Fotografie

Weltraumkünstler Charles Wilp gestorben

Charles Wilp, 1932 - 2005

Charles Wilp, 1932 - 2005

03. Januar 2005 Der Weltraumkünstler und Fotograf Charles Wilp ist tot. Er starb am Sonntag in seinem Haus in Düsseldorf im Alter von 72 Jahren nach langem, schweren Leiden, teilte seine Agentur mit.

Wilp, Schüler von Man Ray in New York, hatte durch seine unkonventionellen Fotos und Fernsehfilme früh Aufsehen erregt und erfolgreiche Werbekampagnen verantwortet. Später ließen sich auch Politiker von dem Documenta-Künstler beraten. Der in Witten geborene Wilp war schon als Kind von der Raumfahrt fasziniert. Als erster Künstler ließ er 1986 „Space Skulptures“ mit ins All reisen.

Wilp inmitten seines Objekts “Spacy Lucy“

Wilp inmitten seines Objekts "Spacy Lucy"

„Vom Cola-Rausch zum All-Orgasmus“, so hat Wilp einmal seinen Werdegang umschrieben. Immerhin hatte er mit der Afri-Cola-Kampagne („super-sexy-mini-flower-pop-op-cola“) in den sechziger Jahren den Umsatz des Getränks in Deutschland spektakulär gesteigert. Die Idee zu dem Spot war ihm gekommen, als er Weltraumpionier Wernher von Braun bei der Nasa besuchte und ihn dort ein Pin-up-Girl durch eine vereiste Glastüre anlächelte.

„Bin meiner Zeit immer voraus“

Wilp, geboren als Sohn einer Pianistin und eines Kaufmanns, hatte in Aachen Kunst und Wirkungspsychologie studiert. In New York lernte er an der Eliteschule Raymond Loewys unter Man Ray das Fotografieren. Die späteren Kampagnen für Produkte wie Puschkin-Wodka, Pirelli und Volkswagen brachten ihm den Ruf ein, Garant für außergewöhnliche Werbung zu sein. Er selbst sah sich ohnehin mehr in der Zukunft als in der Gegenwart. Sein Motto: „Ich bin meiner Zeit immer 30 Jahre voraus.“

Aus Protest gegen die Umweltverschmutzung sprengte Wilp seinen Sportwagen „Weiße Orchidee“ in die Luft. Beim Experten für Imagepflege suchte auch der damalige Bundeskanzler Willy Brandt Rat. Das war zu dieser Zeit ein Novum. Die Faszination Raumfahrt ließ Wilp aber nie los. Auf dem Dach seines Hauses hatte der Künstler ein Ufo plaziert. Seine Kunstblätter flogen in den achtziger und neunziger Jahren mit ins All. 1995 arbeitete der „ARTonaut“ Wilp an Bord einer Astronautentrainingsmaschine erstmals in der Schwerelosigkeit. Dieses Gefühl empfand Wilp stets als „mega-sinnlich“.

Text: FAZ.NET mit Material von dpa
Bildmaterial: dpa, picture-alliance / dpa

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