Anne Will

FAZ.NET-Fernsehkritik: Anne Will

Zu viele Fässer geöffnet

Anne Will diskutierte gestern Abend mit ihren Gästen über die Reaktionen auf die Brandkatastrophe von Ludwigshafen. Klug argumentiert hat dabei vor allem die türkischstämmige Rechtsanwältin Seyran Ates. Doch leider warf Anne Will ständig neue Stichwörter in die Runde. Von Karen Krüger

Lesermeinungen zum Beitrag

11. Februar 2008 13:45

Kristallpalastische Semantik

Herold Binsack (Devin08)

Diese vielen Fässer werden geöffnet, weil die Antwort, wenn es nun e i n e wäre, nicht wirklich interessierte, da hoffnungsloser man die Dramatik nicht erfassen könnte. So habe ich bei allen Beteiligten wohl einen gewissen Hang zur ausführlichen Selbstdarstellung verspürt, mit Ausnahme von dem einzigen professionellen (Selbst-)Darsteller, nämlich dem Schauspieler Hoppe, und dabei eine Menge durchschnittlich Gutes und kaum etwas wirklich Skandalöses (bis auf dem Moment eines Gefühles bei mir, dass die Ates anfängt, ihre eigenen Landsleute zu hassen – es wundert allerdings kaum!) vernommen – bei Anne benimmt man sich halt -, aber den einzig möglicherweise alles erklärenden Satz hat sich keiner getraut: Die Türken in Deutschland sind als Volk die definitiven Verlierer der Globalisierung in Deutschland, und was natürlich diese Türken für die anderen Verlierer, die sich dann u.U. als brauner Mob (dagegen) organisieren, so interessant macht. Und vielleicht könnte man noch ergänzen: Aber auch das ist nur eine verkleinerte Spiegelung von jenem weltweiten Kampf zwischen vermeintlichen Globalisierungsgewinnlern und eben den Verlierern, um da mal ausnahmsweise auf eines Sloterdijks kristallpalastische Semantik positiv zu referieren.

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11. Februar 2008 13:11

Einmal mehr...

Robert Klemme (rklemme)

... bedauere ich, dass Frau Will die tagesthemen verlassen hat. So haben diese eine sehr gute Journalistin verloren und wir eine mittelmäßige Talkmasterin in ebensolcher Sendung bekommen - ein schlechter Tausch.

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11. Februar 2008 11:42

Integration

Ronald Gruenebaum (bruxman)

Man wird nicht integriert, man integriert sich.
Wer sich weigert, sich zu integrieren, bleibt ein gesellschaftlicher Aussenseiter. Das ist in einer freiheitlichen Gesellschaft kein Problem, solange es sich um Individuen handelt. Verweigert sich aber eine ganze Gruppe von Menschen, hat die Gesellschaft ein Problem, das gelöst werden muss, um schwere Konflikte zu vermeiden.

So tragisch der Brand in Ludwigshafen sein mag: Es wird Zeit, die Türken in Deutschland an ihren Integrationsbemühungen zu messen. Wer hier nur als Wirtschaftmigrant ohne Integrationsperspektive sein will, muss eines Tages wieder gehen. Wer sich ernsthaft bemüht, in Deutschland heimisch zu werden, muss entsprechend unterstützt und belohnt werden. Denn Deutschland, wie jeder Staat, muss sich auf die Loyalität seiner Bürger verlassen können.

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11. Februar 2008 11:42

Wozu die Mühe!

Dimitri S. (joker130)

Wozu noch irgendwelche Beiträge zu diesem Thema kommentieren. Es werden nach ein paar Stunden sowieso sämtliche Kommentare abgeschaltet, da diese nicht politisch korrekt sind. Wetten?

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11. Februar 2008 11:37

Grundsätzliches

Fred Seibert (fred_2007)

Angesichts solch katastrophaler, nur die oberste Schicht des jeweiligen Problems ankratzender Talkshows - egal ob Will, Illner, JBK, Maischberger oder Beckmann - sollte man sich einmal mehr grundsätzlich die Frage stellen, ob das FORMAT dieser plakativen "Problemerörterung" und Diskussionsniveau überhaupt noch zeitgemäß, seriös und intellektuell gerechtfertigt ist.
Was umso erschütternder ist, dass sich der von mir geschätzte Henryk M. Broder nun auch auf dieses Terrain herabgeseilt hat.
Es ist bestürzend, dass gerade Online-Magazine wie FAZ, Sueddeutsche oder SPON (um nur die zu nennen, die ich regelmäßig lese) sich tagtäglich auf diesen unterirdischen, sich selbst kasteienden Diskurs dieser Sendungen einlassen, anstatt das Medium, in dem sie sich bewegen, also in diesem Fall auch die Vielzahl intelligenter Blogs etc. mit ein zu beziehen.
Hören Sie auf, dem Medium Fernsehen und seinen vollkommen überkommnen Formaten zu hofieren und sich auf deren Niveau zerren zu lassen.
Haben Sie Mut und verlassen Sie diesen Diskurs indem Sie ihn erweitern!
Die Welt liegt Ihnen in Gestalt des Internet "zu Füßen". Die diesbezügliche Recherche zu betreiben - nun, dafür haben Sie den Job gewählt, den sie ausüben!
MFG
Fred Seibert

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11. Februar 2008 10:53

dünn nicht zum ersten Mal......

