26. Mai 2003 Der Film Elephant des amerikanischen Regisseurs Gus Van Sant hat bei den Filmfestspielen in Cannes die Goldene Palme gewonnen. Das wurde am Sonntagabend zum Abschluß des Festivals bekannt gegeben.
Der Film handelt von einer Schießerei an einer amerikanischen Oberschule. Die Rollen der Jugendlichen in dem Streifen sind nicht von professionellen Schauspielern besetzt, sondern von wirklichen Schülern, die Van Sant zum Improvisieren animiert hat. Van Sant erhielt auch die Auszeichnung als bester Regisseur.
Wieder kein deutscher Beitrag
Mit dem Großen Preis für den zweitbesten Film wurde Uzak (Distanz) des türkischen Regisseurs Nuri Bilge Ceylan ausgezeichnet. Der Film handelt von einem arbeitslosen Mann vom Land, der bei seinem in der Stadt lebenden Cousin einzieht. Die beiden Hauptdarsteller, Muzaffer Özdemir und Mehmet Emin Toprak, wurden zugleich als beste Schauspieler geehrt. Toprak kam jedoch inzwischen bei einem Autounfall ums Leben. Der Unfall ereignete sich kurz nachdem Toprak erfahren hatte, daß der Film in Cannes zugelassen ist. Özdemir ist von Beruf Architekt und kein professioneller Schauspieler.
Als beste Schauspielerin wurde Marie-Josee Croze für ihre Rolle als junge Drogenabhängige geehrt. Der Preis für das beste Drehbuch ging an den Kanadier Denys Arcand für Les invasions barbares. Er führt auch Regie in dem französisch-kanadischen Film. Den Preis der Jury erhielt der Film A cinq heures de l'après-midi der 23-jährigen iranischen Regisseurin Samira Machmalbaf. Es ist bereits ihr dritter Film, der in Cannes gezeigt wurde. Der Film handelt von einer jungen afghanischen Frau, die davon träumt, erste Präsidentin ihres Landes zu werden. Der Preis für das Erstlingswerk ging an den dänischen Regisseur Christoffer Boe für den Film Reconstruction.
Unter den 20 Filmen aus der ganzen Welt, die für den Wettbewerb zugelassen wurden, war wieder kein deutscher Beitrag. Wim Wenders brillierte außer Konkurrenz mit seinem herzzerreißenden Beitrag The Soul of A Man.
Text: AP
Bildmaterial: AP, SIPA