Oscar-Verleihung 2004

Penn, Theron und der „Herr der Ringe“

01. März 2004 Das Phantasy-Epos „Der Herr der Ringe“ ist der große Gewinner der diesjährigen Oscars. Der dritte Teil der Tolkien-Trilogie mit dem Untertitel „Die Rückkehr des Königs“ wurde am Sonntag abend (Ortszeit) bei der Gala in Hollywood als bester Film ausgezeichnet.

Der Film gewann bei der 76. Oscar-Verleihung außerdem noch zehn weitere Preise, darunter den Oscar für die beste Regie für den Neuseeländer Peter Jackson. Für die Schauspielerpreise war die „Ringe“-Saga hingegen nicht nominiert, dort triumphierten andere.

Penn und Theron als beste Hauptdarsteller

Der Schauspieler Sean Penn ist für seine Rolle in dem Drama „Mystic River“ als bester Hauptdarsteller mit dem Oscar ausgezeichnet worden. Penn spielt in dem Film einen Vater in Boston, dessen Tochter ermordet wurde.

Als beste Hauptdarstellerin erhielt die aus Südafrika stammende Charlize Theron einen Oscar für ihren Auftritt als Serienmörderin in „Monster". Theron hatte 13 Kilogramm zugenommen und sich das Gesicht mit einem speziellen Latex-Make-Up verunstalten lassen, als sie in „Monster“ in die Rolle der Serienmörderin Aileen Wuornos schlüpfte. Wuornos war 2002 hingerichtet worden.

Robins, Zellweger, Nemo

Nebendarsteller-Oscars gingen an Tim Robbins für „Mystic River“ und Renée Zellweger für ihren Part in dem Bürgerkriegsepos „Unterwegs nach Cold Mountain“.

Sofia Coppola (32), Tochter von Starregisseur Francis Ford Coppola, bekam einen Oscar als Drehbuchautorin für ihre melancholische Komödie „Lost in Translation“.

Das mit zehn Nominierungen angetretene Seefahrerabenteuer „Master & Commander“ mit Russell Crowe in der Hauptrolle bekam zwei Oscars: für die besten Ton-Effekte und die beste Kameraführung. Bester Trickfilm wurde erwartungsgemäß der erfolgreiche Animationsstreifen „Findet Nemo“.

Deutsche Filmemacher gehen leer aus

Komödienregisseur Blake Edwards erhielt den Ehren-Oscar für sein Lebenswerk. Der gefeierte 81-Jährige bedankte sich bei allen „Freunden und Feinden“. Edwards hat unter anderem Kassenschlager wie „Frühstück bei Tiffany“ und die Filmserie „Der rosarote Panther“ inszeniert.

Die deutschen Filmemacher gingen leer aus: Der junge Kurzfilmregisseur Florian Baxmeyer (29) musste sich mit seinem Kurzfilm „Die rote Jacke“ einem amerikanischen Streifen geschlagen geben. Ebenso zerplatzten die Oscar-Träume der in New York lebenden Dokumentarfilmerin Katja Esson (38), die mit „Ferry Tales“ in der Kategorie Kurzdokumentationen angetreten war.

„Invasion der Barbaren bester ausländischer Film“

Bester ausländischer Film wurde die kanadisch-französische Produktion „Die Invasion der Barbaren“. Ein deutscher Film war in diesem Jahr nicht vertreten, nachdem im vergangenen Jahr noch Caroline Link mit „Nirgendwo in Afrika gewonnen hatte.

Der „Herr der Ringe“ räumte neben den Hauptpreisen Film und Regie zum dritten Mal in Folge in der Kategorie Spezialeffekte ab. Außerdem gab es Oscars für Ausstattung, Kostüme, Make-up, Ton, Filmmusik, den besten Song, den besten Schnitt und das beste adaptierte Drehbuch.



Text: dpa, Reuters, AFP
Bildmaterial: AP, dpa, dpa/dpaweb, Reuters

 
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