27. Juni 2003 Israel will bis auf weiteres alle Kontakte zur BBC unterbrechen. Das beschloß jetzt das PR-Forum, in dem die Vertreter von Ministerpräsident, Außenminister und Regierungspresseamt zusammensitzen. Damit will die Regierung gegen die - sogar dreimalige - Ausstrahlung einer Sendung über Israels nukleare, biologische und chemische Waffen in diesen Tagen protestieren, obwohl dieser Beitrag schon im März und ohne Demarchen ausgestrahlt worden war.
Damals freilich konnten ihn nur britische Zuschauer empfangen; jetzt will die BBC die gesamte Welt vor die Frage stellen: Welches Land auf Erden hat nie zugegeben, über ABC-Waffen zu verfügen? Welches Land mußte nie Inspektionen bei sich zulassen und konnte einen Informanten siebzehn Jahre in Haft schmoren lassen, der einiges über die Waffen seines Landes an die Öffentlichkeit schmuggelte?
Israel als Schurkenstaat
Israel macht seit den sechziger Jahren aus seinem Waffenarsenal ein Geheimnis; zugleich aber droht es mit ABC-Waffen-Einsätzen als seinem letzten Mittel. Die meisten Informationen des BBC-Beitrages sind bekannt und können mithin auch die israelische Regierung nicht erschrecken. Aber der Tenor des Berichts rückt Israel in die Nähe des Iraks von Saddam Hussein, er macht aus Israel einen Verweigerer internationalen Rechts.
Das Massaker der christlichen Milizen 1982 an Palästinensern im Lager von Sabra und Schatila, für das die israelische Militärführung zur Rechenschaft gezogen wurde, gilt nun als typisches Wesensmerkmal Israels und soll den heutigen Premier Scharon charakterisieren, der damals als Verteidigungsminister Mitverantwortung trug. Noch erboster reagiert Israel auf den unwahren und im Beitrag auch nicht belegten Vorwurf, seine Armee habe je Nervengas in den umstrittenen Gebieten eingesetzt.
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