27. Juni 2004 Der Dresdner Autor Uwe Tellkamp hat den Ingeborg-Bachmann-Preis 2004 gewonnen. Der 1968 geborene Arzt und Schriftsteller ging damit am Sonntag als Sieger aus dem dreitägigen Wettlesen im ORF-Theater Klagenfurt hervor. Das Urteil für Tellkamp fiel eindeutig, die weiteren Preisträger wurden in einer Stichwahl ermittelt.
In seinem lyrischen Text Der Schlaf in den Uhren verbindet Tellkamp die Geschichte der Stadt Dresden mit seiner eigenen persönlichen Erinnerung. Er setzte sich gegen 17 Mitbewerber aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Luxemburg durch.
Tellkamp begeistert die Juroren
Die spannende Entscheidungsfindung am Sonntag spiegelte den Verlauf des diesjährigen Wettbewerbs wider. Die neu zusammen gesetzte Jury hatte es mit meist bereits erfahrenen Autoren zu tun. Einhellig wurde das hohe Niveau der Texte gelobt. Sehr unterschiedliche literarische Temperamente spannten in prägnanter Handschrift einen großen Fächer von Themen und Stilrichtungen auf. Der Gewinner Tellkamp hatte die neun Juroren mit seiner lyrischen Erzählung begeistert. Spontan war von großer Literatur die Rede.
Den mit 10.000 Euro dotierten Preis der Jury erhielt Arne Ross, Jahrgang 1966. Der 3-Sat-Preis in Höhe von 7.500 Euro ging an den 41jährigen in Köln lebenden Autor Guy Helminger. Den Ernst-Willner-Preis der Verlage, dotiert mit 7.000 Euro, erhielt Simona Sabato. Den Publikumspreis in Höhe von 5.000 Euro gewann der in Berlin lebende Wolfgang Herrndorf, Jahrgang 1965.
Der Wettbewerb, bei dem vor Publikum und einer Jury live unveröffentlichte Texte vorgestellt wurden, wurde 1977 in Gedenken an die in Klagenfurt geborene Dichterin Ingeborg Bachmann (1926-1973) ins Leben gerufen. Der Hauptpreis ist mit 22.500 Euro dotiert und gilt als eine der wichtigsten literarischen Auszeichnungen im deutschsprachigen Raum.
Text: dpa
Bildmaterial: APA
Eisbären sehen dich an: Das Klimawissen der ![]()
Nobelpreisträgerin Herta Müller: Die Liebe ist mir in den Kopf gewachsen
F.A.Z.-LeseprobeAdam Haslett: Union Atlantic
Die Bibliothek der Poeten
Frank Schätzing: Limit
Maryanne Wolf: Das lesende Gehirn