, was da alltäglich über uns herein fällt und für das wir, das ist ja der Spaß, auch noch bezahlen. Wie sagt die uns mahnende Werbung immer so schön? Wir bezahlen für anspruchsvolles, unabhängiges Medienleben. Die leben bloß vollkommen am selbst beanspruchten Niveau vorbei... oder doch nicht?

Ein echt witziger Beitrag, und dabei gut beobachtet, so mag ich das. Weiter so! Nur eine kleine Frage am Rande. Wieso sollen die Metamorphosen von Ovid ein Witz dagegen sein? Sind es nicht eher die, denen wir da gerade begegnen? Die Verwandlung von geistigem Gut in geistige Schulden, das wäre doch so eine Innovation für die Finanzindustrie, die sie womöglich noch nicht ausgetestet hat, die ihr aber helfen könnte, einen Mythos als real in die Welt zu setzen: Vermögen kann mit positiven aber auch mit negativen Vorzeichen versehen sein, was nämlich „Geld aus Geld machen“ endlich auch den einfachen Menschen erklären würde.

Es ist unerträglich: Herr Beckmann glaubt über alles reden zu können und hinterläßt meist nur ein schlechten Eindruck. Diese Laberei sollte beendet werden. Mit den dann "freien" 60 Minuten ließe sich wahrleich etwas Besseres anfangen, indem man jeden Montag eine Wirtschaftsinformationssendung sendet, in der fundiert und neutral Wirtschaftsfragen des Bürgers beantwortet werden - die Meisten haben viel zu geringe Kenntnisse über die Zusammenhänge.

Zufällig bin ich beim Zappen bei Beckmann gelandet. Zumindest war dessen Kleiderordnung zwar leger, jedoch um Weiten gepflegter als bei seiner letzten Sportmoderation in Sachen Fußball, wo er ausgesprochen abgetragene Jeans trug, die eigentlich nur bei Pennern zu sehen ist. Auch gestern wirkte er ungepflegt, wobei das Urteil sich lediglich auf das beschränkt, was optisch sichtbar war. Die Krönung des Abends war jedoch das Jurymitglied Schöneberger, die den Klub der Anwesenden etwas aufmischte. Allein in Sprache und Gestik bestanden zu den übrigen Gästen sternenweite Unterschiede, von der Beurteilung des Geschehens mit Reich-Rannicki mal ganz abgesehen. Diese Leute im Fernsehgeschäft haben ein sehr eingeschränktes Wahrnehmungsvermögen( man könnte auch sagen: blind auf mindestens einem Auge) und einen noch geringeren Sprachschatz. Kein Wunder, dass M.R.R. bei der Preisverleihung die Flucht ergriff.

Die Öffentlich-Rechtlichen kann man vergessen,egal ob Illner,Beckmann,Heidenreich,Maischberger oder wie sie alle heissen. Wenn es nicht Arte und 3Sat gäbe,müsste man sich weigern GEZ zu bezahlen. Der Bankenskandal ist temporär,die Programme der Öffentlichen sind ein Dauerärgerniss!

Immer dieses Niveau. Seitdem bereits Brigitte-Autorin Heidenreich sich als Gralshüterin sieht, weiß ich nicht, ob ich solch niveauvolle Diskussion ernst nehmen soll. Da gibt es also einen Herrn Schuhmann, der - ganz investigativ - darstellt, daß Merz durch die Tätigkeit seiner Kanzlei für einen (ich wage es kaum auszusprechen) "Finanzdienstleister" eine bestimmte Meinung vertritt. Hui, ist das das neue Niveau ? Na, dann aber mal ran, da ist noch einiges offen. Dann sollte man ganz genau hinsehen, wer von wem welche Forschungsaufträge, Mandantengelder bekommt oder wem er/sie Lehrstuhl und Auftritte im Ö-R verdankt. :-) Nebenbei: Schuhmann ist Journalist und Dipl.-Ing. (Landschaftsplanung ?). So etwas zu sagen, könnte bei seinem Eintreten für antizyklische Konjunkturpolitik Zuschauer irritieren. Daß der Autor des Artikels Kollegen Schuhmann positiv beurteilt, weil er vllt. selber antizyklische ... Das zu sagen, könnte den Leser irritieren. Aber ich finde die vom Autor vertretene "neue Ehrlichkeit" gut: Ab jetzt immer schön Roß und Reiter nennen ... ;-)