Amerika

„Emmys“ für Carrie und Miranda

20. September 2004 Sarah Jessica Parker hat es doch noch geschafft: Nach dem Auslaufen ihrer Serie „Sex and the City“ in den Vereinigten Staaten durfte sie endlich den begehrten Emmy entgegennehmen.

„Es hat sich wirklich gelohnt, zu warten - dies ist ein glorreiches Ende einer Reise, die man nur einmal im Leben unternimmt“, sagte die Schauspielerin am Sonntag zum Publikum in Los Angeles. Parker erhielt den Preis für die beste weibliche Hauptrolle in einer Comedy.

Zu den großen Gewinnern der 56. Emmy-Verleihung gehörten die Serien „The Sopranos“ und „Angels in America“. Auch Cynthia Nixon, die sich in „Sex and the City“ als harte Rechtsanwältin Miranda durch New York schlägt, blickte wehmütig auf die Serie zurück: „Ich glaube, ich werde nie wieder einen Job wie diesen bekommen. Ich vermisse ihn.“ Nixon erhielt die Auszeichnung als beste Nebendarstellerin einer Comedy.

Elf Preise für Aids-Drama

Mit elf Preisen überschüttet wurde „Angels in America“: Die Miniserie gewann damit mehr Auszeichnungen als „Roots“, diese auch in Deutschland erfolgreiche Serie über einen schwarzen Sklaven wurde 1977 neunmal prämiert. Nur „Eleanor and Franklin“ hatte im Jahr 1976 ebenfalls elf Emmys gewonnen.

„Angels in America“ handelt von der Aids-Krise in den achtziger Jahren. Autor Tony Kushner nutzte bei der Preisverleihung die Gelegenheit zu einem Plädoyer für mehr Liberalität: „Dank an meinen wunderbaren Ehemann Mark. Eines Tages werden wir auch legal heiraten können und dann wirst Du aus mir einen aufrichtigen Homosexuellen machen.“ Die Vorlage zu der Serie wurde bereits mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet.

Preise für Streep und Pacino

Meryl Streep, die für ihre Rolle in „Angels in America“ den Preis als beste Schauspielerin in einer Miniserie erhielt, kokettierte: „Wissen Sie, es gab Tage, da dachte ich von mir, ich würde komplett überschätzt - heute ist keiner dieser Tage.“ Auch Al Pacino wurde für „Angels in America“ ausgezeichnet, er erhielt den Emmy als bester männlicher Schauspieler in einer Miniserie.

Als erste Fernsehserie eines Kabelsenders ist am Sonntag „The Sopranos“ mit einem Emmy-Fernsehpreis auszeichnet worden. Die Serie über eine Mafia-Familie sicherte sich in ihrem fünften Versuch den Emmy für das beste Drama. Die Ehrung für die beste Komödie erhielt „Arrested Development“. Der Preis für den besten Schauspieler in einer Komödienserie ging an Kelsey Grammer für seine Rolle in „Frasier“.



Text: FAZ.NET mit Material von AP
Bildmaterial: AP, dpa/dpaweb, Reuters

 
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