Kunstbiennale

Junge Kunst blüht in Venedigs Gärten

07. Juni 2001  Die 49. Biennale in Venedig bietet von diesem Sonntag an für das allgemeine Publikum eine Fülle aktueller Werke von mehr als 350 Künstlern aus 65 Ländern.

In den nationalen Pavillons auf dem Gelände der Giardini und in den Räumen des Arsenals sind bis zum 4. November unter dem Motto „Plateau der Menschheit“ bildkünstlerische Arbeiten zu sehen, die sich vor allem mit ethnischen, politischen und religiösen Konflikten im Zeitalter der Globalisierung befassen. Die Biennale wird an diesem Samstag für geladene Gäste mit einer Feier und der Bekanntgabe der Preisträger eröffnet.

Gregor Schneider versteckt sich

Den deutschen Pavillon gestaltet der 1969 geborene Gregor Schneider, der Teile seines sehr eigentümlichen Wohnhauses in Rheydt bei Mönchengladbach in die Lagunenstadt hat bringen lassen und dort wieder zusammensetzt. Dabei baut er Räume in vorhandene Räume, Fenster öffnen sich zu neuen Fenstern, Türen führen vor kahle Mauern oder in Abgründe. Bisweilen drehen sich in seinem „Haus ur“ die Räume, senken sich Zimmerdecken, gaukeln Scheinwerfer Sonnenlicht vor. Der deutsche Biennale-Kommissar Udo Kittelmann, der Schneiders Werk auswählte, gab als Grund dafür an, durch den merkwürdigen Bau werde der „Status quo des Betrachters im Denken über Kunst in Frage gestellt“.

Andere Länder, andere Künstler

Auf dem Gelände der Giardini di Castello zeigen 32 Länder in eigener Verantwortung ihre Beiträge zur aktuellen Kunst. Im amerikanischen Pavillon wird eine Installation des New Yorker Bildhauers Robert Gober präsentiert, der dazu symbolträchtiges Strandgut verwendet hat. England wird durch den mit Wortspielen und Maskeraden arbeitenden Mark Wallinger vertreten, Frankreich von dem Videokünstler Pierre Huyghe. In weiteren Ausstellungsräumen in der ganzen Stadt sind Werke etwa aus den baltischen Staaten und aus den südamerikanischen Ländern zu sehen. Im Arsenal, dem restaurierten Waffendepot der einstigen Großmacht Venedig, werden unter der Verantwortung des Schweizer Ausstellungsmachers Harald Szeemann 110 Werke von Künstlern aus aller Welt gezeigt.

Installationen, Videos, Fotos und Gemälde sind in einer großen Sonderschau unter dem Motto „Plateau der Menschheit“ zusammengefasst. Daneben repräsentieren die Künstler in 32 Länderpavillons in den „Giardini“ ihr Land auf der ältesten und nach der „documenta“ zweitgrößten nichtkommerziellen, internationalen Kulturveranstaltung der Welt. Tanz, Musik und Film runden in diesem Jahr das visuelle Großaufgebot erstmals ab.



Text: @blo, mit Material von dpa
Bildmaterial: Wilhelm Werner Ullrich

 
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