12. Mai 2005 Das Holocaust-Mahnmal in Berlin ist am Tag seiner Eröffnung bereits von Tausenden, meist jungen Menschen besucht worden. Zahlreiche Schulklassen nutzten einen Wandertag zur Besichtigung der Gedenkstätte, die am vergangenen Dienstag feierlich eingeweiht worden war.
Die jungen Leute nahmen das Stelenfeld am Donnerstag allerdings in ihrer eigenen Weise in Besitz: Viele Jugendliche bestiegen die Betonquader und hüpften von Stele zu Stele. Zu Hunderten gingen sie aber auch zwischen den Steinen hindurch und besuchten die unterirdischen Ausstellungsräume, den Ort der Information.
Am Dienstag hatte Architekt Peter Eisenman das Mahnmal bei einer Feierstunde offiziell übergeben. Damit hat Deutschland 60 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges einen zentralen Ort der Erinnerung an den Holocaust. Das Stelenfeld ist von nun an ständig zugänglich, die unterirdischen Dokumentationsräume dagegen nur zu bestimmten Zeiten.
Vor Öffnung des unterirdischen Ortes der Information warteten um zehn Uhr rund zweihundert Menschen auf Einlass. Besucher äußerten die Hoffnung, dort die Eindrücke aus dem anonymen Stelenfeld durch die Schilderung der Schicksale einzelner Juden ergänzen zu können. Von sich aus erschließen sich die Stelen mir noch nicht, sagte ein Besucher aus Erfurt. Um sechs Uhr am Donnerstag morgen wurden die ersten Bauzäune um das Mahnmal weggeräumt. Unmittelbar danach erkundeten erste Passanten das Denkmal.
Text: FAZ.NET mit Material von dpa/AP
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