Stefan Glöckner (Bellringer)

Dem informierten Zuschauer dürfte nicht zum ersten Mal aufgefallen sein, dass hier mit GEZ-Gebühren eine flache Sendung produziert wird. Immer dann wenn Themen liefen, bei denen ich aus beruflichen Gründen oder persönlichen Interessen zumindest über ein fundiertes Teilwissen verfügte, erschrak ich über die Unwissenheit und Inkompetenz der Moderatorin die tieferes Eindringen in die Themen und herausstellen der eigentlichen Probleme unmöglich machten. Interessant auch die geschickt versteckten aber fortwährend anzutreffenden Seitenhiebe auf ihre Gäste die aus einem ausgeprägten Minderwertigkeitsgefühl von Frau Will herrühren dürften, was bei der mangelnden Kompetenz auch angebracht ist. Schlimm ist , dass Werbung und Inhalt bei diesem Format nicht übereinsteimmen und das, siehe oben, mit Gebührengeldern finanziert wird.

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11. Februar 2008 10:46

Anne Will

KLAUS Krueger (sopher)

Die Runde ist hören- und sehenswert, aber ich glaube nicht, daß ein Zuwanderer mit unzureichendem deutschen Sprachverständnis auch nur 5 Minuten zugehört hat. Nein.
Doch eine Frage bleibt mir: Was wollen unsere türkischen Zuwanderer von Deutschland, wenn sie so einen Hass auf "die Deutschen" entwickeln? Entweder sie sind hier vollkommen fehl am Platze, denn sie verachten die Kultur, die Religion und die Lebensweise der "Deutschen". Und was sind sie dann? Eine 5. Kolonne von Erdogan und wollen uns irgendwann ihre Kultur überstülpen. Das kanns doch nicht sein. Oder glaubt irgend einer, dass Herr Erdogan und seine Satrapen einen einzigen katholischen Dom in der Türkei erlauben würde oder einen einzigen Mittelständler, dem mehr als 49 % an der von ihm gegründeten Firma in der Türkei gehören dürfte? Ich habe viele Türken in Deutschland und in der Türkei gesprochen, so einen Unsinn wie Erdogan von sich gibt, der einen Satz sagt und im nächsten Satz sich selbst widerspricht, habe ich nie gehört, ganz im Gegenteil, ich könnte jedem von ihnen die Hand reichen und ihn als Mitteleuropäer begrüßen. Nur leider gibt es davon zu wenige, sie sind leider nur eine türkische, islamische, aufgeklärte, intelligente Minderheit. Und die anderen?

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11. Februar 2008 10:22

Etwas fehlt

Frank Seiffert (balmadi)

... nämlich die wohltuend klare Einschätzung des politischen Auftritts von Erdogan in Köln durch H.M. Broder: Hier hat ein ausgebuffter Politiker Politik gemacht und den Brand von Ludwigshafen für seine Zwecke instrumentalisiert, ganz abgesehen von seinen weiteren Aeußerungen zum Thema Integration / Assimilierung. Schön, dass die in Deutschland lebenden Deutschen von ihm aufgefordert wurden, neben anderen Sprachen auch Deutsch zu lernen. So kommen wir voran, nicht wahr???

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11. Februar 2008 10:17

Sehr seichte Sendung

Andreas Seidl (ASeidl)

die in Wirklichkeit kein richtiges Thema hatte.
Das Unglück in Ludwigshafen taugt nicht als Thema, das seichte Integrationsgeleier wurde nie eines. Vielleicht hätte man Gregor Gysi oder Lafontain einladen sollen, dann hätte wenigstens jemand das ganze noch mit sozialem Geleier angereichert.

Tatsächliche Ansatzpunkte für eine substanzhaltige Diskussion wäre das Buch "Die fremde Braut", in dem Necla Kelek die Geschichte ihrer Familie in Deutschland beschreibt. Von anfänglicher Integration der ersten Einwander und späterer Desintegration als Gruppenprozess.

Bessere Fragen wären auch, warum andere Einwanderergruppen weniger Schwierigkeiten haben, seien es Italener, Spanier, Griechen, Lateinamerikaner, Menschen aus Ex-Jugoslavien etc.? Liegt es an der Zahl? der Religion?

Wir müssen uns als Gesellschaft ernsthaft mit der Parallelgesellschaft auseinandersetzen, damit die Konflikte nicht ausser Kontrolle geraten. Wir müssen uns auch endlich mal trauen Ansprüche zu stellen, nämlich daß Kinder am Schulunterricht teilnehmen, staatl. Leistungen und Aufenthaltstitel von Deutschkenntnissen abhängig zu machen usw.


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11. Februar 2008 09:24

Anne will

Hans-Dieter Krebs (hdkrebs)

Manchmal fragt man sich: Anne will was denn?

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