05. Juli 2004 Wegen Bauprojekten am Rheinufer hat die Unesco den Kölner Dom zum bedrohten Weltkulturgut erklärt. Die geplanten Hochhäuser auf der gegenüberliegenden Rheinseite gefährdeten die Unversehrtheit des Stadtbildes, erklärte das Unesco-Welterbekomitee in der ostchinesischen Stadt Suzhou. Das gotische Meisterwerk war vor acht Jahren von der UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur zum Weltkulturerbe erklärt worden. Das Kölner Wahrzeichen ist das 33. Bauwerk auf der roten Liste der bedrohten Kulturgüter. Die UN-Organisation versteht ihre rote Liste als Aufruf, die jeweilige bedeutende Welterbe-Stätte zu schützen.
Der Kölner Dom und seine urbane Landschaft bilden das einzige herausragende Kulturerbe der Stadt Köln, das den Zweiten Weltkrieg überstanden hat, erläuterte Francesco Bandarin, der Direktor des Welterbe-Zentrums der Unesco. Ich hoffe aufrichtig, daß Köln nicht ein wichtiges Element seines geschichtlichen Erbes verlieren wird. Der zwischen 1248 und 1880 gebaute Dom sei durch die Neubauten nicht gefährdet, erklärte Brigitte Ringbeck von der deutschen Beobachterdelegation zu der Entscheidung. Sie räumte aber ein, daß sich die Neukonstruktionen nachteilig auf das Erscheinungsbild des zum Welterbe gehörenden Domes auswirken könnten.
Zuvor hatte der in China tagende Ausschuß die Tempelanlage im kambodschanischen Angkor von dieser roten Liste genommen, weil die Restaurierung und Sicherung der Anlage gelungen sei. Ebenfalls als nicht mehr gefährdet eingestuft werden die Erdfestung Bahla in Oman und der Nationalpark der Rwenzori-Berge in Uganda. Zum Welterbe zählt die Unesco 788 Kultur- und Naturstätten, darunter die 33 gefährdeten.
Text: FAZ.NET mit Material von dpa, AP
Bildmaterial: AP
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