17. August 2005 Die ökumenische Gemeinschaft von Taizé in Südfrankreich wurde vor mehr als 60 Jahren von dem gebürtigen Schweizer Roger Schutz gegründet. Der Sohn eines reformierten Schweizer Pfarrers und einer Französin war 1940, mitten im Zweiten Weltkrieg, nach Frankreich gegangen und hatte sich in der burgundischen Ortschaft Taizé niedergelassen. Dort wollte der Protestant dazu beitragen, die Wunden des Krieges zu lindern. Schutz versteckte gefährdete Flüchtlinge, vor allem Juden, und betreute später auch deutsche Kriegsgefangene. 1949 verpflichteten sich Schutz und sechs Gleichgesinnte mit dem klassischen Ordensgelübde zu einem klösterlichen Dasein.
Heute zählt die Gemeinschaft rund hundert evangelische und katholische Brüder aus etwa 25 Nationen. Einige davon leben in kleinen Bruderschaften in den Elendsvierteln großer Städte, von Nairobi bis New York.
Mit der Gründung der Konfessionen übergreifenden Gemeinschaft wollte Schutz, der sich später Frère (Bruder) Roger nannte, ein Zeichen gegen die Zerrissenheit des Christentums setzen. Sein gelebtes Evangelium zog vor allem Jugendliche in den Bann. Seine Botschaft war Liebe und Einheit unter allen Menschen. Zehntausende junger Menschen aus aller Welt kommen in jedem Sommer zum Gebet und zur Meditation in das Dorf Taizé bei Dijon.
International bekannt wurde die Gemeinschaft vor allem durch die an jedem Jahreswechsel in einer anderen europäischen Großstadt veranstalteten Jugendtreffen, zu denen oft mehr als 100.000 Menschen strömten.
Text: dpa
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