02. Februar 2005 Henning Ritter, im Feuilleton dieser Zeitung verantwortlich für Geisteswissenschaften, erhält den mit 20.000 Euro dotierten Ludwig-Börne-Preis 2005. Hubert Spiegel, Leiter der Literaturredaktion dieser Zeitung, wird mit dem Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik ausgezeichnet.
Henning Ritter behandle als leidenschaftlicher Leser und Buchmensch in seinen Aufsätzen und Glossen die Kulturgeschichte immer als Vorgeschichte zur Gegenwart, begründete der diesjährige Juror, Verleger Michael Krüger, die Vergabe des Börne-Preises. Krüger, Chef des Hanser Verlags in München, hält nach Mitteilung der Börne-Stiftung vom Mittwoch bei der Verleihung am 5. Juni in der Frankfurter Paulskirche auch die Laudatio.
Ritter ist seit 1985 im Feuilleton der F.A.Z. für das Ressort Geisteswissenschaften zuständig. Der 61jährige hat unter anderem zwei Bände Schriften von Jean-Jacques Rousseau, eine Sammlung von Aufsätzen und Vorträgen Jacob Burckhardts (Die Kunst der Betrachtung) und eine Übersetzung der Pensées von Montesquieu (Meine Gedanken) herausgegeben.
Reich-Ranicki und Enzensberger
Die seit 1993 vergebene Auszeichnung erinnert an den Schriftsteller und Journalisten Ludwig Börne (1786-1837), der mit seinen scharfsinnigen Texten als Wegbereiter des politischen Feuilletons gilt. Zu den bisherigen Preisträgern zählen die Kritiker Marcel Reich-Ranicki und Joachim Kaiser, Spiegel-Gründer Rudolf Augstein und der Schriftsteller Hans Magnus Enzensberger. Im vergangenen Jahr erhielt die ostdeutsche Autorin Daniela Dahn die Auszeichnung.
Hubert Spiegel verbinde in seinen Kritiken fundiertes Wissen mit ganz eigener Eleganz und Prägnanz, begründete die Jury nach Mitteilung vom Mittwoch ihre Vergabe des diesjährigen Alfred-Kerr-Preises. Die mit 5000 Euro dotierte Auszeichnung wird vom Börsenblatt, dem in Frankfurt erscheinenden Organ des Deutschen Buchhandels, verliehen. Der Preis erinnert an den Theater- und Literaturkritiker Alfred Kerr (1867-1948), der unter den Nazis aus Deutschland floh. Zu den Preisträgern der vergangenenen Jahre zählen Elmar Krekeler, Felicitas von Lovenberg und Paul Ingendaay. Der Preis wird auf der Leipziger Buchmesse verliehen.
Text: FAZ.NET mit Material von dpa
Bildmaterial: F.A.Z.
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