Prominenz

Vom Leinwandrocker zum Blues Brother: Bob Dylan vor der Kamera

03. Juli 2002 Penelope Cruz wird eine Prostituierte spielen, Jeff Bridges einen Journalisten und Jessica Lange eine Konzertagentin. Sie alle kümmern sich in dem Kinofilm „Masked & Anonymous“ um einen alternden Bluesmusiker, der für ein letztes Konzert, ein Wohltätigkeitskonzert im doppelten Sinn, aus dem Gefängnis geholt wird.

Der den Häftling spielt, ist im Musikgeschäft kein Unbekannter. Auch an der Schnittstelle zum Filmgeschäft ist er immer wieder in Erscheinung getreten, zuletzt ins Rampenlicht, als er den Oscar für die beste Filmmusik bekam. Die Rede ist von Bob Dylan, und seit im Februar bekannt wurde, dass der ewige Superstar nach 15 Jahren Leinwandabstinenz wieder einen Film drehen wird, wächst die Liste hochkarätiger Schauspieler für die Nebenrollen stetig.

Ausdruckslos im Filmstar-Defilée

Gerade ist Angela Bassett dazu gekommen, jetzt haben auch „Pollock“-Star Ed Harris und Giovanni Ribisi, bekannt aus „Nur noch 60 Sekunden“, Rollen übernommen, wie die Filmzeitschrift „Daily Variety“ berichtet. Damit der Film im kommenden Jahr in Cannes gezeigt werden kann, beginnen die Dreharbeiten noch in diesem Monat.

Hochkarätige Schauspieler neben einem großartigen Musiker, der auf der Leinwand allerdings bislang kaum über die unbewegliche Darstellung alternder Berufskollegen hinaus gekommen ist. Nach „Pat Garrett jagt Billy the Kid“ und „Renaldo und Clara“ in den 70ern spielte er vor 15 Jahren in „Hearts Of Fire“ einen alternden Rockstar, und es hagelte Kritik: Mit einem einzigen Gesichtsausdruck habe sich Dylan durch den Film gespielt. Selbst in einer Szene, in der er ein Hotelzimmer verwüstet und die Einrichtung aus dem Fenster wirft, wirke der Musiker eher, als denke er an etwas zu essen. Nach drei Wochen wurde der Film von den britischen Kinos wieder aus dem Programm genommen.

Jetzt gibt Dylan den Blues Brother. Und nachdem es schon dem Namen nach in „Hearts Of Fire“ um große, hitzige Gefühle ging, scheint der Titel des neuen Films wie zugeschnitten auf Dylans Leinwandpräsenz. Ein Trost für alle Fans: Auch die Filmmusik kommt von ihm. Und so weit Bob Dylan von einem Oscar als bester Hauptdarsteller entfernt bleiben wird: Als Filmkomponist könnte er diesen Erfolg wiederholen.



Text: @kue
Bildmaterial: AP

 
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Beiträge: 29, letzter Eintrag: 16.06.2008

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