Kino

Lars von Trier: Geschäfte mit dem Antichrist

21. Oktober 2004 Der dänische Regisseur Lars von Trier plant einen kommerziell angelegten Film mit dem Arbeitstitel „Antichrist“. Der Chef und Miteigner von Triers Filmgesellschaft Zentropa, Peter Aalbæk Jensen, bestätigte am Donnerstag in der Zeitung „Politiken“, daß der Cannes-Preisträger das Projekt „zur Rettung seiner Privatökonomie“ vor dem dritten und letzten Teil seiner Amerika-Trilogie in Angriff nehmen will. „Es spricht wohl nichts dagegen, sich auch mal von wirtschaftlichen Überlegungen treiben zu lassen“, sagte Jensen weiter.

Von Trier arbeitet derzeit am Endschnitt von „Manderlay“, dem zweiten Teil seiner Amerika-Trilogie. Er setzt damit die mit „Dogville“ mit Nicole Kidman in der Hauptrolle eröffnete Serie fort. „Dogville“ wurde von der internationalen Filmkritik begeistert aufgenommen, fand aber in den Kinos nur ein kleines Publikum.

Der Regisseur hatte am Sonntag bei der Entgegennahme des deutschen Konrad-Wolf-Filmpreises in Kopenhagen gesagt, er erwarte für „Manderlay“ noch weit schärfere Kritik aus den Vereinigten Staaten als nach dem Erscheinen von „Dogville“. „Ich stelle mir eine Verbrüderung zwischen dem Ku-Klux-Clan und den Farbigen vor. Beide werden große Lust haben, mich totzuschlagen“, meinte von Trier in einem Interview mit „Politiken“. „Dogville“ mit der Geschichte einer von Dorfbewohnern in den Vereinigten Staaten mißbrauchten Frau war von amerikanischen Kritikern als „antiamerikanisch“ kritisiert worden.



Text: FAZ.NET mit Material von dpa
Bildmaterial: AP

 
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