28. September 2004 Der Schriftsteller Peter Handke hat am Dienstag in Frankfurt den erstmals verliehenen Siegfried-Unseld-Preis erhalten. Die mit 50.000 Euro dotierte Auszeichnung wurde Handke im streng privaten Rahmen am 80. Geburtstag Unselds übergeben.
Unseld, der vor zwei Jahren im Alter von 78 Jahren starb, war über vier Jahrzehnte lang Chef des Frankfurter Suhrkamp Verlags und galt als wichtigster deutscher Verleger. Die Laudatio auf Handke hielt nach Angaben des Verlags Unselds Witwe Ulla Berkéwicz, in deren Haus die Feier stattfand.
Der im zweijährigen Turnus verliehene Preis wird von der Siegfried-Unseld-Stiftung vergeben, die der Verleger und seine Frau im Jahr 2002 gründeten. Handke, dessen Werk von Siegfried Unseld gefördert wurde, zählt zu den wichtigsten Autoren des Suhrkamp Verlags. Zur Begründung der Preisverleihung hatte es im Februar dieses Jahres geheißen, mit Handke werde ein literarischer Nomade geehrt.
Die Radikalität seines Schreibens gründe in der poetischen Wahrnehmung der Welt und Handkes Beharren auf Erzählbarkeit. Handke wurde durch Bücher wie Die Angst des Tormanns beim Elfmeter oder Publikumsbeschimpfung bekannt. Der Schriftsteller hatte auch während seiner umstrittenen Parteinahme für Serbien während des Balkan-Kriegs in den neunziger Jahren nicht die Unterstützung seines Mentors Unseld verloren.
Text: FAZ.NET mit Material von dpa
